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Lob und Kri­tik für Ga­bri­els Kin­der­geld-Vor­stoß

We­ni­ger Kin­der­geld für Kin­der im EU-Aus­land: Die CDU ist da­für, doch aus der SPD be­kommt Ga­bri­el nicht nur Ap­plaus
Kindergartenerzieherin spielt mit Kindern

20.12.2016. (dpa) - Für sei­ne For­de­rung nach Kin­der­geld-Kür­zun­gen bei EU-Aus­län­dern be­kommt der SPD-Vor­sit­zen­de Sig­mar Ga­bri­el Un­ter­stüt­zung vom Ko­ali­ti­ons­part­ner.

"An der Uni­on wird es si­cher nicht schei­tern", sag­te CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber am Mon­tag in Ber­lin nach ei­ner Sit­zung der engs­ten Par­tei­spit­ze um Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel. Auch ei­ne Spre­che­rin von Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) ver­si­cher­te, ihr Haus freue sich über das Um­steu­ern des Vi­ze­kanz­lers.

Ga­bri­el hat­te den Zei­tun­gen der Fun­ke-Me­di­en­grup­pe ge­sagt: "Wenn ein Kind nicht bei uns lebt, son­dern in sei­nem Hei­mat­land, dann soll­te auch das Kin­der­geld auf dem Ni­veau des Hei­mat­lan­des aus­ge­zahlt wer­den."

Kri­tik ern­te­te er da­für von Lin­ken und Grü­nen, aber auch vom SPD-Nach­wuchs: "Das ist Stim­mungs­ma­che auf dem Rü­cken von Kin­dern", be­klag­te die Ju­so-Vor­sit­zen­de Jo­han­na Ue­ker­mann im "Ta­ges­spie­gel" (Diens­tag).

EU-Aus­län­der ha­ben für die Dau­er ih­res Ar­beits­auf­ent­halts in Deutsch­land An­spruch auf Kin­der­geld - auch wenn der Nach­wuchs in ei­nem an­de­ren Land lebt. Im No­vem­ber gab es nach An­ga­ben des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums 188.000 der­ar­ti­ge Fäl­le. Ga­bri­el will er­rei­chen, dass sich die Hö­he des Kin­der­gelds am Preis­ni­veau je­nes Lan­des ori­en­tiert, in dem sich das je­wei­li­ge Kind auf­hält. Die EU-Kom­mis­si­on lehnt ei­ne der­ar­ti­ge An­pas­sung al­ler­dings ab.

Der SPD-Chef ver­tei­dig­te sei­nen Vor­stoß mit dem Ver­weis auf die Ma­chen­schaf­ten von Schlep­per­ban­den. Sie wür­den "Schrot­t­im­mo­bi­li­en" in deut­schen Städ­ten auf­kau­fen und an EU-Bür­ger ver­mie­ten - vor al­lem an Ru­mä­nen und Bul­ga­ren. Das Kin­der­geld für die nicht mit­ge­nom­me­nen Kin­der wer­de dann von die­sen "Men­schen­händ­lern" ein­kas­siert. "Am En­de krie­gen ja nicht die Kin­der in Ru­mä­ni­en und Bul­ga­ri­en das Geld", be­ton­te Ga­bri­el.

Nord­rhein-West­fa­lens Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) stärk­te ih­rem Par­tei­vor­sit­zen­den den Rü­cken. "Die bis­he­ri­ge Re­ge­lung wi­der­spricht dem Ge­rech­tig­keits­emp­fin­den Vie­ler", sag­te Kraft der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Düs­sel­dorf. "Es kann nicht sein, dass hier woh­nen­de Kin­der fi­nan­zi­ell gleich­ge­setzt wer­den mit Kin­dern, die in EU-Staa­ten le­ben, wo die Le­bens­hal­tungs­kos­ten nied­ri­ger sind als bei uns und auch die Leis­tun­gen an Kin­der dort nied­ri­ger sind."

Deut­li­che Kri­tik kam hin­ge­gen von den Op­po­si­ti­ons­par­tei­en im Bun­des­tag. Die Grü­nen-Fa­mi­li­en­po­li­ti­ke­rin Fran­zis­ka Brant­ner sag­te dem "Mann­hei­mer Mor­gen", Ga­bri­el be­die­ne die Stamm­ti­sche und ma­che Stim­mung ge­gen Aus­län­der. Ähn­lich äu­ßer­te sich Lin­ken-Frak­ti­ons­vi­ze Jan Kor­te: "Ei­ne So­zi­al­de­mo­kra­tie, die bei Rechts­po­pu­lis­ten ab­guckt, braucht sich nicht wun­dern, wenn sie nur noch bei 20 Pro­zent liegt."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 2. Februar 2017

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