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13/164a Hoch im Kurs: "Speed-Da­ting" an der Bör­se

Zehn Mi­nu­ten Small Talk, Num­mern aus­tau­schen, wei­ter zum nächs­ten Tisch: Beim ers­ten "Azu­bi-Speed-Da­ting" in Frank­furt tref­fen Hun­der­te Ju­gend­li­che auf ih­re po­ten­zi­el­len zu­künf­ti­gen Ar­beit­ge­ber
Anwältin mit Mandant Su­che nach ei­nem Aus­bil­dungs­platz durch Speed-Da­ting

11.06.2013. (dpa) - Zwei Dates hat Mar­le­ne Di San­to schon hin­ter sich.

"Es war sehr nett, am En­de ha­ben wir Num­mern aus­ge­tauscht", sagt sie.

"Mal se­hen, was sich dar­aus er­gibt."

Hin­ter ihr wu­seln dut­zen­de Ju­gend­li­che durch ei­nen Saal, al­le zehn Mi­nu­ten wech­seln sie die Ge­sprächs­part­ner.

Klas­si­sches Speed-Da­ting, könn­te man mei­nen.

Di San­to ist al­ler­dings nicht auf der Su­che nach ei­nem Freund - sie sucht ei­ne Aus­bil­dungs­stel­le als Ver­an­stal­tungs­kauf­frau. Die 16 Jah­re al­te Schü­le­rin ist ei­ne von rund 500 Ju­gend­li­chen, die am Mon­tag im Ge­bäu­de der Frank­fur­ter Bör­se beim ers­ten "Azu­bi-Speed-Da­ting" der IHK-Frank­furt auf 46 Un­ter­neh­men tra­fen, die nach Lehr­lin­gen su­chen.

"Vie­le Fir­men in Frank­furt fin­den auf dem klas­si­schen Weg nicht ge­nug Aus­zu­bil­den­de", sagt IHK-Vi­ze­ge­schäfts­füh­rer Frank Mar­kus Zie­mer. "Wir hof­fen, dass es sie durch das Speed-Da­ting je­man­den fin­den."

Bei den Schü­lern warb man für die Ver­an­stal­tung vor al­lem über die In­ter­net­platt­form Face­book. "So er­reicht man Ju­gend­li­che heut­zu­ta­ge am bes­ten", sagt Zie­mer. Die Un­ter­neh­men stell­ten sich im In­ter­net kurz vor, die Aus­zu­bil­den­den prä­sen­tie­ren sich da­ge­gen erst vor Ort. "Ich ha­be drei Be­wer­bun­gen ge­schrie­ben und mit­ge­bracht", sagt Di San­to. Un­ter ih­rem Arm klemmt ei­ne Map­pe.

Wich­tig ist vie­len Un­ter­neh­men vor al­lem der per­sön­li­che Ein­druck. "Man kann sich hier in re­la­tiv lo­cke­rer At­mo­sphä­re ken­nen­ler­nen", sagt Tan­ja Her­zog. Das Un­ter­neh­men, für das sie ar­bei­tet, hat noch Aus­bil­dungs­plät­ze als Tou­ris­mus­kauf­mann oder -frau zu ver­ge­ben. "Wer uns neu­gie­rig macht, den la­den wir zu ei­nem aus­führ­li­chen Be­wer­bungs­ge­spräch ein", ver­spricht Her­zog: "Zwei Kan­di­da­ten ha­ben wir schon ge­fun­den."

Ein paar Me­ter ent­fernt von ih­rem Tisch be­ob­ach­tet Mat­thi­as Op­pel von der Agen­tur für Ar­beit das Trei­ben. "Wir ha­ben 3000 re­gis­trier­te Be­wer­ber auf das Speed Da­ting auf­merk­sam ge­macht", sagt er.

In an­de­ren Städ­ten ha­ben die IHKs das Speed Da­ting längst eta­bliert. "Beim ers­ten Mal ha­ben 17 Un­ter­neh­men und 200 Schü­ler teil­ge­nom­men", sagt Alex­an­der Uhr von der IHK Köln, die 2010 als ers­te IHK-Ge­schäfts­stel­le ei­nen sol­chen Schnup­per­tag für Un­ter­neh­men und an­ge­hen­de Aus­zu­bil­den­de or­ga­ni­sier­te. "2012 wa­ren es schon 70 Un­ter­neh­men und 1 000 Schü­ler."

Die Ak­ti­on führt im­mer wie­der auch zu Ver­trags­ab­schlüs­sen, wie Mo­ni­ka Lell­mann be­tont. "Im ver­gan­ge­nen Jahr ha­ben wir vier Aus­bil­dungs­plät­ze ver­ge­ben", sagt die Per­so­nal­re­fe­ren­tin ei­nes Brand- und Was­ser­schutz­sa­nie­rungs­un­ter­neh­mens: "Al­le Stel­len wur­den mit jun­gen Men­schen be­setzt, die wir beim Speed-Da­ting ken­nen­ge­lernt ha­ben."

Jen­ni­fer Mon­ta­nez hat zum Speed-Da­ting nach Frank­furt gleich ih­re gan­ze Schul­klas­se mit­ge­bracht. "Ich ha­be ab­stim­men las­sen und die Mehr­heit war da­für, her­zu­kom­men", sagt die Leh­re­rin an der Hein­rich-Kraft-Ge­samt­schu­le in Frank­fur­ter In­dus­trie­stadt­teil Fe­chen­heim.

Die Neunt­kläss­ler, die in die­sem Jahr ih­ren Haupt­schul­ab­schluss ma­chen wer­den, ste­hen noch et­was ver­schüch­tert hin­ter ihr. "Sie sind ein biss­chen über­for­dert, vie­le hat­ten noch nie ein Be­wer­bungs­ge­spräch", sagt Mon­ta­nez. "Viel­leicht er­gibt sich ja trotz­dem et­was, und die Er­fah­rung ist in je­dem Fall wert­voll." Hin­ter ihr wagt sich ein Schü­ler lang­sam an ei­nen Tisch und streckt ei­nem Mann im An­zug vor­sich­tig die Hand ent­ge­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 6. Juni 2014

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