HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL

13/242a Lan­des­amt ist Schlam­pe­rei auf der Spur

Et­li­che tra­gi­sche Un­fäl­le: Ob töd­li­cher Ar­beits­un­fall auf Bau­stel­len, Schlam­pe­rei bei der Hy­gie­ne oder zu lan­ge Ar­beits­zei­ten - die Kon­trol­leu­re vom Lan­des­amt für Ver­brau­cher­schutz de­cken viel auf
Verkehrsunfall mit verletzter Frau und Sanitätern im Vordergrund

22.08.2013. (dpa) - Un­acht­sam­keit, Un­wis­sen­heit und Schlam­pe­rei füh­ren in Sach­sen-An­halt im­mer wie­der zu töd­li­chen Ar­beits­un­fäl­len.

Die­se könn­ten aber ver­mie­den wer­den, wenn al­le Vor­schrif­ten am Ar­beits­platz ein­ge­hal­ten wer­den, wie das Lan­des­amt für Ver­brau­cher­schutz am Mitt­woch in Hal­le mit­teil­te.

So ka­men in die­sem Jahr be­reits acht Men­schen bei Ar­beits­un­fäl­len ums Le­ben, 2012 wa­ren es 13 Men­schen (2011: 13).

Dar­un­ter wa­ren drei Ar­bei­ter, die zur glei­chen Zeit bei Sand­strahl­ar­bei­ten in den Stick­stoff­wer­ken Pies­te­ritz (Land­kreis Wit­ten­berg) ums Le­ben ka­men.

Die Män­ner sei­en auf­grund von Sau­er­stoff­man­gel in der Atem­luft er­stickt. "Es wur­den kei­ne to­xi­schen Schad­stof­fe in der Lun­ge fest­ge­stellt", sag­te der Lei­ter des Fach­be­reichs Ar­beits­schutz beim Lan­des­amt, Gün­ter Laux, zu den bis­her vor­lie­gen­den Er­kennt­nis­sen. Die Er­mitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft zur Ur­sa­che die­ses töd­li­chen Ar­beits­un­falls lie­fen aber noch.

"Wir müs­sen noch mehr mit Un­ter­neh­mern re­den und auch ih­ren Leu­ten sa­gen, was zu­läs­sig ist oder nicht", sag­te Laux. Ar­beits­schutz be­tref­fe vie­le Be­rei­che. So ge­he das Lan­des­amt auch Hin­wei­sen bei Ver­stö­ßen ge­gen das Ar­beits­zeit­ge­setz nach, et­wa ob viel län­ger als er­laubt und wo­mög­lich auch oh­ne Pau­sen ge­ar­bei­tet wird - ob auf der Bau­stel­le oder im Pfle­ge­heim.

Den Ver­ant­wort­li­chen für die Mis­stän­de droh­ten dann zum Bei­spiel Buß­gel­der oder ein Ver­merk im Ge­wer­be­zen­tral­re­gis­ten. "Das tut schon weh, denn dort braucht man ei­ne wei­ße Wes­te", sag­te der Prä­si­den­ten des Lan­des­am­tes, Bern­hard Rä­bel.

Die Be­hör­de be­schäf­ti­ge sich zum Schutz der Ver­brau­cher mit na­he­zu al­len Be­reich des Le­bens. Da­zu ge­hö­ren Hy­gie­ne-, Le­bens­mit­tel- und Tier­hal­tungs­kon­trol­len, mel­de­pflich­ti­gen Krank­hei­ten wie Tu­ber­ku­lo­se­fäl­len, der Qua­li­tät von Ba­de­ge­wäs­sern bis zum Ar­ten­schutz. Zum Lan­des­amt ge­hö­ren laut Rä­bel rund 480 Mit­ar­bei­ter.

In Sach­sen-An­halt wur­den 2012 laut dem Jah­res­be­richt der Be­hör­de rund 6200 Be­triebs­stät­ten durch die Ge­wer­be­auf­sicht kon­trol­liert, rund 15 200 Mal gab es et­was zu be­an­stan­den. Bei Kon­trol­len von mehr als 3000 Bau­stel­len muss­te auf­grund gra­vie­ren­der Män­gel in 28 Fäl­len die Ar­beit ru­hen.

Im Haus­halt kom­me es auch im­mer wie­der zu tra­gi­schen Un­fäl­len, sag­te Laux. So starb ein Mann in Eis­le­ben (Land­kreis Mans­feld-Süd­harz) 2012 vor den Au­gen sei­ner Kin­der im Gar­ten durch ei­nen Strom­schlag im Teich - weil die Iso­lie­rung der Pum­pe de­fekt, die elek­tri­sche In­stal­la­ti­on noch aus DDR-Zei­ten stamm­te und ein Schutz­schal­ter fehl­te, wie sich her­aus­stell­te.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 12. November 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de