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Krank ge­ar­bei­tet - Sor­ge um Ge­sund­heit am Ar­beits­platz wächst

Stress lass nach: Ob­wohl im­mer mehr Fir­men sich um die Ge­sund­heit ih­rer Mit­ar­bei­ter sor­gen, kla­gen mehr Be­rufs­tä­ti­ge über ei­ne zu ho­he Be­las­tung am Ar­beits­platz: Die IG Me­tall pocht des­halb auf ei­ne An­ti-Stress-Ver­ord­nung
Mann hinter hohem Papierstapel Ge­hört Stress schon zum Be­rufs­all­tag?

24.04.2013. (dpa) - Stress am Ar­beits­platz ge­hört für vie­le Be­rufs­tä­ti­ge zum All­tag - und wird im­mer mehr zum Pro­blem für Ar­beit­ge­ber.

"Fehl­zei­ten auf­grund psy­chi­scher Be­las­tun­gen neh­men kon­ti­nu­ier­lich zu", sag­te Ju­lia­ne Qua­ran­ta-Hof­lin, Lei­te­rin Ar­beits- und Ge­sund­heits­schutz beim TÜV Süd, am Diens­tag bei der Vor­stel­lung des "Cor­po­ra­te Health Jahr­buchs" in Stutt­gart.

Die IG Me­tall for­dert des­halb ei­ne An­ti-Stress-Ver­ord­nung.

"Die be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen im Ar­beits­schutz­ge­setz rei­chen bei wei­tem nicht aus", sag­te Hans-Jür­gen Ur­ban, ge­schäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der IG Me­tall, an­läss­lich ei­nes zwei­tä­gi­gen An­ti-Stress-Kon­gres­ses der Ge­werk­schaft in Ber­lin.

Laut ei­ner ak­tu­el­len For­sa-Um­fra­ge im Auf­trag der IG Me­tall kommt mehr als je­der Vier­te im Job im­mer oder oft an die Gren­zen sei­ner kör­per­li­chen und see­li­schen Be­last­bar­keit. 42 Pro­zent der Be­frag­ten ga­ben an, hin und wie­der un­ter Stress zu lei­den. Nur 30 Pro­zent ken­nen das Pro­blem über­haupt nicht.

Die über­wie­gen­de Mehr­heit, näm­lich 88 Pro­zent der Be­frag­ten, wünscht sich von den Un­ter­neh­men mehr Schutz vor Leis­tungs­druck und Stress am Ar­beits­platz. 69 Pro­zent sind der Mei­nung, dass auch die Po­li­tik ein­grei­fen soll­te. Be­fragt wur­den 1000 Be­rufs­tä­ti­ge.

Der Ar­beit­ge­ber­ver­band Ge­samt­me­tall hält da­ge­gen: "Ei­ne sol­che Ver­ord­nung ist nicht not­wen­dig, es gibt längst stren­ge Re­ge­lun­gen zum Ar­beits­schutz", sag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Oli­ver Zan­der. Die pau­scha­le Be­haup­tung, dass Ar­beit an sich krank ma­che, ge­he an der Rea­li­tät vor­bei. Ein gro­ßer Aus­lö­ser für psy­chi­sche Be­las­tun­gen sei­en häu­fig pri­va­te Pro­ble­me.

In der Po­li­tik be­kommt der Vor­stoß der Ge­werk­schaft hin­ge­gen Un­ter­stüt­zung. Die SPD hat sich be­reits für ei­ne An­ti-Stress-Ver­ord­nung aus­ge­spro­chen, ge­nau wie der CDU-So­zi­al­flü­gel. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Da­ni­el Bahr (FDP) will mit ei­nem neu ein­ge­brach­ten Ge­setz­ent­wurf zur För­de­rung der Prä­ven­ti­on, ge­sund­heits­be­wuss­tes Ver­hal­ten un­ter­stüt­zen.

"Ei­nen Schwer­punkt set­zen wir in der be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­för­de­rung: Auch in die­sem Be­reich sol­len die Kran­ken­kas­sen ih­re Aus­ga­ben ver­drei­fa­chen", sag­te Bahr der dpa. Fi­nan­zi­el­le An­rei­ze für Un­ter­neh­men und Be­schäf­tig­te, die an Pro­jek­ten der be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­för­de­rung teil­neh­men, sol­len aus­ge­baut wer­den.

Die Fir­men ver­su­chen zwar be­reits ge­gen­zu­steu­ern. Un­ter den im "Cor­po­ra­te Health Jahr­buch" be­frag­ten 283 Un­ter­neh­men bie­ten mehr als 70 Pro­zent je­weils Be­ra­tung zu Stress­ma­nage­ment oder Ent­span­nungs­kur­se an. Doch ei­ne Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung für psy­chi­sche Be­las­tun­gen am Ar­beits­platz führ­ten erst 55 Pro­zent durch.

Und Stress am Ar­beits­platz kann nicht nur psy­chi­sche Fol­gen ha­ben: Wis­sen­schaft­ler des Helm­holtz Zen­trums Mün­chen ha­ben fest­ge­stellt, dass ei­ne Dau­er-Be­las­tung im Job sich ne­ga­tiv auf Herz-Kreis­lauf-Sys­tem und Stoff­wech­sel aus­wir­ken kann.

Stress füh­re zu ei­ner Ent­zün­dungs­re­ak­ti­on im Kör­per, die un­ter an­de­rem Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen aus­lö­sen kön­ne, wie es in ei­ner Mit­tei­lung VV­des Zen­trums vom Diens­tag heißt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 4. Dezember 2015

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