HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/298

Flug­be­glei­ter der Luft­han­sa er­neut im Streik

Flug­be­glei­ter strei­ken in Ber­lin, Frank­furt und Mün­chen
Ste­war­des­sen blei­ben am Bo­den
04.09.2012 (dpa) - Wie­der müs­sen Pas­sa­gie­re der Luft­han­sa um ih­re Flü­ge ban­gen. In Ber­lin-Te­gel leg­ten die Flug­be­glei­ter am Diens­tag um 5.00 Uhr ih­re Ar­beit nie­der, ei­ne St­un­de spä­ter auch am Dreh­kreuz Frank­furt. Acht St­un­den sol­len die Aus­stän­de dau­ern. Die bis­lang längs­te Streik­ak­ti­on be­ginnt um 13.00 Uhr in Mün­chen; sie soll bis Mit­ter­nacht dau­ern.

Am Abend hat­te die Ge­werk­schaft zu­nächst Ber­lin und Frank­furt im Ab­stand von ei­ner St­un­de be­kannt­ge­ge­ben; der Münch­ner Streik wur­de am Mor­gen an­ge­kün­digt. "Uns fehlt je­des Ver­ständ­nis da­für, dass man sich hier über die Nacht so aus­tobt auf dem Rü­cken der Flug­gäs­te. Das ist das al­les nicht mehr lus­tig", sag­te Luft­han­sa-Spre­cher Mi­cha­el Lam­ber­ty der Nach­rich­ten­agen­tur dpa in der Nacht zum Diens­tag.

Zum En­de ver­gan­ge­ner Wo­che hat­ten die Flug­be­glei­ter in ei­ner ers­ten Wel­le für acht St­un­den schon ein­mal in Frank­furt die Ar­beit nie­der­ge­legt und da­mit Deutsch­lands größ­ten Flug­ha­fen teil­wei­se lahm­ge­legt. Auch am Diens­tag kann Luft­han­sa die Per­so­nal­eng­päs­se nicht aus­glei­chen und muss zahl­rei­che Flü­ge strei­chen. Et­wa die Hälf­te al­ler Kurz- und Mit­tel­stre­cken­flü­ge und so­gar ei­ni­ge Lang­stre­cken­flü­ge müs­se die Air­line in der Zeit der Aus­stän­de an­nul­lie­ren, sag­te ein Spre­cher am Diens­tag­mor­gen.

Soll­te das Un­ter­neh­men nach der zwei­ten Streik­wel­le am Diens­tag bei sei­ner "ar­ro­gan­ten Li­nie" blei­ben, mach­ten wei­te­re Na­del­sti­che vor­aus­sicht­lich kei­nen Sinn mehr, sag­te Ge­werk­schafts­chef Ni­coley Baublies der Nach­rich­ten­agen­tur dpa. Am Mitt­woch sei ein flä­chen­de­cken­der Streik aber noch "un­rea­lis­tisch" und we­gen der zu er­war­ten­den Aus­wir­kun­gen der zwei­ten Streik­wel­le vom Diens­tag auch nicht not­wen­dig. "Am Mitt­woch wird noch ge­nug Cha­os herr­schen", sag­te der Ufo-Chef. Man wol­le der Luft­han­sa zu­dem auch Zeit für ei­ne Re­ak­ti­on ein­räu­men.

Cars­ten Sp­ohr aus dem Vor­stand der Luft­han­sa stell­te sich am Mon­tag ge­mein­sam mit dem Pas­sa­ge-Per­so­nal­chef Pe­ter Ger­ber der Dis­kus­si­on mit den Flug­be­glei­tern bei ei­ner Ver­samm­lung in Frank­furt, wie ein Spre­cher be­rich­te­te. Ufo hat­te zu­vor ein "Ab­tau­chen" des Vor­stands be­klagt.

Schon vor der ge­staf­fel­ten Strei­kan­kün­di­gung in der Nacht zum Diens­tag hat­te Luft­han­sa-Spre­cher An­dre­as Bar­tels die Ufo-Streik­tak­tik als "sehr flug­gast­feind­lich" kri­ti­siert. Das kur­ze Zeit­fens­ter von sechs St­un­den las­se der Ge­sell­schaft kaum ei­ne Chan­ce, die Pas­sa­gie­re recht­zei­tig zu in­for­mie­ren. Ufo sieht da­ge­gen ei­ne kurz­fris­ti­ge Strei­kan­kün­di­gung der­zeit als ein­zi­ges Mit­tel im Ar­beits­kampf mit der Luft­han­sa. "Wir be­dau­ern das na­tür­lich aufs Äu­ßers­te, dass un­se­re Flug­gäs­te dar­un­ter lei­den", sag­te Ufo-Spre­cher Alex­an­der Beh­rens der Nach­rich­ten­agen­tur dpa. "Nur ist es für uns in un­se­rer Si­tua­ti­on die ein­zi­ge Mög­lich­keit, die wir ha­ben."

Die Ge­werk­schaft Ufo hat in den seit 13 Mo­na­ten an­dau­ern­den Ver­hand­lun­gen nach drei Jah­ren Null­run­den ne­ben fünf Pro­zent hö­he­ren Ent­gel­ten un­ter an­de­rem das En­de der Leih­ar­beit und Schutz ge­gen die Aus­la­ge­rung von Jobs ver­langt. Luft­han­sa plant hin­ge­gen mit­tel­fris­ti­ge Ein­spa­run­gen bei den Per­so­nal­kos­ten und will da­für un­ter an­de­rem die Be­för­de­rungs­stu­fen stre­cken. Luft­han­sa be­schäf­tigt nach ei­ge­nen An­ga­ben rund 18.000 Flug­be­glei­ter, Ufo spricht hin­ge­gen von 19.400 Ar­beit­neh­mern. Das Un­ter­neh­men bie­tet bis­her 3,5 Pro­zent mehr Ge­halt so­wie den Ver­zicht auf Leih­ar­beit und be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen. An den Plä­nen zu ei­ner in­ter­nen Bil­lig­li­nie hält die Luft­han­sa aber fest.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de