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ARBEITSRECHT AKTUELL // 13/025

Je­der zwei­te geht auch krank zur Ar­beit

Er­werbs­tä­ti­ge sind of­fen­bar häu­fi­ger krank, als es die of­fi­zi­el­len Sta­tis­ti­ken aus­sa­gen: Stu­die der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin und des Bun­des­in­sti­tuts für Be­rufs­bil­dung
Ex­per­ten war­nen vor Spät­fol­gen des "Prä­sen­tis­mus"

05.02.2013. (dpa) - Je­der zwei­te Er­werbs­tä­ti­ge geht in Deutsch­land zur Ar­beit - auch wenn er krank ist. Das ist das Er­geb­nis ei­ner Stu­die der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin und des Bun­des­in­sti­tuts für Be­rufs­bil­dung.

Sie lie­ßen in der Er­werbs­tä­ti­gen­be­fra­gung 2011/2012 20 000 Men­schen da­nach be­fra­gen, wie oft sie in den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten krank zur Ar­beit ge­gan­gen sei­en. Im Durch­schnitt ga­ben die Be­frag­ten 11,5 Ta­ge an. Dem­ge­gen­über ste­hen 17,4 Ta­ge, an de­nen sie nach ei­ge­nen An­ga­ben krank zu hau­se blie­ben, wie die Bun­des­an­stalt (BAuA) am Diens­tag in Dort­mund mit­teil­te.

Be­son­ders Be­schäf­tig­te, die häu­fig un­ter Leis­tungs-, Ter­min- und Zeit­druck lei­den, ga­ben nach Dar­stel­lung der For­schungs­ein­rich­tun­gen an, krank zur Ar­beit zu ge­hen. Au­ßer­dem spiel­ten man­geln­de Ver­tre­tungs­mög­lich­kei­ten und Angst vor Ent­las­sung ei­ne Rol­le. Be­son­ders be­trof­fe­ne Be­rufs­grup­pen sind die Bau- und Land­wirt­schaft so­wie So­zi­al-, Er­zie­hungs- und Ge­sund­heits­be­ru­fe.

Von den 57 Pro­zent, die auch krank zur Ar­beit gin­gen, lie­ßen sich die meis­ten (36 Pro­zent al­ler Be­frag­ten) aber auch zeit­wei­se krank­schrei­ben. Manch­mal gin­gen sie krank zur Ar­beit, manch­mal fehl­ten sie mit Kran­ken­schein. Rund ein Vier­tel der Be­frag­ten (27 Pro­zent) war gar nicht krank.

Fol­gen des so­ge­nann­ten Prä­sen­tis­mus ("prä­sent" = «an­we­send») sieht die BAuA in nach­las­sen­der Leis­tungs­fä­hig­keit und ei­ner ab­neh­men­den Pro­duk­ti­vi­tät. Sie warnt vor al­lem vor Lang­zeit­fol­gen. "Prä­sen­tis­mus ist der un­sicht­ba­re Teil des Eis­bergs, der ir­gend­wann in Form von Lang­zeit-Ar­beits­un­fä­hig­kei­ten und Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen zu­ta­ge tritt", sag­te Clau­dia Ol­den­burg, Po­li­tik­wis­sen­schaft­le­rin an der Bun­des­an­stalt. Wei­te­re Un­ter­su­chun­gen zeig­ten, dass die Kos­ten von Prä­sen­tis­mus min­des­tens so hoch sei­en, wie die Kos­ten von krank­heits­be­ding­tem Feh­len.

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Letzte Überarbeitung: 5. Juli 2016

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