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Kon­junk­tur­flau­te be­las­tet den Ar­beits­markt zu­neh­mend

Der Ar­beits­markt trübt sich 2013 wei­ter ein
Arbeitnehmer Krawatte Mitte Im kom­men­den Jahr wer­den wohl wie­der mehr Men­schen ar­beits­los sein

30.11.2012 (dpa) - Die Kon­junk­tur­flau­te in Deutsch­land be­las­tet zu­neh­mend den Ar­beits­markt und könn­te die Zahl der Ar­beits­lo­sen nach Ein­schät­zung der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) im kom­men­den Jahr wie­der über die Drei-Mil­lio­nen-Mar­ke stei­gen las­sen.

Nach ei­ner schwie­ri­ge­ren ers­ten Jah­res­hälf­te rech­ne er aber be­reits im zwei­ten Halb­jahr 2013 wie­der mit ei­ner Ent­span­nung der La­ge, sag­te BA-Chef Frank-Jür­gen Wei­se am Don­ners­tag in Nürn­berg.

Im Jah­res­durch­schnitt er­war­te er ei­ne sta­gnie­ren­de Ent­wick­lung. Der­zeit hal­te er den deut­schen Ar­beits­markt aber für ro­bust, un­ter­strich Wei­se.

Im No­vem­ber war die Zahl der Er­werbs­lo­sen nur noch um 2.000 auf 2,751 Mil­lio­nen ge­sun­ken. Der Rück­gang fiel da­mit deut­lich schwä­cher aus als im Schnitt der ver­gan­ge­nen drei Jah­re. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te liegt ak­tu­ell un­ver­än­dert bei 6,5 Pro­zent. Doch oh­ne den in die­ser Jah­res­zeit üb­li­chen Herbst­auf­schwung wä­re die Zahl der Er­werbs­lo­sen im No­vem­ber um 5.000 ge­stie­gen. Im Ver­gleich zum Vor­jahr wa­ren in Deutsch­land 38.000 Men­schen mehr oh­ne Be­schäf­ti­gung.

"Die Da­ten zei­gen über­wie­gend ei­ne Seit­wärts­be­we­gung", kom­men­tier­te Wei­se die Zah­len. Be­stärkt sieht er sich in sei­ner Ein­schät­zung nicht nur durch die gro­ße Zahl of­fe­ner Stel­len, son­dern auch durch die Be­schäf­tig­ten­sta­tis­tik. Da­nach hat es zu­letzt 41,94 Mil­lio­nen Ar­beits­plät­ze ge­ge­ben - 279.000 mehr als vor ei­nem Jahr (Ok­to­ber­da­ten). Die Zahl der so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Be­schäf­tig­ten lag mit 29,39 Mil­lio­nen so­gar um 407.000 über dem Vor­jah­res­ni­veau (Stand Sep­tem­ber).

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) sieht den deut­schen Ar­beits­markt der­weil "in un­ru­hi­gem Um­feld wei­ter­hin wi­der­stands­fä­hig". Zu­sam­men mit der Bun­des­agen­tur be­ob­ach­te ihr Mi­nis­te­ri­um auf­merk­sam die neu­en Ent­wick­lun­gen. "Wir sind hoch wach­sam, aber es gibt kei­nen Grund für hek­ti­sche Re­ak­tio­nen. Das gilt auch für das The­ma Kurz­ar­beit", be­ton­te sie.

Un­gleich skep­ti­scher be­ur­tei­len da­ge­gen die Ar­beits­agen­tu­ren vor Ort die La­ge. "Sie se­hen, dass die Ar­beits­lo­sig­keit ten­den­zi­ell an­stei­gen wird - und nicht nur we­gen des be­vor­ste­hen­den Win­ters", be­rich­te­te BA-Vor­stands­mit­glied Rai­mund Be­cker. Er be­rief sich da­bei auf die mo­nat­li­che Um­fra­ge der Be­hör­de bei den Agen­tur­ch­efs. "In ei­ni­gen Agen­tu­ren ste­hen die Am­peln be­reits auf rot, in an­de­ren auf rot-gelb", be­rich­te­te Be­cker. Grü­ne Am­peln, die im in­ter­nen Be­richts­sys­tem der BA ei­ne gu­te Ar­beits­markt­la­ge si­gna­li­sie­ren, ge­be es kaum noch.

Die Nach­fra­ge nach Kurz­ar­beit be­wegt sich nach Be­ckers An­ga­ben der­zeit noch im nor­ma­len Rah­men. Ak­tu­ell be­fän­den sich et­wa 58.000 Be­schäf­tig­te in Kurz­ar­beit. Im Jah­res­durch­schnitt 2012 sei­en es 60.000 bis 65.000. Dar­über hin­aus lä­gen der Bun­des­agen­tur An­fra­gen für 45.000 Kurz­ar­bei­ter vor. Zu­ver­sicht­lich stim­me ihn, dass die Kurz­ar­beit in den meis­ten Fäl­len nur we­ni­ge Mo­na­te daue­re, sag­te Be­cker. Trotz­dem sei die Bun­des­agen­tur im Ge­spräch über ei­ne Neu­auf­la­ge der frü­he­ren Re­ge­lung, die Kurz­ar­beit von bis zu ei­nem Jahr er­mög­licht hat­te.

Ex­trem un­ter­schied­lich be­wer­te­ten am Don­ners­tag Re­gie­rungs- und Op­po­si­ti­ons­par­tei­en die ak­tu­el­len Ar­beits­markt­da­ten. Wäh­rend die FDP im Bun­des­tag von ei­nem sta­bi­len und so­li­den deut­schen Ar­beits­markt sprach, sah die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on be­reits "dunk­le Wol­ken am Ho­ri­zont". Der Wachs­tum­s­ein­bruch wir­ke sich im­mer stär­ker auf den Ar­beits­markt aus, be­ton­te der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Hu­ber­tus Heil. Für die Links­par­tei hat mit der Sta­gna­ti­on im No­vem­ber "die Kri­se den deut­schen Ar­beits­markt end­gül­tig er­reicht". Für die Grü­nen zei­gen die jüngs­ten Zah­len, dass die "fet­ten Jah­re vor­bei sind".

Das Vor­stands­mit­glied des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des, An­ne­lie Bun­ten­bach, warn­te da­ge­gen vor der Ge­fahr, dass die deut­sche Wirt­schaft in den Sog der eu­ro­päi­schen Re­zes­si­on ge­zo­gen wird. "Wir for­dern die Bun­des­re­gie­rung auf, die not­wen­di­ge Vor­sor­ge zur Si­che­rung von Ar­beits­plät­zen zu tref­fen und den Ein­satz von Kurz­ar­beit um­ge­hend zu er­leich­tern." Im ers­ten Schritt sol­le die der­zeit mög­li­che Dau­er der Kurz­ar­beit er­neut auf mehr als sechs Mo­na­te er­höht wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

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