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15/316a 900 ge­stri­che­ne Luft­han­sa-Flü­ge tref­fen fast 100 000 Pas­sa­gie­re

Im Ta­rif­kon­flikt bei Luft­han­sa tref­fen sich die Streit­häh­ne er­neut vor Ge­richt. Der Kon­zern will den Flug­be­glei­tern ih­ren Ar­beits­kampf in Düs­sel­dorf ver­bie­ten las­sen: Doch klar ist auch: Zehn­tau­sen­de Flug­gäs­te kön­nen ih­ren ge­buch­te Ver­bin­dung nicht nut­zen
Wer­den die Flug­be­glei­ter ihr Streik­ziel er­rei­chen?

11.11.2015. (dpa) - Der ver­schärf­te Streik der Flug­be­glei­ter bei der Luft­han­sa trifft am Mitt­woch fast 100 000 Pas­sa­gie­re. Die Air­line strich am fünf­ten Tag des längs­ten Ar­beits­kamp­fes in der Un­ter­neh­mens­ge­schich­te weit mehr als 900 Flü­ge an den Flug­hä­fen Frank­furt, Mün­chen und Düs­sel­dorf. «Da­mit ge­hen wir lei­der in den Tag», sag­te ein Un­ter­neh­mens­spre­cher am Mor­gen. Der Kon­zern war in der Nacht vor dem Ar­beits­ge­richt Darm­stadt mit ei­nem An­trag auf einst­wei­li­ge Ver­fü­gung ge­schei­tert, den Streik in Frank­furt und Mün­chen ver­bie­ten zu las­sen. Die Flug­be­glei­ter-Ge­werk­schaft Ufo ha­be das Streik­ziel hin­rei­chend be­stimmt, so die Rich­ter.

In Düs­sel­dorf in­des er­klär­te das Ar­beits­ge­richt den Streik am dor­ti­gen Air­port für rechts­wid­rig. Die Ge­werk­schaft ha­be ih­re Streik­zie­le nicht hin­rei­chend be­stimmt for­mu­liert. Auch hier hat­te die Luft­han­sa ei­ne einst­wei­li­ge Ver­fü­gung ein­ge­reicht. Die Ent­schei­dung be­zog sich aber nur auf den Diens­tag und den Stand­ort Düs­sel­dorf. Luft­han­sa leg­te dar­auf­hin in Düs­sel­dorf ei­nen wei­te­ren An­trag auf ei­ne einst­wei­li­ge Ver­fü­gung nach, der die Streik­dro­hung bis ein­schließ­lich Frei­tag ins Vi­sier nimmt. Ver­han­delt wird dar­über von 14.00 Uhr an.

Wie es für die Kun­den am Don­ners­tag wei­ter­ge­he, wer­de im Lau­fe des Ta­ges ent­schie­den, sag­te der Un­ter­neh­mens­spre­cher. Die Air­line ver­su­che, ih­ren Kun­den «mög­lichst früh­zei­tig zu sa­gen, was sie zu er­war­ten ha­ben». Am frü­hen Mor­gen sei aber noch nicht ab­zu­se­hen, wie die La­ge sich ent­wick­le.

Die Ar­beit­neh­mer­sei­te zeig­te sich vor Ge­richt in Darm­stadt nur zu ei­nem Spit­zen­ge­spräch be­reit, wenn Luft­han­sa der Ge­werk­schaft er­kenn­bar ent­ge­gen­kom­me. «Wir müss­ten sonst un­se­ren Kol­le­gen er­klä­ren, war­um wir jetzt, oh­ne dass sich was be­wegt, in ein Spit­zen­ge­spräch ge­hen», be­ton­te Ufo-Chef Ni­coley Baublies.

Der Kon­zern hat­te den rund 19 000 Flug­be­glei­tern der Kern­ge­sell­schaft Luft­han­sa am Mon­tag ei­ne hö­he­re Ein­mal­zah­lung für die­ses Jahr und ei­nen frü­he­ren Ein­stieg in den Vor­ru­he­stand an­ge­bo­ten. Zu­gleich wies Vor­stands­mit­glied Karl Ul­rich Gar­nadt dar­auf hin, dass bei stei­gen­den Kos­ten Stre­cken auf um­kämpf­ten Märk­ten über­prüft wer­den müss­ten. Dies wird von Ufo als Dro­hung mit Job­ab­bau auf­ge­fasst. Die Ge­werk­schaft ver­langt die Über­gangs­ren­ten auch für Neu­ein­stel­lun­gen und hält zu­dem die zu­grun­de ge­leg­te Ver­zin­sung des an­ge­spar­ten Ka­pi­tals für zu nied­rig.

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Letzte Überarbeitung: 26. April 2016

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