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Luft­han­sa-Flug­be­glei­ter se­hen Sch­lich­tung vor Aus - Streik­dro­hung

Pas­sa­gie­re der Luft­han­sa müs­sen sich im Som­mer er­neut auf Streiks ge­fasst ma­chen: Im Ta­rif­kon­flikt mit dem Ka­bi­nen­per­so­nal droht die Sch­lich­tung zu schei­tern
War­um droht nun doch ein Streik?

13.06.2015. (dpa) - Zu Be­ginn der Som­mer­rei­se­zeit steht bei der Luft­han­sa er­neut ein Streik ins Haus: Im Ta­rif­kon­flikt mit den rund 19 000 Flug­be­glei­tern sieht die Ge­werk­schaft Ufo kaum noch ei­ne Chan­ce für ei­ne er­folg­rei­che Sch­lich­tung und droht dem Un­ter­neh­men schon En­de Ju­ni mit Ar­beits­kämp­fen.

Zwar hat­te die Luft­han­sa Ufo und den Sch­lich­tern am Don­ners­tag ein "deut­lich ver­bes­ser­tes An­ge­bot" zu­ge­sandt, wie die Flug­ge­sell­schaft am Frei­tag in Frank­furt mit­teil­te: "Wir wol­len die Ge­sprä­che fort­set­zen und im Rah­men der Sch­lich­tung zu ei­ner ge­mein­sa­men Lö­sung kom­men."

Dar­in ha­be das Un­ter­neh­men un­ter an­de­rem an­ge­bo­ten, für die Dau­er von drei Jah­ren be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen aus­zu­schlie­ßen und die heu­ti­gen Be­schäf­ti­gungs­be­din­gun­gen fest­zu­schrei­ben.

Doch die Ka­bi­nen­ge­werk­schaft wies die Of­fer­te um­ge­hend als "Rück­schritt" zu­rück.

"Luft­han­sa hat [...] ei­ne Zu­satz­for­de­rung auf­ge­stellt, wel­che die Ver­sor­gung in Sum­me für al­le Mit­ar­bei­ter kür­zen und die Ein­kom­men und Ar­beits­be­din­gun­gen für das Ka­bi­nen­per­so­nal wei­ter dras­tisch ab­sen­ken soll", er­klär­te Ufo am Frei­tag in Mör­fel­den-Wall­dorf.

Die Ge­werk­schaft wer­de nun die Emp­feh­lung der Sch­lich­ter Her­ta Däu­bler-Gme­lin und Fried­rich Merz am 20. Ju­ni ab­war­ten, ste­he dem Luft­han­sa-Vor­stand bis da­hin aber für ernst­haf­te Ge­sprä­che je­der­zeit zur Ver­fü­gung. Da­nach will Ufo ei­ne Er­klä­rungs­frist bis zum 24. Ju­ni ein­hal­ten, be­vor die Flug­be­glei­ter ih­re Ar­beit nie­der­le­gen könn­ten.

Viel Hoff­nung auf ei­ne Ei­ni­gung hat Ufo-Chef Ni­coley Baublies nicht. Die Sch­lich­tung wer­de un­ter den der­zei­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen "al­ler Wahr­schein­lich­keit nach" oh­ne Lö­sung be­en­det wer­den: "Soll­te sich kei­ne dras­ti­sche Ge­samt­ver­än­de­rung ein­stel­len, geht die Ge­werk­schaft da­von aus, dass da­nach Ar­beits­kämp­fe in der Ka­bi­ne not­wen­dig sind." Baublies wirft dem Kon­zern­vor­stand vor, Zu­sa­gen oh­ne Rück­spra­che zu bre­chen, an ei­ner fried­li­chen Lö­sung nicht in­ter­es­siert und auf Ge­sprächs­vor­schlä­ge der Ge­werk­schaft nicht ein­ge­gan­gen zu sein.

Mit Un­ver­ständ­nis re­agier­te die Luft­han­sa auf die­se Aus­sa­gen. "Trotz un­se­rer schwie­ri­gen Wett­be­werbs­be­din­gun­gen wer­den wir über 1000 Ka­bi­nen­mit­ar­bei­tern, die bis­her be­fris­tet be­schäf­tigt wa­ren, ei­ne un­be­fris­te­te An­stel­lung bei Luft­han­sa an­bie­ten", sag­te Luft­han­sa-Per­so­nal­vor­stand Bet­ti­na Vol­kens. Das sei ein deut­li­ches Si­gnal da­für, dass das Un­ter­neh­men die Zu­kunft für das Ka­bi­nen­per­so­nal ge­mein­sam mit dem Ta­rif­part­ner ge­stal­ten wol­le.

Ufo hat­te die Sch­lich­tungs­ge­sprä­che zur Al­ters- und Über­gangs­ver­sor­gung des Luft­han­sa-Ka­bi­nen­per­so­nals nach sechs Run­den für ge­schei­tert er­klärt und ei­nen ab­schlie­ßen­den Spruch von den Sch­lich­tern ver­langt. Zur Be­grün­dung hieß es, Luft­han­sa ha­be in den Ge­sprä­chen un­ter an­de­rem über die Ge­häl­ter und die Be­triebs­ren­ten "aus­schließ­lich Be­ton an­ge­rührt".

Die Sch­lich­ter setz­ten dar­auf­hin ei­ne Nach­frist, in der Luft­han­sa und Ufo ih­re Po­si­tio­nen nach­bes­sern konn­ten. Die Frist en­de­te am Frei­tag (12. Ju­ni) um 12.00 mit­tags. Baublies warn­te: "Wir mei­nen es ernst." Ufo sa­ge dem Kon­zern­vor­stand nun letzt­ma­lig, dass er sich nicht weg­du­cken kön­ne: "Sonst müs­sen an­de­re Kräf­te wal­ten."

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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