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Licht­blick nach Opel-Aus: Post baut Pa­ketz­en­trum mit 600 Jobs

Nach der Schlie­ßung des Bo­chu­mer Opel-Wer­kes ha­ben noch nicht vie­le Be­schäf­tig­te neue Jobs ge­fun­den: 600 Stel­len für die struk­tur­schwa­che Re­gi­on soll von 2019 an ein neu­es Post-Pa­ketz­en­trum brin­gen. Die Deut­sche Post in­ves­tiert ei­ne drei­stel­li­ge Mil­lio­nen­sum­me
Plausch am Postschalter Was kommt auf das Ge­län­de des ehe­ma­li­gen Opel­wer­kes?

30.01.2016. (dpa) - Licht­blick für Bo­chum gut ein Jahr nach der Schlie­ßung der Opel-Au­to­fer­ti­gung: Die Deut­sche Post baut auf dem ehe­ma­li­gen Werks­ge­län­de ein gro­ßes Pa­ketz­en­trum mit rund 600 Ar­beits­plät­zen.

Sie will ins­ge­samt ei­ne drei­stel­li­ge Mil­lio­nen­sum­me in­ves­tie­ren, sag­te der Post-Be­triebs­chef für das Brief- und Pa­ket­ge­schäft, Uwe Brinks, am Frei­tag bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz.

Die Kauf­ver­trä­ge mit der Bo­chu­mer Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft wa­ren be­reits ei­ni­ge Ta­ge vor­her un­ter­schrie­ben wor­den.

Auch Opel nimmt Geld in die Hand. Der Au­to­bau­er will in den nächs­ten Ta­gen Ein­zel­hei­ten zu ei­nem 60 Mil­lio­nen Eu­ro teu­ren Neu­bau sei­nes eu­ro­pa­wei­ten Er­satz­teil­zen­trums am Bo­chu­mer Stand­ort be­kannt­ge­ben. Opel hat­te das Per­so­nal in dem Er­satz­teil­zen­trum be­reits von gut 400 auf 700 Mit­ar­bei­ter auf­ge­stockt und da­bei teils auch aus­ge­schie­de­ne Be­schäf­tig­te aus der Au­to­pro­duk­ti­on über­nom­men.

Der Au­to­bau­er Opel hat­te das Werk in Bo­chum En­de 2014 we­gen Über­ka­pa­zi­tä­ten ge­schlos­sen. Für die zu­letzt gut 3000 Be­schäf­tig­ten ver­lief die Su­che nach neu­en Jobs bis­her müh­sam, wie die zu­stän­di­ge Trans­fer­ge­sell­schaft vor kur­zem bi­lan­zier­te.

NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter Gar­relt Du­in (SPD) sprach von ei­ner gu­ten Nach­richt für die Stadt. Das Pa­ketz­en­trum und das zen­tra­le Opel-Er­satz­teil­la­ger auf dem Ge­län­de wür­den als An­ker­in­ves­to­ren wei­te­re An­sied­lun­gen nach sich zie­hen. "Das ist erst der An­fang."

Der Bau des Pa­ketz­en­trums soll nach der Sa­nie­rung und Auf­be­rei­tung des Ge­län­des im Som­mer 2017 be­gin­nen, mit der In­be­trieb­nah­me wird für 2019 ge­rech­net. Die Post über­nimmt mit 140.000 Qua­drat­me­tern et­wa ein Drit­tel der in­dus­tri­ell und ge­werb­lich nutz­ba­ren Flä­che an dem Stand­ort am ehe­ma­li­gen Opel­werk. "Ab 2019 be­kom­men die Bo­chu­mer ih­re Weih­nachts­pa­ke­te über das neue Zen­trum", sag­te Brinks.

Das Ge­län­de des ehe­ma­li­gen Opel­wer­kes wird in den kom­men­den Jah­ren in drei Bau­ab­schnit­ten ent­wi­ckelt. Der Stand­ort soll vor al­lem klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men mit Tech­no­lo­gie­schwer­punkt an­zie­hen, die die Nä­he zur Bo­chu­mer Uni­ver­si­tät su­chen. Schon jetzt - ein Jahr vor der bau­rei­fen Über­ga­be der Grund­stü­cke - sei­en über 30 Pro­zent der Ge­wer­be­flä­che ver­kauft, sag­te der Ge­schäfts­füh­rer der Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft "Bo­chum Per­spek­ti­ve 2020", En­no Fuchs.

Für die Post ist das Pa­ketz­en­trum ein wich­ti­ger Zu­gang zu ei­ner der am dich­tes­ten be­sie­del­ten Re­gio­nen Eu­ro­pas, wie Brinks be­ton­te. Bo­chums Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Eis­kirch (SPD) zeig­te sich zu­frie­den, dass die Er­schlie­ßung des Rie­sen­ge­län­des schnell be­gin­ne und dass ein re­nom­mier­ter Kon­zern zu den ers­ten Käu­fern zäh­le.

Die künf­ti­gen Be­schäf­tig­ten kön­nen zu­min­dest bei ein­fa­chen Tä­tig­kei­ten al­ler­dings nicht mit Löh­nen wie einst im Au­to­werk rech­nen. Die Ta­ri­fe der Post lä­gen deut­lich über dem Min­dest­lohn, aber mit den Me­tall­ta­ri­fen könn­ten sie nicht mit­hal­ten, sag­te der Post-Ma­na­ger Brinks.

Für das Ruhr­ge­biet gab es am Frei­tag ei­ne wei­te­re gu­te Nach­richt. Ei­ne Ber­tels­mann-Toch­ter will in der eben­falls vom Struk­tur­wan­del be­trof­fe­nen Em­scher-Lip­pe-Re­gi­on in­ves­tie­ren. Ar­va­to baut für mehr als 30 Mil­lio­nen Eu­ro ein Wa­ren­ver­teil­zen­trum im In­dus­trie­park Dors­ten/Marl. Hier sol­len auf die­se Wei­se fast 300 Ar­beits­plät­ze ent­ste­hen. Der Bau des mo­der­nen Kom­ple­xes soll im März be­gin­nen, wie das Un­ter­neh­men aus Gü­ters­loh am Frei­tag mit­teil­te. Zu­nächst sol­len auf dem zwölf Hekt­ar gro­ßen Ge­län­de drei Hal­len und ein Bü­ro­ge­bäu­de ent­ste­hen.

Fast 70.000 Mit­ar­bei­ter ar­bei­ten welt­weit für die Dienst­leis­tungs­toch­ter des Gü­ters­lo­her Me­di­en­kon­zerns Ber­tels­mann, et­wa im di­gi­ta­len Fi­nanz­sek­tor, im IT-Be­reich oder di­gi­ta­len Mar­ke­ting. Wel­che Wa­ren ge­nau in dem neu­en Zen­trum ver­teilt wer­den, ist nach An­ga­ben ei­nes Spre­chers noch of­fen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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