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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/008

Jah­res­ta­gung Deut­scher Be­am­ten­bund (DBB) 2012

Ver­schul­dung und de­mo­gra­phi­scher Wan­del: Der Staat auf dem Weg zur „Lach­num­mer“?
Feuerwehrmann Polizist Arzt

09.01.2012 (dpa/lnw) - Die kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber ha­ben die Ge­werk­schaf­ten vor über­zo­ge­nen Ge­halts­for­de­run­gen bei der Ta­rif­run­de 2012 ge­warnt. Ei­ne For­de­rung von 6,1 bis 7 Pro­zent plus ei­ner so­zia­len Kom­po­nen­te, wie sie der­zeit bei­spiels­wei­se bei der Ge­werk­schaft Ver­di dis­ku­tiert wer­de, wür­de in den Kas­sen der Kom­mu­nen mit sechs Mil­li­ar­den Eu­ro zu Bu­che schla­gen. Das sag­te der Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gung der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (VKA), Tho­mas Böh­le, am Sonn­tag der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

In Köln kom­men am Mon­tag der Be­am­ten­bund (dbb) und sei­ne Ta­rif­uni­on zur ge­werk­schaft­li­chen Jah­res­ta­gung zu­sam­men. Da­bei wer­den ers­te Aus­sa­gen zu der im März be­gin­nen­den Lohn­run­de für die 1,3 Mil­lio­nen Ta­rif­be­schäf­tig­ten beim Bund und den Kom­mu­nen er­war­tet. Ne­ben Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) und NRW-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) will auch Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Hans-Pe­ter Fried­rich (CSU) nach Köln kom­men. Fried­rich ist erst­mals auf Ar­beit­ge­ber­sei­te Ver­hand­lungs­füh­rer.

VKA-Prä­si­dent Böh­le sag­te: "Seit 2008 nimmt die Ver­schul­dung der Ge­mein­den kon­ti­nu­ier­lich zu und liegt zum Ok­to­ber 2011 auf ei­nem All­zeit­hoch von 128,7 Mil­li­ar­den EUR – ein An­stieg von 7,8 Pro­zent zum Vor­jahr." For­de­run­gen in ei­ner Grö­ßen­ord­nung von bis zu sie­ben Pro­zent sei­en bei die­ser Kas­sen­la­ge «nicht zu ma­chen». Ähn­lich äu­ßer­te sich Böh­le in der "Rhei­ni­schen Post".

An­ge­sichts der auch im öf­fent­li­chen Dienst zu­neh­men­den Pro­ble­me, qua­li­fi­zier­ten Nach­wuchs zu ge­win­nen, warn­te dbb-Chef Pe­ter Heesen Bund und Kom­mu­nen vor wei­te­ren Spar­run­den. Der Staat sei "auf dem Weg zur Lach­num­mer", sag­te Heesen dem Ma­ga­zin "Fo­cus". "Der Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter et­wa gibt zu, dass 3600 Stel­len in der Zoll­ver­wal­tung nicht be­setzt sind. Das be­deu­tet, dass ei­ne Mil­li­on Voll­stre­ckungs­fäl­le, die laut Ex­per­ten 1,5 Mil­li­ar­den EUR an Ein­nah­men bräch­ten, nicht be­ar­bei­tet wer­den kön­nen."

Gleich­zei­tig ha­be der Bun­des­tag auch für den Haus­halt 2012 wie­der ei­ne pau­scha­le Stel­len­kür­zung von 1,9 Pro­zent be­schlos­sen. Heesen: "Da macht schon die Pau­scha­li­tät Sor­gen. Frei­wer­den­de Stel­len wer­den nicht mehr be­setzt, da­mit steigt der Al­ters­durch­schnitt." Zu­dem wer­de in den nächs­ten zehn Jah­ren fast ein Fünf­tel der Be­schäf­tig­ten im öf­fent­li­chen Dienst in Ru­he­stand ge­hen. Die Nach­wuchs­ge­win­nung wer­de für den Staat zu ei­ner der ent­schei­den­den Her­aus­for­de­run­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 6. Juni 2014

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