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ARBEITSRECHT AKTUELL // 13/201

Leih­ar­bei­ter-Pra­xis nach töd­li­chem Brand in der Kri­tik

In der Dis­kus­si­on um schlech­te Ar­beits­zu­stän­de in der Fleisch­bran­che ist die Si­tua­ti­on von Leih­ar­bei­tern er­neut in die Kri­tik ge­ra­ten: Nach dem Feu­er­tod von zwei Leih­ar­bei­tern in ei­ner Mas­sen­un­ter­kunft will die Pa­pen­bur­ger Mey­er Werft ih­re Lie­fe­ran­ten ge­nau­er über­prü­fen
Un­ter wel­chen Be­din­gun­gen le­ben und ar­bei­ten Leih­ar­bei­ter?

17.07.2013. (dpa) - Nach dem Wohn­haus­brand mit zwei To­ten in ei­nem Wohn­haus für Leih­ar­bei­ter der Pa­pen­bur­ger Mey­er Werft ha­ben Ge­werk­schaft und Kir­che bes­se­re Kon­trol­len ge­for­dert.

Land­krei­se und Kom­mu­nen müss­ten sich in­ten­si­ver als bis­her um die Be­din­gun­gen von Leih­ar­beit und Un­ter­brin­gung küm­mern, sag­te am Diens­tag der Re­gi­ons­vor­sit­zen­de des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB), Mar­kus Pasch­ke, in Leer.

Der Ka­tho­li­ken­rat im Bis­tum Os­na­brück for­der­te ei­ne Ga­ran­tie für men­schen­wür­di­ge Wohn-, Ar­beits- und Le­bens­be­din­gun­gen.

Die Mey­er Werft si­cher­te ei­ne Über­prü­fung ih­rer Lie­fe­ran­ten auf "schwar­ze Scha­fe" zu. Das Un­ter­neh­men ak­zep­tie­re kei­ne Lie­fe­ran­ten, die sich nicht an in Deutsch­land gel­ten­de So­zi­al­stan­dards hiel­ten, er­klär­te Werft­chef Ber­nard Mey­er. "Lohn­dum­ping leh­nen wir ka­te­go­risch ab."

Der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de Tho­mas Gel­der kün­dig­te in­ten­si­ve Prü­fun­gen an, ob der Lohn auch bei den Mit­ar­bei­tern an­kom­me.

Bei dem Brand wa­ren am Sams­tag zwei Be­woh­ner ums Le­ben ge­kom­men. Das Haus für 30 Leih­ar­bei­ter aus Bul­ga­ri­en und Ru­mä­ni­en wur­de völ­lig zer­stört. Ein Sach­ver­stän­di­ger ha­be bis­her kei­ne ein­deu­ti­ge Brand­ur­sa­che fest­ge­stellt, sag­te ein Po­li­zei­spre­cher zum vor­läu­fi­gen Un­ter­su­chungs­er­geb­nis. Das Feu­er sei of­fen­bar im Erd­ge­schoss im Be­reich ei­ner Sau­na ent­stan­den, die je­doch nicht in Be­trieb ge­we­sen sei.

Der DGB rief Be­hör­den da­zu auf, Wohn­un­ter­künf­te für Leih­ar­bei­ter und Werk­ver­trags­ar­beit­neh­mer zu kon­trol­lie­ren. Ver­stö­ße ge­gen Si­cher­heits­be­stim­mun­gen sei­en kein Ka­va­liers­de­likt. "Hier wird aus Pro­fit­gier mit dem Le­ben und der Ge­sund­heit von Men­schen ge­spielt", kri­ti­sier­te Pasch­ke.

Für den Ka­tho­li­ken­rat for­der­te Agnes Hol­ter­hu­es ei­nen Stopp des Miss­brauchs von Werk­ver­trä­gen. Dar­auf ha­be auch der Lan­deska­tho­li­ken­aus­schuss Nie­der­sach­sen im Ju­ni vor dem Hin­ter­grund der Zu­stän­de in der Fleisch­bran­che hin­ge­wie­sen.

In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten war in Nie­der­sach­sen wie­der­holt die Si­tua­ti­on von Leih­ar­bei­tern in die Kri­tik ge­ra­ten. Tau­sen­de Leih­ar­bei­ter, die über­wie­gend aus dem Aus­land stam­men, sind vor al­lem in der Fleisch­in­dus­trie zu Dum­ping­löh­nen tä­tig. En­de Ju­ni hat­te die Lan­des­re­gie­rung bei ei­nem "Fleisch­gip­fel" ver­geb­lich ver­sucht, Schlacht­hof-Be­trei­ber zu ei­ner frei­wil­li­gen Selbst­ver­pflich­tung zur Zah­lung von Min­dest­löh­nen zu be­we­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 17. Dezember 2013

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