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Luft­han­sa will Zins­ga­ran­tie für Be­triebs­ren­te strei­chen

Die Luft­han­sa zieht we­gen der his­to­risch nied­ri­gen Zin­sen die Not­brem­se: Sie will die Al­ters­ver­sor­gung um­bau­en. Für die Mit­ar­bei­ter kann dies im schlech­tes­ten Fall we­ni­ger Be­triebs­ren­te be­deu­ten als er­hofft.
Fluggast und Pilot auf dem Rollfeld Luft­han­sa möch­te ih­re Be­triebs­ren­te um­stel­len

03.09.2013. (dpa) - Die Luft­han­sa tritt an­ge­sichts his­to­risch nied­ri­ger Zin­sen bei der Al­ters­ver­sor­gung auf die Brem­se: Die Flug­ge­sell­schaft will ih­ren In­lands-Mit­ar­bei­tern kei­ne fes­te Zin­sen bei der Be­triebs­ren­te mehr ga­ran­tie­ren.

Den be­ste­hen­den Ta­rif­ver­trag aus dem Jahr 1994, bei dem ein Satz zwi­schen sechs und sie­ben Pro­zent zu­grun­de­ge­legt wur­de, will die Luft­han­sa zum Jah­res­en­de kün­di­gen.

Durch die Zins­ga­ran­tie und die stei­gen­de Le­bens­er­war­tung sei die Be­las­tung für die Luft­han­sa in den letz­ten Jah­ren stän­dig ge­stie­gen, er­läu­ter­te Pe­ter Ger­ber, Mit­glied des Pas­sa­ge­vor­stands am Mon­tag in Frank­furt.

Die Ge­werk­schaf­ten re­agier­ten ver­är­gert.

Nach den Plä­nen von Luft­han­sa sol­len die rund 60 000 Be­schäf­tig­ten im In­land das Ka­pi­tal­markt­ri­si­ko künf­tig selbst tra­gen. Wenn die Zin­sen stei­gen, fällt die Al­ters­ver­sor­gung hö­her aus, bei nied­ri­ge­ren Zin­sen ent­spre­chend ge­rin­ger. Das Geld, das die Mit­ar­bei­ter in die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung ein­be­zahlt ha­ben, be­kä­men sie auf je­den Fall her­aus, sag­te Ger­ber.

Flug­be­glei­ter kön­nen nach sei­nen An­ga­ben bis­her mit ei­ner durch­schnitt­li­chen Zu­satz­ren­te von knapp 1000 Eu­ro mo­nat­lich rech­nen, Ka­pi­tä­ne mit et­was mehr als 4000 Eu­ro.

Oh­ne ei­ne neue Ver­ein­ba­rung mit den Ge­werk­schaf­ten wer­de es kei­ne Än­de­rung bei der Al­ters­ver­sor­gung für die der­zeit Be­schäf­tig­ten ge­ben, al­ler­dings auch kei­ne Re­ge­lung für Neu­ein­stel­lun­gen, sag­te Ger­ber. Die bi­lan­zi­el­len Be­las­tun­gen für die Al­ters­ver­sor­gung be­zif­fer­te er für das ver­gan­ge­ne Jahr auf knapp 260 Mil­lio­nen Eu­ro. Die Auf­wen­dun­gen bei der Luft­han­sa sei­en zwei bis drei Mal so hoch wie im Schnitt der Dax-Kon­zer­ne.

Die Pi­lo­ten­ver­ei­ni­gung Cock­pit be­zeich­ne­te die Plä­ne als nicht nach­voll­zieh­bar. "Das Un­ter­neh­men ver­sucht, sich aus der Ver­ant­wor­tung zu steh­len", sag­te ein Cock­pit-Spre­cher. Die Al­ters­ver­sor­gung sei nicht teu­rer ge­wor­den. Die Flug­be­glei­ter-Ge­werk­schaft Ufo be­ton­te, die Luft­han­sa ha­be den Be­schäf­tig­ten be­reits im Zu­ge des Spar­pro­gramms "Sco­re" Zu­ge­ständ­nis­se ab­ver­langt.

Ver­di sprach von ei­nem schwie­ri­gen Si­gnal für die Be­schäf­tig­ten. Es wä­re bes­ser, wenn die Luft­han­sa vor ei­ner Kün­di­gung mit den Ge­werk­schaf­ten spre­chen wür­de, sag­te ei­ne Spre­che­rin.

Kri­tik üb­te Ufo auch an dem Plan, die Über­gangs­ver­sor­gung für Ka­pi­tä­ne und Flug­be­glei­ter zu kün­di­gen, die vor Er­rei­chen des ge­setz­li­chen Ren­ten­al­ters in den Ru­he­stand ge­hen.

Durch ei­ne Ent­schei­dung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs, wo­nach die bis­he­ri­ge Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren für das Flug­per­so­nal un­wirk­sam ist, sei die Rechts­grund­la­ge ent­fal­len, sag­te Ger­ber. Luft­han­sa wol­le Mit­ar­bei­tern aber auch künf­tig den frü­he­ren Aus­stieg aus dem Be­rufs­le­ben er­öff­nen, be­ton­te Ger­ber.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 13. Januar 2015

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