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Land will mehr Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen der Ver­wal­tung

Mehr Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen, das war ei­nes der Wahl­ver­spre­chen von Mi­nis­ter­prä­si­dent Sel­le­ring vor fünf Jah­ren: In der Lan­des­ver­wal­tung zei­gen sich ers­te Fort­schrit­te. Ein neu­es Ge­setz soll dem Pro­zess nun mehr Tem­po ver­lei­hen
Symbol Herren-WC Damen-WC Was be­inhal­tet das Ge­setz?

24.02.2016. (dpa) - Die Lan­des­re­gie­rung in Schwe­rin will Frau­en den Weg zu Füh­rungs­po­si­tio­nen in der Ver­wal­tung wei­ter er­leich­tern und da­mit ih­rer Vor­bild­rol­le auch für die Wirt­schaft ge­recht wer­den.

Da­zu ver­ab­schie­de­te das Ka­bi­nett am Diens­tag ei­ne Neu­fas­sung des Gleich­stel­lungs­ge­set­zes.

Es soll das Mit­spra­che­recht von Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten stär­ken, sieht Ziel­ver­ein­ba­run­gen für hö­he­re Frau­en­an­tei­le in Lei­tungs­funk­tio­nen vor und zielt auf bes­se­re Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf.

Be­reits in der Land­tags­sit­zung An­fang März sol­len die Be­ra­tun­gen da­zu im Par­la­ment be­gin­nen.

Die Ge­set­zes­vor­la­ge sei in der Re­gie­rung teil­wei­se kon­tro­vers dis­ku­tiert, schließ­lich aber ein­stim­mig ver­ab­schie­det wor­den, sag­te So­zi­al­mi­nis­te­rin Bir­git Hes­se (SPD). "Der Knack­punkt ist, dass es ge­wollt sein muss, von oben der Rück­halt da ist und Fa­mi­lie als et­was Po­si­ti­ves be­trach­tet wird", er­klär­te die Mi­nis­te­rin. Trotz er­kenn­ba­rer Fort­schrit­te bei der maß­geb­lich von Mi­nis­ter­prä­si­dent Er­win Sel­le­ring (SPD) vor­an­ge­trie­be­nen Ver­ga­be von Füh­rungs­auf­ga­ben an Frau­en, ge­be es noch viel zu tun. Zwei Drit­tel der 36.000 Lan­des­be­diens­te­ten sei­en Frau­en, doch be­setz­ten sie bis­lang nur ein Vier­tel der Füh­rungs­po­si­tio­nen.

Hes­se er­hofft sich von kon­kre­ten Ziel­ver­ein­ba­run­gen, zu de­nen Mi­nis­te­ri­en und Lan­des­be­hör­den künf­tig ver­pflich­tet wer­den sol­len, ei­ne schritt­wei­se Er­hö­hung des Frau­en­an­teils in den dor­ti­gen Füh­rungs­eta­gen. Für weib­li­che Füh­rungs­kräf­te ge­be es spe­zi­el­le Fort­bil­dungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bo­te. "Un­ser Ziel ist 50:50. Das aber geht nicht von heu­te auf mor­gen, son­dern wird ein län­ge­rer Pro­zess", sag­te Hes­se.

Ei­ne wich­ti­ge Rol­le wür­den da­bei die Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten spie­len. Die­se müs­sen laut Ge­setz­ent­wurf künf­tig noch stär­ker in Per­so­nal­ent­schei­dun­gen ein­be­zo­gen wer­den. Für ih­re Tä­tig­keit wür­den sie teil­wei­se auch frei­ge­stellt. "Sie wer­den bei der Aus­wahl in den Ent­schei­dungs­gre­mi­en dar­auf ach­ten, dass auch Frau­en zum Zug kom­men", sag­te die Mi­nis­te­rin. Die Re­gie­rung ha­be sich nach län­ge­rer Dis­kus­si­on ent­schie­den, dass auch künf­tig nur Frau­en an der Wahl der Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten teil­neh­men dür­fen. Als Grund wur­de ge­nannt, dass de­ren vor­ran­gi­ge Auf­ga­be sei, Nach­tei­le von Frau­en ab­zu­bau­en.

Ne­ben der Chan­cen­gleich­heit für Frau­en und Män­ner neh­me im Ge­setz die Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie, Pfle­ge und Be­ruf ei­nen wich­ti­gen Platz ein. So kön­ne künf­tig Te­le­ar­beit von zu Hau­se aus ver­stärkt ge­nutzt wer­den. Heim­ar­beit und Teil­zeit­be­schäf­ti­gung sol­le auch Füh­rungs­kräf­ten er­mög­li­chen, sich um die Fa­mi­li­en zu küm­mern und bei Be­darf auch Pfle­ge­auf­ga­ben zu über­neh­men. "Die Di­gi­ta­li­sie­rung der Ar­beits­welt bringt mehr Fle­xi­bi­li­tät. Das soll­ten wir nut­zen", sag­te Hes­se. Bis­lang sei­en es vor al­lem Frau­en, die sich um die Fa­mi­lie küm­mern und da­bei oft Nach­tei­le für ih­re be­ruf­li­che Kar­rie­re hin­neh­men müss­ten. Ih­re So­zi­al­kom­pe­tenz müs­se hin­ge­gen als Vor­teil er­kannt und auch an­er­kannt wer­den.

Er­freut zeig­te sich die Mi­nis­te­rin, dass die In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer so­wie die Hand­werks­kam­mern im Land an­ge­kün­digt hät­ten, eben­falls auf die An­wen­dung des Ge­set­zes hin­wir­ken zu wol­len. "Al­le Ar­beit­ge­ber in Meck­len­burg-Vor­pom­mern wer­den noch stär­ker als bis­lang auf gut aus­ge­bil­de­te und hoch mo­ti­vier­te Frau­en an­ge­wie­sen sein", sag­te sie.

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Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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