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Kran­ken­kas­sen mit De­fi­zit von mehr als ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro

Mehr­aus­ga­ben und ver­gleichs­wei­se nied­ri­ge Zu­satz­bei­trä­ge ha­ben der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ein Mi­nus ein­ge­bracht: Die Re­ser­ve geht trotz spru­deln­der Ein­nah­men zu­rück
Chipkarten von Krankenversicherungen Wie hoch ist das De­fi­zit?

08.03.2016. (dpa) - Trotz gu­ter Kon­junk­tur ha­ben die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen im ver­gan­ge­nen Jahr ein De­fi­zit von ins­ge­samt 1,14 Mil­li­ar­den Eu­ro ein­ge­fah­ren.

Die Re­ser­ve der Kran­ken­ver­si­che­rung schrumpf­te zum Jah­res­en­de auf rund 24,5 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Da­von ent­fie­len 14,5 Mil­li­ar­den Eu­ro auf die ein­zel­nen Kas­sen und 10 Mil­li­ar­den Eu­ro auf den Ge­sund­heits­fonds, die Geld­sam­mel- und -ver­teil­stel­le der Kran­ken­ver­si­che­rung, wie das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um am Mon­tag in Ber­lin mit­teil­te.

Zwei Jah­re zu­vor war das Fi­nanz­pols­ter der Kran­ken­ver­si­che­rung noch rund 30 Mil­li­ar­den Eu­ro groß.

Beim Ge­sund­heits­fonds über­stie­gen die Aus­ga­ben die Ein­nah­men um 2,46 Mil­li­ar­den Eu­ro. Denn zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung war der Steu­er­zu­schuss um 2,5 Mil­li­ar­den Eu­ro ab­ge­senkt wor­den. Die Bei­trags­ein­nah­men hat­ten sich we­gen der brum­men­den Wirt­schaft und der da­her gu­ten Be­schäf­ti­gungs­la­ge da­ge­gen po­si­tiv ent­wi­ckelt.

Das De­fi­zit bei den ein­zel­nen Ver­si­che­run­gen führ­te das Res­sort von Mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) vor al­lem dar­auf zu­rück, "dass die Kran­ken­kas­sen ih­re Ver­si­cher­ten durch nied­ri­ge­re Zu­satz­bei­trä­ge ent­las­tet ha­ben". Al­ler­dings stie­gen auch die Aus­ga­ben deut­lich: um 8 auf 213,6 Mil­li­ar­den Eu­ro. Dem stan­den Ein­nah­men von gut 212,4 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­gen­über.

Vie­le Kas­sen hät­ten ih­ren Zu­satz­bei­trag im ver­gan­ge­nen Jahr ge­gen­über dem zu­vor fäl­li­gen Son­der­bei­trag ab­ge­senkt und die Ver­si­cher­ten so um "knapp 900 Mil­lio­nen Eu­ro ent­las­tet", so Grö­he. Der Son­der­bei­trag hat­te die Kas­sen­mit­glie­der zu­vor mit 0,9 Pro­zent ih­res Ein­kom­mens be­las­tet.

Seit An­fang 2015 kön­nen die Kas­sen statt­des­sen ei­nen Zu­satz­bei­trags­satz er­he­ben. Vie­le la­gen zu­nächst un­ter 0,9 Pro­zent. 2016 gab es al­ler­dings deut­li­che Bei­trags­er­hö­hun­gen. So er­he­ben die Bar­mer GEK oder die AOK Bay­ern der­zeit 1,1 Pro­zent Zu­satz­bei­trag, die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se 1,0 Pro­zent und die DAK-Ge­sund­heit 1,5 Pro­zent zu­sätz­lich zum all­ge­mei­nen Bei­trags­satz von 14,6 Pro­zent.

Deut­li­che Aus­ga­ben­stei­ge­run­gen gab es bei den gro­ßen Kos­ten­blö­cken Ärz­te (plus 3,9 Pro­zent pro Ver­si­cher­ten auf 37,5 Mil­li­ar­den Eu­ro), Kli­ni­ken (plus 3,1 Pro­zent auf 68,6 Mil­li­ar­den) und Arz­nei­mit­tel (plus 3,9 Pro­zent auf 35,4 Mil­li­ar­den). "Die Aus­ga­ben­ent­wick­lung ins­be­son­de­re bei Me­di­ka­men­ten, Kran­ken­haus­be­hand­lun­gen und Arzt­ho­no­ra­ren ist ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung", sag­te der Spre­cher des GKV-Spit­zen­ver­bands, Flo­ri­an Lanz.

Die AO­Ken ver­buch­ten bei Fi­nanz­re­ser­ven von rund 6,4 Mil­li­ar­den Eu­ro ei­nen Über­schuss von rund 9 Mil­lio­nen Eu­ro. Bei den Er­satz­kas­sen über­stie­gen die Aus­ga­ben die Ein­nah­men um rund 532 Mil­lio­nen Eu­ro - bei Re­ser­ven von rund 4,3 Mil­li­ar­den Eu­ro. Bei den Be­triebs­kran­ken­kas­sen san­ken die Re­ser­ven um 287 Mil­lio­nen auf 2,1 Mil­li­ar­den Eu­ro, bei den In­nungs­kran­ken­kas­sen um 346 Mil­lio­nen auf 1,1 Mil­li­ar­den Eu­ro.

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Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2016

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