HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/325

«Job-Gip­fel» statt Streiks - Luft­han­sa lädt Ge­werk­schaf­ten ein

Die Luft­han­sa hat sich in ih­ren Ver­hand­lun­gen mit drei Ge­werk­schaf­ten fest­ge­fah­ren: Nach 14 Streiks der Pi­lo­ten und der Flug­be­glei­ter ver­sucht das Ma­nage­ment nun, die Be­tei­lig­ten an ei­nen Tisch zu ho­len
Fluggast und Pilot auf dem Rollfeld Wird der "Job-Gip­fel" Er­folg ha­ben?

20.11.2015. (dpa) - Nach dem hef­tigs­ten Streik in ih­rer Ge­schich­te ver­sucht die Luft­han­sa, mit ih­ren Ge­werk­schaf­ten wie­der ins Ge­spräch zu kom­men. Der Un­ter­neh­mens­vor­stand hat die Ge­werk­schaf­ten Ver­di, Ufo und Ver­ei­ni­gung Cock­pit zu ei­nem «Job-Gip­fel» ein­ge­la­den, bei dem es um die The­men Ver­sor­gung, Ar­beits­platz­per­spek­ti­ven und Ar­beits­platz­si­cher­heit ge­hen soll. Das Ge­spräch mit dem ge­sam­ten Vor­stand kön­ne im An­schluss an die Auf­sichts­rats­sit­zung vom 2. De­zem­ber statt­fin­den, er­klär­te das Un­ter­neh­men am Don­ners­tag.

Die Re­ak­ti­on der Ge­werk­schaf­ten fiel un­ter­schied­lich aus. Ufo und die Pi­lo­ten­ge­werk­schaft VC mo­nier­ten, dass sie zu­nächst über die Pres­se von dem Vor­schlag ge­hört hät­ten. «Wenn uns et­was vor­liegt, wer­den wir dar­über ent­schei­den», sag­te ein VC-Spre­cher.

Man müs­se um­fas­send über sämt­li­che Pro­ble­me des Un­ter­neh­mens spre­chen, mein­te Ufo-Chef Ni­coley Baublies, der in der ver­gan­ge­nen Wo­che den sie­ben­tä­gi­gen Streik der Flug­be­glei­ter an­ge­führt hat­te. Der Vor­stand sei ge­ra­de da­bei, den Kon­zern und die Un­ter­neh­mens­kul­tur zu zer­stö­ren. Ei­ne ein­ge­eng­te Ta­ges­ord­nung las­se er sich da­her nicht vor­schrei­ben. «Wir las­sen uns nicht auf be­stimm­te The­men vor­fest­le­gen.» Denn das hie­ße, dass über den Rest nicht ge­spro­chen wer­den kön­ne.

Ein sol­ches Zu­sam­men­tref­fen sei «längst über­fäl­lig», er­klär­te hin­ge­gen Ver­di-Bun­des­vor­stands­mit­glied Chris­ti­ne Beh­le. Die Vi­ze-Vor­sit­zen­de des Luft­han­sa-Auf­sichts­ra­tes hat­te ei­nen Run­den Tisch zur Fra­ge der Be­triebs­ren­ten selbst ins Ge­spräch ge­bracht. Es müs­se dar­um ge­hen, die Pro­ble­me der Luft­han­sa und de­ren Be­deu­tung für die Be­schäf­tig­ten zu ana­ly­sie­ren und ge­mein­sa­me Lö­sun­gen zu be­ra­ten. «In den letz­ten Jah­ren gab es ein­sa­me Un­ter­neh­mens­ent­schei­dun­gen, da­bei sind die Be­schäf­tig­ten nicht mit­ge­nom­men wor­den. (...) Wer ei­nen Kon­zern­um­bau in­iti­iert, muss die Be­schäf­tig­ten mit­neh­men», er­klär­te die Ge­werk­schaf­te­rin.

Luft­han­sa-Chef Cars­ten Sp­ohr treibt ei­nen grund­le­gen­den Um­bau des Luft­ver­kehrs­kon­zerns vor­an, was un­ter an­de­rem ei­nen schnel­len Aus­bau der Bil­lig­platt­form Eu­ro­wings be­inhal­tet. Spa­ren will er un­ter an­de­rem bei den Be­schäf­tig­ten der zu­letzt schrump­fen­den Kern­ge­sell­schaft Luft­han­sa. Der Kon­zern hat da­her un­ter an­de­rem die Ta­rif­ver­trä­ge zu den Be­triebs- und Über­gangs­ren­ten ge­kün­digt. In ge­trenn­ten Ver­hand­lun­gen zu den ver­schie­de­nen Be­rufs­grup­pen ist es mit kei­ner der drei Ge­werk­schaf­ten bis­lang zu ei­nem Ab­schluss ge­kom­men. Statt­des­sen ha­ben die Pi­lo­ten be­reits 13 Mal ge­streikt und die Flug­be­glei­ter ei­ne gan­ze Wo­che lang.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. Juli 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de