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Lohn­plus und erst­mals Ta­rif­ver­trä­ge bei Han­se­Y­achts

Bei Han­se­Y­achts gibt es erst­mals ei­nen Ta­rif­ver­trag: IG Me­tall und Un­ter­neh­men ei­nig­ten sich auf ei­nen Ab­schluss, von dem Ar­beit­neh­mer und auch Un­ter­neh­men pro­fi­tie­ren wol­len. Bei­de Sei­ten spra­chen von ei­nem "trag­fä­hi­gen Kom­pro­miss"
Münzen, Münzhaufen Was be­inhal­tet der Haus­ta­rif­ver­trag?

15.12.2015. (dpa) - Erst­mals in der Fir­men­ge­schich­te der Greifs­wal­der Han­se­Y­achts AG gibt es ei­nen Ta­rif­ver­trag für die Be­schäf­tig­ten.

IG Me­tall und Un­ter­neh­men ei­nig­ten sich nach elf Mo­na­ten Ver­hand­lung auf ei­nen Haus­ta­rif­ver­trag, der für die 650 Be­schäf­tig­ten in Greifs­wald mehr Geld und mehr Ur­laub be­deu­te­ten.

Da­nach wür­den die Ent­gel­te in den kom­men­den drei Jah­ren stu­fen­wei­se um rund 20 Pro­zent an­ge­ho­ben.

Bis­lang ver­dien­ten Fach­ar­bei­ter in der nied­rigs­ten Stu­fe 9,50 Eu­ro pro St­un­de.

Die Ur­laubs­ta­ge er­hö­hen sich stu­fen­wei­se von 24 auf 28 Ta­ge.

Un­ter­neh­mens­vor­stand Sven Gö­bel be­zeich­ne­te die Ei­ni­gung am Mon­tag als "trag­fä­hi­gen Kom­pro­miss". Ge­werk­schaf­ter Fried­helm Ah­rens nann­te die Un­ter­zeich­nung ei­nen "his­to­ri­schen Mo­ment", da es bis­lang kei­ne trans­pa­ren­ten Ent­gelt­sys­te­me bei Han­se­Y­achts ge­ge­ben ha­be. Der Ta­rif­ab­schluss be­deu­te mehr Trans­pa­renz und Ge­rech­tig­keit.

Von 2016 an ver­dient ein Fach­ar­bei­ter in der un­te­ren Ent­gelt­grup­pe 10,50 Eu­ro pro St­un­de und da­mit zehn Pro­zent mehr. In der obers­ten Ver­dienst­grup­pe mit 21,00 Eu­ro pro St­un­de wer­den es im ers­ten Jahr zwei Eu­ro mehr. In den kom­men­den zwei Jah­ren folgt ein An­stieg um je­weils wei­te­re 5 Pro­zent. Zu­dem er­hal­ten die Mit­ar­bei­ter Ur­laubs- und Weih­nachts­geld.

Das bör­sen­no­tier­te Un­ter­neh­men, das in ei­nem Werk im pol­ni­schen Go­le­niow wei­te­re 400 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt, war mit der welt­wei­ten Wirt­schafts­kri­se ins Sch­lin­gern ge­ra­ten und ver­ord­ne­te sich da­nach ei­nen straf­fen Re­struk­tu­rie­rungs­kurs. In den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren ging das Un­ter­neh­men vor al­lem im Mo­tor­boots­bau auf Wachs­tum, stell­te rund 200 Mit­ar­bei­ter ein und konn­te die jähr­li­chen Ver­lus­te re­du­zie­ren. "Wir wer­den uns in die­sem Ge­schäfts­jahr in Um­satz und Er­geb­nis deut­lich ver­bes­sern", sag­te Gö­bel. Die ge­sam­ten Auf­trags­ein­gän­ge stie­gen im ers­ten Quar­tal 2015/2016 laut Un­ter­neh­mens­mit­tei­lung dem­nach um 20 Pro­zent zum Vor­jah­res­zeit­raum.

Gö­bel sag­te: Die Ent­gel­ter­hö­hun­gen schei­nen zwar auf den ers­ten Blick hoch. Die Re­gi­on ha­be aber seit Wen­de­zei­ten die nied­rigs­ten Löh­ne ge­habt. Zu­dem ste­he Han­se­Y­achts bei der Su­che nach Mit­ar­bei­tern in Kon­kur­renz zu an­de­ren Un­ter­neh­men.

Der Ta­rif­ver­trag bringt auch dem Un­ter­neh­men Vor­tei­le: Da­nach ei­nig­ten sich die Part­ner auf ein Mo­dell zur Ar­beits­zeit­fle­xi­bi­li­sie­rung. In den Haupt­pro­duk­ti­ons­zei­ten im Win­ter kön­nen die Mit­ar­bei­ter nun bis zu 100 Über­stun­den an­sam­meln und spä­ter in der pro­duk­ti­ons­schwä­che­ren Zeit ab­bum­meln.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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