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Lok­füh­rer­streik macht Be­rufs­pend­lern das Le­ben schwer

Tag zwei des Lok­füh­rer­streiks im Per­so­nen­ver­kehr der Deut­schen Bahn: Der Aus­stand der GDL zwingt er­neut Mil­lio­nen Pend­ler zu Um­we­gen. Der Ta­rif­kon­flikt könn­te sich noch aus­deh­nen, denn auch die grö­ße­re Bahn­ge­werk­schaft EVG ist un­zu­frie­den
Streik viele Streikende Wann wird es zu ei­nem Ta­rif­ab­schluss kom­men?

23.04.2015. (dpa) - Der Lok­füh­rer­streik hat vor al­lem Pend­ler in ganz Deutsch­land den zwei­ten Tag in Fol­ge vor Pro­ble­me ge­stellt.

In ei­ni­gen Re­gio­nen wa­ren die Ein­schrän­kun­gen am Don­ners­tag­mor­gen aber nicht so stark wie be­fürch­tet.

In dem Ta­rif­kon­flikt mit der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) zeich­net sich noch kei­ne Lö­sung ab.

Auch in der par­al­lel ge­führ­ten Ta­rif­run­de mit der grö­ße­ren Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) droht es, ernst zu wer­den.

Die EVG ver­schärf­te die Ton­la­ge vor ei­ner wei­te­ren Ver­hand­lungs­run­de am Don­ners­tag.

Die Mit­glie­der der GDL woll­ten am Don­ners­tag­abend (21.00 Uhr) zur Ar­beit zu­rück­keh­ren. Im Gü­ter­ver­kehr wird der Streik erst am Frei­tag­mor­gen (9.00 Uhr) nach ins­ge­samt 66 St­un­den be­en­det.

Wo mög­lich, wi­chen Be­rufs­tä­ti­ge am Mor­gen auf Bus­se, Stra­ßen­bah­nen und U-Bah­nen aus. In den Wa­gen war das Ge­drän­ge in der Haupt­ver­kehrs­zeit noch grö­ßer als sonst. Wer auf das ei­ge­ne Au­to um­stieg, brauch­te in Bal­lungs­zen­tren wie Ber­lin we­gen ver­stopf­ter Stra­ßen deut­lich mehr Zeit bis zum Ar­beits­platz.

Die Bahn woll­te bis zum Ab­schluss des Ar­beits­kamp­fes wei­ter ein Rump­f­an­ge­bot auf­recht­er­hal­ten. Am Mitt­woch hat­te es in den Fern- und Re­gio­nal­zü­gen so­wie in den S-Bah­nen teils noch vie­le freie Plät­ze ge­ge­ben.

Nach dem Er­satz­fahr­plan der Bahn soll­te am Don­ners­tag et­wa je­der drit­te Fern­zug fah­ren. Bei Re­gio­nal­zü­gen war es un­ter­schied­lich: Im Wes­ten soll­ten bis zu 60 Pro­zent, in Ost­deutsch­land we­gen des dort hö­he­ren Or­ga­ni­sa­ti­ons­gra­des der GDL nur 10 bis 15 Pro­zent fah­ren.

Am Mor­gen teil­te die Bahn mit, dass der Er­satz­ver­kehr bun­des­weit "sta­bil an­ge­lau­fen" sei. Auf den Re­gio­nal- wie auf den Fern­stre­cken ha­be man teil­wei­se so­gar mehr Ver­bin­dun­gen an­bie­ten kön­nen - et­wa in Sach­sen, Sach­sen-An­halt, Thü­rin­gen, Ber­lin und Bran­den­burg. Im Fern­ver­kehr wur­den vie­le der Zü­ge ver­län­gert, die trotz Streiks un­ter­wegs wa­ren.

Der frü­he­re GDL-Vor­sit­zen­de Man­fred Schell nann­te die Aus­ein­an­der­set­zung ei­ne "ver­dammt ver­korks­te An­ge­le­gen­heit". Die Aus­sa­gen bei­der Sei­ten sei­en mo­men­tan sehr "wi­der­sprüch­lich und un­durch­schau­bar". Ei­ne Über­ein­kunft kön­ne er sich mo­men­tan nicht vor­stel­len, sag­te Schell im West­deut­schen Rund­funk.

Die EVG dringt auf ei­nen Ta­rif­ab­schluss für ih­re Mit­glie­der bis zum 1. Ju­ni. "Wir er­war­ten vom Ar­beit­ge­ber ein deut­lich ver­bes­ser­tes An­ge­bot", sag­te EVG-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Re­gi­na Rusch-Ziem­ba vor den Ta­rif­ge­sprä­chen. Das bis­lang letz­te An­ge­bot der Bahn im De­zem­ber wa­ren 5 Pro­zent mehr Geld in drei Stu­fen bei ei­ner Ver­trags­lauf­zeit von 30 Mo­na­ten.

Die EVG for­dert 6 Pro­zent, min­des­tens aber 150 Eu­ro mehr pro Mo­nat. "Da­bei ist uns wich­tig, dass wir ei­nen glei­chen, ge­mein­sa­men Ab­schluss für al­le Be­schäf­tig­tem er­zie­len", stel­le Rusch-Ziem­ba mit Blick auf die GDL klar. Soll­te sich die Bahn beim Ent­gelt und an­de­ren Punk­ten ver­wei­gern, sei­en die Kol­le­gen be­reit, für ih­re For­de­run­gen per­sön­lich ein­zu­tre­ten. "Und das be­deu­tet am En­de Streik."

Die GDL be­zeich­net in dem Kon­flikt die Ein­stu­fung der Lok­ran­gier­füh­rer im Ta­rif­ge­fü­ge der Bahn als ent­schei­den­den Punkt. GDL-Chef Claus We­sels­ky kri­ti­siert, dass nach 16 Ta­rif­ver­hand­lungs­run­den seit Som­mer 2014 noch im­mer Er­geb­nis­se in zen­tra­len Fra­gen fehl­ten. Als Bei­spiel nann­te er ei­ne Be­gren­zung der Über­stun­den. Die GDL ver­langt au­ßer­dem fünf Pro­zent mehr Geld und ei­ne St­un­de we­ni­ger Ar­beits­zeit pro Wo­che.

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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