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Leh­rer­man­gel in Deutsch­land - Schü­ler­zah­len stei­gen

Ei­ne Un­ter­su­chen der Ber­tels­mann Stif­tung hat er­ge­ben, dass der Schü­ler­rück­gang be­en­det ist. Be­son­ders an Grund­schu­len wird die Per­so­nal­not grö­ßer.
Lehrerin in einer Grundschulklasse mit Schülern, Schule

13.07.2017. (dpa/wie) - Die of­fi­zi­el­le Pro­gno­se der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK) geht der­zeit von ei­nem wei­te­ren Rück­gang der Schü­ler­zahl bis zum Jahr 2025 aus. In 2015 gin­gen in Deutsch­land rund acht Mil­lio­nen Kin­der und Ju­gend­li­che zur Schu­le. Laut KMK sol­len es in acht Jah­ren nur­noch 7,2 Mil­lio­nen sein.

For­scher ha­ben nun im Auf­trag der Ber­tels­mann Stif­tung neue Be­rech­nun­gen an­ge­stellt und sind zu ei­nem an­de­ren Er­geb­niss ge­kom­men. Laut der neu­en Stu­die kün­digt sich nach 15 Jah­ren kon­ti­nu­ier­li­chem Rück­gang ein "Schü­ler-Boom" an. Bis 2025 wer­de die Zahl dem­nach auf 8,3 Mil­lio­nen an­wach­sen. Bis 2030 sol­len noch­mals et­wa 300.000 Schü­le­rin­nen und Schü­ler hin­zu­kom­men. Grund da­für sei­en die stei­gen­de Ge­bur­ten­ra­te und die Re­kord-Zu­wan­de­rung durch die Flücht­lings­kri­se.

Be­reits An­fang die­sen Jah­res gab das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt erst­mals seit dem Jahr 2000 ein Wachs­tum vom 0,3 Pro­zent be­kannt.

"Die Stu­die zeigt ein­dring­lich, dass die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz viel zu lan­ge mit ver­al­te­ten Zah­len ge­ar­bei­tet hat", mahn­te Schles­wig-Hol­steins Lan­des­vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft GEW, As­trid Hen­ke. Al­lein in ih­rem Bun­des­land wür­den der Pro­gno­se zu­fol­ge bis 2030 rund 2.000 zu­sätz­li­che Lehr­kräf­te be­nö­tigt.

Auch der baye­ri­sche Leh­rer­ver­band BLLV sieht er­heb­li­chen Hand­lungs­be­darf. "Wir brau­chen drin­gend mehr Per­so­nal", sag­te BLLV-Prä­si­den­tin Si­mo­ne Fleisch­mann. Das baye­ri­sche Kul­tus­mi­nis­te­ri­um teil­te mit, dass man be­reits seit 2014 am Bau neu­er Klas­sen­räu­me ar­bei­te und be­reits 1.700 Stel­len für Leh­rer ge­schaf­fen ha­be.

Be­son­ders be­trof­fen sei­en laut GEW die Grund­schu­len. "Wenn die Ar­beit mit klei­nen Kin­dern we­ni­ger ho­no­riert wird als die Ar­beit mit den äl­te­ren, wird der Man­gel an Grund­schul­lehr­kräf­ten nicht zu be­he­ben sein." Die Ge­werk­schaft sprach sich des­halb für ei­ne An­he­bung der Be­sol­dung von Grund­schul­leh­rern auf A13 aus, da die­se mo­men­tan rund 500 Eu­ro we­ni­ger ver­die­nen wür­den, als Leh­rer an wei­ter­füh­ren­den Schu­len.

Laut der Stu­die kommt auf­grund der Al­ters­struk­tur der Lehr­kräf­te bald auch noch ei­ne Pen­sio­nie­rungs­wel­le da­zu, wel­che es um­so schwe­rer ma­chen wird, die Per­so­nal­not zu be­wäl­ti­gen.

Ins­ge­samt wür­den bis 2030 in der Bun­des­re­pu­blik et­wa 28.100 neue Schul­klas­sen und 42.800 zu­sätz­li­che Voll­zeit­leh­rer be­nö­tigt. Das be­deu­te für Län­der und Kom­mu­nen ein An­stieg der Bil­dungs­kos­ten von 4,7 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr.


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Letzte Überarbeitung: 25. August 2017

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