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Lok­füh­rer wol­len wie­der strei­ken - 91 Pro­zent in Ur­ab­stim­mung

Für Bahn­kun­den wird es un­ge­müt­lich: Die Lok­füh­rer ha­ben für wei­te­re Streiks ge­stimmt. An die­sem lan­gen Wo­chen­en­de wol­len sie die Zü­ge aber noch nicht ste­hen las­sen
Lokführer mit Lok 91 % stimm­ten bei der Ur­ab­stim­mung für ei­ne Ar­beits­nie­der­le­gung

03.10.2014. (dpa) - Bei der Deut­schen Bahn wird es vor­aus­sicht­lich schon bald neue Streiks ge­ben.

Die Lok­füh­rer ha­ben ei­ner Ur­ab­stim­mung deut­lich für wei­te­re Ar­beits­kämp­fe ge­stimmt.

Bis ein­schließ­lich Sonn­tag ist aber noch kein Streik zu er­war­ten, sag­te Claus We­sels­ky, der Vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL), am Don­ners­tag in Frank­furt.

"Wir ge­hen ver­ant­wor­tungs­voll mit un­se­rer Streik­macht um. Die Fahr­gäs­te wer­den ge­nug Zeit ha­ben, sich Al­ter­na­ti­ven zu su­chen."

Bei der Ur­ab­stim­mung hat­ten 91 Pro­zent der Teil­neh­mer wei­te­re Ar­beits­kämp­fe ge­bil­ligt. 75 Pro­zent wa­ren not­wen­dig. Nach GDL-An­ga­ben be­tei­lig­ten sich 81 Pro­zent der rund 16 000 Stimm­be­rech­tig­ten. "Wir wer­den nicht so­fort mit mehr­tä­gi­gen Streiks los­schla­gen. Wir wer­den uns Stück für Stück stei­gern", sag­te We­sel­ky.

Die Bahn re­agier­te mit Un­ver­ständ­nis. In der Ta­rif­run­de ha­be es vier An­ge­bo­te ge­ge­ben, sag­te Per­so­nal­vor­stand Ul­rich We­ber. Die GDL müs­se er­klä­ren, war­um sie nicht an den Ver­hand­lungs­tisch kom­me. "Wir kön­nen nur zu Er­geb­nis­sen kom­men, wenn da ein Part­ner ist, mit dem wir spre­chen kön­nen."

We­sels­ky hat­te die Ver­hand­lun­gen ver­gan­ge­ne Wo­che für ge­schei­tert er­klärt. Die Lok­füh­rer for­dern fünf Pro­zent mehr Geld und ei­ne zwei St­un­den kür­ze­re Wo­chen­ar­beits­zeit. Die GDL ver­langt das auch für 17 000 Zug­be­glei­ter, Bord­gas­tro­no­men, Lok­ran­gier­füh­rer, Trai­ner und Dis­po­nen­ten. Sie ri­va­li­siert da­bei mit der grö­ße­ren Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG).

Die Bahn dringt dar­auf, dass die bei­den Ge­werk­schaf­ten zu­min­dest ab­gren­zen, für wel­che Be­rufs­grup­pen sie je­weils zu­stän­dig sind. Sie hofft, dass not­falls das von der Bun­des­re­gie­rung ge­plan­te Ge­setz zur Ta­rif­ein­heit bei­de Ge­werk­schaf­ten zu ei­ner Zu­sam­men­ar­beit zwingt.

We­sels­ky wies der Bahn die Schuld für die Streiks zu: "Um das Ge­setz zur Ta­rif­ein­heit ver­nünf­tig be­grün­den zu kön­nen, zwin­gen uns die Ar­beit­ge­ber zu Ar­beits­kampf­maß­nah­men." Noch am Mitt­woch hat­te die Bahn vor­ge­schla­gen, die Ver­hand­lun­gen aus­zu­set­zen, bis das Ge­setz auf dem Weg sei. Bis da­hin soll­ten die Lok­füh­rer zwei Pro­zent mehr Geld er­hal­ten. Die Bahn bil­ligt der GDL aber nur zu, fe­der­füh­rend für die Lok­füh­rer zu ver­han­deln. Die GDL will am Mon­tag da­zu Stel­lung neh­men.

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Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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