HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/292

Luft­han­sa-Pi­lo­ten kün­di­gen er­neu­ten Streik an - Zeit­punkt un­klar

Erst im April hat­te der schärfs­te Streik in der Un­ter­neh­mens­ge­schich­te die Luft­han­sa hart ge­trof­fen: Kein hal­bes Jahr spä­ter er­klä­ren die Pi­lo­ten sich wie­der be­reit zum Ar­beits­kampf. Star­ten kann er "ab so­fort"
Streik sechs Streikende Wann wer­den die Pi­lo­ten ih­re Ar­beit nie­der­le­gen?

23.08.2014. (dpa) - Luft­han­sa-Pas­sa­gie­re müs­sen er­neut mit mas­si­ven Pi­lo­ten-Streiks rech­nen.

Mit­ten in der Fe­ri­en­zeit kün­dig­te die Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) am Frei­tag­abend ei­nen Aus­stand an, mit des­sen Be­ginn "ab so­fort" ge­rech­net wer­den müs­se.

Hin­ter­grund ist ein Streit über die Über­gangs­ren­te für die Pi­lo­ten.

Des­halb hat­te es be­reits im April mas­si­ve Flug­aus­fäl­le ge­ge­ben.

Cock­pit er­klär­te die Ver­hand­lun­gen am Frei­tag­abend in ei­ner Mit­tei­lung für ge­schei­tert. Die ge­nau­en Streik­ter­mi­ne will die Ge­werk­schaft vor­ab be­kannt­ge­ben - und zwar so recht­zei­tig, dass kein Pas­sa­gier un­ge­warnt am Flug­steig ste­hen müs­se, wie Spre­cher Jörg Hand­werg der dpa sag­te. Nä­he­re De­tails woll­te er nicht nen­nen.

Im April hat­te der schärfs­te Streik in der Luft­han­sa-Ge­schich­te zu rund 3800 Flug­aus­fäl­len ge­führt, be­trof­fen wa­ren an den drei Ta­gen 425 000 Flug­gäs­te. In dem Kon­flikt geht es um hö­he­re Ge­häl­ter und die Über­gangs­ren­ten für die 5400 Pi­lo­ten bei Luft­han­sa, Ger­manwings und Luft­han­sa Car­go.

Nach den Streiks hat­ten bei­de Sei­ten die Ver­hand­lun­gen wie­der auf­ge­nom­men - hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren und mit Hil­fe ei­nes Mo­de­ra­tors. Doch die Luft­han­sa ha­be ih­re "weit­rei­chen­den For­de­run­gen" auf­recht­er­hal­ten, die nicht ak­zep­ta­ble Ein­schnit­te in die Ver­sor­gung der Pi­lo­ten be­deu­ten wür­den, er­klär­te Cock­pit nun.

Von der Luft­han­sa kam Kri­tik. "Wir be­dau­ern die Ent­schei­dung der Ver­ei­ni­gung Cock­pit sehr, die Ver­hand­lun­gen für ge­schei­tert zu er­klä­ren und Ar­beits­kampf­maß­nah­men an­zu­kün­di­gen. Die­se Ent­schei­dung ist in kei­ner Art und Wei­se nach­voll­zieh­bar", teil­te das Un­ter­neh­men mit. Die Luft­han­sa sei je­der­zeit ge­sprächs­be­reit und wol­le die Ver­hand­lun­gen fort­set­zen. Das Un­ter­neh­men er­klär­te, in dem Streit auch be­reits ver­bes­ser­te Vor­schlä­ge un­ter­brei­tet zu ha­ben.

Cock­pit-Spre­cher Hand­werg sag­te der dpa, die Luft­han­sa müs­se "ein kon­kre­tes und ver­hand­lungs­fä­hi­ges An­ge­bot" vor­le­gen, um die Streiks noch ab­zu­wen­den. "Das muss end­lich mal er­fol­gen. Das ist bis­her nicht ge­sche­hen."

VC-Prä­si­dent Il­ja Schulz sag­te, die Pi­lo­ten hät­ten Kom­pro­miss­be­reit­schaft si­gna­li­siert. "Um in Ver­hand­lun­gen zu Lö­sun­gen zu kom­men, müs­sen das aber bei­de Sei­ten wol­len. Wir wer­den uns nun wei­ter ge­gen den Kahl­schlag weh­ren, den das Un­ter­neh­men plant." Un­an­nehm­lich­kei­ten für die Kun­den be­daue­re die VC.

Im April hat­te die Air­line mit rund 190 frei­wil­li­gen Pi­lo­ten in­klu­si­ve rund 100 Ma­na­gern mit Pi­lo­ten­schein rund zehn Pro­zent des üb­li­chen An­ge­bots auf­recht­er­hal­ten. Der Kon­zern be­zif­fer­te da­mals den wirt­schaft­li­chen Scha­den durch den Streik auf ei­nen ho­hen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag. Auch die Flug­hä­fen Mün­chen und Frank­furt spra­chen von Ein­bu­ßen in Mil­lio­nen­hö­he.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. März 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de