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ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/092

Ki­tas und Ver­wal­tung ge­schlos­sen - Warn­streiks im öf­fent­li­chen Dienst

Vie­le Bür­ger müs­sen sich die­se Wo­che auf Un­an­nehm­lich­kei­ten ein­stel­len: Vor der zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de am Don­ners­tag ma­chen die Ge­werk­schaf­ten mit Warn­streiks Druck. Die­se tref­fen zu­nächst be­son­ders Nie­der­sach­sen - Nord­rhein-West­fa­len und Bay­ern fol­gen
Wer­den die Warn­streiks den er­wünsch­ten Druck aus­üben?

18.03.2014. (dpa) - Kräf­te­mes­sen vor der zwei­ten Ta­rif­run­de: Tau­sen­de An­ge­stell­te des öf­fent­li­chen Diens­tes ha­ben mit Warn­streiks ih­rer For­de­rung nach deut­li­chen Ge­halts­stei­ge­run­gen Nach­druck ver­lie­hen.

Vor al­lem in Nie­der­sach­sen, Ba­den-Würt­tem­berg, Sach­sen-An­halt, Sach­sen und Ber­lin blie­ben am Mon­tag Ki­tas und öf­fent­li­che Ver­wal­tun­gen ge­schlos­sen, auch Kran­ken­häu­ser wur­den be­streikt.

Die Ge­werk­schaf­ten be­zeich­ne­ten die be­fris­te­ten Ar­beits­nie­der­le­gun­gen als Ach­tungs­zei­chen. Kri­tik kam von Ar­beit­ge­ber­sei­te: "Die Streiks wa­ren schon lan­ge ge­plant und stel­len ei­ne völ­lig un­an­ge­mes­se­ne Be­ein­träch­ti­gung der Bür­ger dar", mo­nier­te der Ver­hand­lungs­füh­rer der Kom­mu­nen, Tho­mas Böh­le, in der "Rhei­ni­schen Post" (Diens­tag). In der zwei­ten Run­de ab Don­ners­tag wer­de gleich­wohl "er­geb­nis­ori­en­tiert ver­han­delt".

Zu­vor ist für die­sen Diens­tag ei­ne deut­li­che Ver­schär­fung der Warn­streiks mit Ak­tio­nen in den gro­ßen Län­dern Nord­rhein-West­fa­len und Bay­ern ge­plant. In Hes­sen gibt es dann zu­nächst Aus­stän­de in Kas­sel, am Mitt­woch auch lan­des­weit.

Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag war der Auf­takt der Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die 2,1 Mil­lio­nen An­ge­stell­ten von Bund und Kom­mu­nen er­geb­nis­los zu En­de ge­gan­gen. Die Ge­werk­schaf­ten for­dern ei­ne An­he­bung der Ge­häl­ter um 100 Eu­ro so­wie ei­nen zu­sätz­li­chen Lohn­zu­wachs von 3,5 Pro­zent. Die Ar­beit­ge­ber lehn­ten dies ab, oh­ne bis­her ein ei­ge­nes An­ge­bot vor­zu­le­gen. Die nächs­ten Ge­sprä­che sind für Don­ners­tag und Frei­tag an­be­raumt. Die drit­te Ver­hand­lungs­run­de soll ab 31. März statt­fin­den.

Ers­te Warn­streiks hat­te es be­reits am Frei­tag in Nie­der­sach­sen ge­ge­ben, am Mon­tag ging es dort wei­ter: In Braun­schweig, Lü­ne­burg und an­de­ren nie­der­säch­si­schen Städ­ten be­hin­der­ten Ar­beits­nie­der­le­gun­gen das öf­fent­li­che Le­ben. An den Ak­tio­nen be­tei­lig­ten sich un­ter an­de­rem Er­zie­he­rin­nen, Bus­fah­rer und Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te. Nach An­ga­ben der Ge­werk­schaft Ver­di leg­ten lan­des­weit rund 2400 Mit­ar­bei­ter die Ar­beit nie­der.

Hun­der­te Be­schäf­tig­te des öf­fent­li­chen Diens­tes streik­ten in Sach­sen. "Die Be­tei­li­gung hat un­se­re Er­war­tun­gen über­trof­fen", sag­te Ver­di-Lan­des­be­zirks­lei­ter Tho­mas Voß. Die Ge­werk­schaft hat­te in Dres­den, Leip­zig, Chem­nitz und Zwi­ckau zum Warn­streik auf­ge­ru­fen. Die Strei­ken­den sei­en frus­triert, weil ih­re Ar­beit nicht wert­ge­schätzt wer­de, so Ver­di-Spre­che­rin Kers­tin Eger in Zwi­ckau.

In Ber­lin gab es ei­nen ganz­tä­gi­gen Warn­streik in sechs Vi­van­tes-Kli­ni­ken. In Sach­sen-An­halt leg­ten knapp 600 Be­schäf­tig­te für meh­re­re St­un­den die Ar­beit nie­der, rund 400 wa­ren es in Thü­rin­gen. In Kon­stanz kam es un­ter an­de­rem zu ei­nem ganz­tä­gi­gen Aus­stand in der Stadt­ver­wal­tung.

Für Diens­tag sind un­ter an­de­rem Ak­tio­nen in Bay­ern, Bran­den­burg und Nord­rhein-West­fa­len ge­plant. In NRW sind mehr als 45 000 An­ge­stell­te des öf­fent­li­chen Diens­tes zu Warn­streiks auf­ge­ru­fen. Al­lein im öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr sol­len hier mehr als 10 000 Be­schäf­tig­te die Ar­beit nie­der­le­gen, so dass die­ser nach Ver­di-Ein­schät­zung in den Bal­lungs­räu­men in wei­ten Tei­len ganz­tä­gig zum Er­lie­gen kom­men oder zu­min­dest stark ein­ge­schränkt sein wird.

"Auf zar­te Hin­wei­se re­agiert die Ar­beit­ge­ber­sei­te heut­zu­ta­ge lei­der gar nicht mehr, des­halb müs­sen wir gleich deut­lich wer­den", sag­te der Spre­cher von Ver­di NRW, Gün­ter Ise­mey­er. Hes­sens Ver­di-Chef Jür­gen Bo­th­ner sag­te: "Ei­ne War­nung muss deut­lich sein, da­mit sie ernst ge­nom­men wird."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 19. November 2015

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