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MAN-Fa­brik in Salz­git­ter wird zu Tei­le­werk um­ge­baut - Jobs blei­ben

Ne­ben den MAN-Wer­ken in Steyr und Mün­chen lief auch in der Fa­brik in Salz­git­ter zu­letzt im­mer wie­der Kurz­ar­beit. Die VW-Toch­ter hat­te 2014 rund 14 Pro­zent Ab­satz- und 10 Pro­zent Um­satz­mi­nus hin­neh­men müs­sen: Nun gibt es ge­wich­ti­ge Neu­ig­kei­ten für den Stand­ort Salz­git­ter
Fließband, Automobilindustrie, Montage Was än­dert sich in der MAN-Fa­brik?

25.06.2015. (dpa) - Der VW-Kon­zern gibt sei­nem kri­seln­den MAN-Werk in Salz­git­ter ei­ne lang­fris­ti­ge Zu­kunfts­per­spek­ti­ve und baut die Fa­brik da­für merk­lich um.

Die Re­form soll oh­ne Stel­len­ver­lus­te ab­lau­fen, wie die Deut­sche Pres­se-Agen­tur am Mitt­woch aus Krei­sen des Lkw- und Bus­her­stel­lers MAN er­fuhr.

Das Un­ter­neh­men teil­te mit, dass MAN-weit 1800 Jobs ge­stri­chen wer­den, je­doch oh­ne be­triebs­be­dingt zu kün­di­gen.

Mit 1400 Stel­len soll vor al­lem die Ver­wal­tung schrump­fen.

Kern des Um­baus der Fa­brik mit ih­ren 2550 Mit­ar­bei­tern ist ei­ner­seits der Ver­lust der Pro­duk­ti­on von Lkw und Bus-Fahr­ge­stel­len, die teils ins Münch­ner Schwes­ter­werk geht. Da­für er­hält Salz­git­ter an­de­rer­seits als Aus­gleich den Zu­schlag für Auf­ga­ben, die das Werk nun teil­wei­se auch für die kon­zern­wei­te Nutz­fahr­zeugal­li­anz aus MAN und Sca­nia leis­ten wird - dar­un­ter der mar­ken­über­grei­fen­de Bau je­ner Ach­sen, die kei­ne Ver­bin­dung mit dem Ge­trie­be ha­ben. Auch die MAN-wei­te Lo­gis­tik für die Er­satz­tei­le läuft künf­tig kom­plett über das Werk Salz­git­ter.

Die Neu­auf­stel­lung der nie­der­säch­si­schen Fa­brik ist ein Puz­zle­teil in der lau­fen­den Ver­zah­nung der zwei Nutz­wa­gen­töch­ter MAN aus Mün­chen und Sca­nia aus Schwe­den. Die Skan­di­na­vi­er wa­ren erst vor rund ei­nem Jahr kom­plett un­ter das VW-Kon­zerndach ge­fah­ren, was den Weg für ei­ne Al­li­anz aus ei­nem Guss frei­mach­te. Lang­fris­tig will Volks­wa­gen vor­bei an Daim­ler zum Welt­markt­füh­rer in der Nutz­fahr­zeug­welt auf­stei­gen.

Sca­nia wird, wie er­war­tet, künf­tig für MAN die Ge­trie­be fer­ti­gen. Die teu­ren Herz­stü­cke der Fahr­zeu­ge sind ein gro­ßer Kos­ten­fak­tor. Die Ge­trie­be­ko­ope­ra­ti­on soll ab 2016 bis zu 500 Mil­lio­nen Eu­ro spa­ren - ge­rech­net über den mehr­jäh­ri­gen Zeit­raum der Ge­trie­be­ge­ne­ra­ti­on.

Die Ge­trie­be­auf­be­rei­tung für MAN, die als preis­wer­te­re Al­ter­na­ti­ve zum Ge­trie­be­aus­tausch gilt, läuft dem­nächst über das Werk Salz­git­ter. Wie es aus den MAN-Krei­sen wei­ter hieß, wird für die Fa­brik au­ßer­dem ge­prüft, ob die Pro­duk­ti­on wei­te­rer Bau­tei­le in­fra­ge kommt, die bis­her noch über ex­ter­ne Zu­lie­fe­rer kom­men. Der Um­bau am Stand­ort soll nicht mit har­ten Schnit­ten ab­lau­fen, son­dern Zug um Zug. Da­bei sei zu er­war­ten, dass ei­ni­ge Mit­ar­bei­ter Auf­ga­ben­ge­bie­te wech­seln.

In der Fa­brik rol­len bis­her die Lkw-Bau­rei­hen MAN TGS und TGX von den Bän­dern. Die zu­dem in Salz­git­ter ge­bau­ten Bus-Chas­sis bil­den die Ba­sis für Kun­den, die auf die Fahr­ge­stel­le den Rest der Fahr­zeu­ge erst noch drauf­sat­teln - ei­ne gän­gi­ge Ar­beits­tei­lung in der Bran­che.

Die nicht mit dem Ge­trie­be ver­bun­de­nen Ach­sen pro­du­ziert das Werk in Salz­git­ter in klei­ne­rer Zahl auch schon heu­te, eben­so wie Kur­bel­wel­len für Mo­to­ren, die dem Stand­ort auch er­hal­ten blei­ben.

Mit dem 2014 ge­glück­ten voll­stän­di­gen Durch­griff auf Sca­nia traut sich VW Ein­spa­run­gen von ins­ge­samt jähr­lich min­des­tens 650 Mil­lio­nen Eu­ro zu. Das soll aber erst in den nächs­ten 10 bis 15 Jah­ren er­reicht sein. Nutz­fahr­zeug­mo­del­le ha­ben weit län­ge­re Pro­dukt­zy­klen als die Pkw-Welt - ganz ein­fach, weil ih­re ge­rin­ge­re Stück­zahl die Kos­ten in der For­schung und Ent­wick­lung über län­ge­re Zeit ein­spie­len muss.

IG Me­tall-Be­zirks­lei­ter Hart­mut Mei­ne lob­te die Wei­chen­stel­lung für Salz­git­ter. "Be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen sind durch den jetzt ver­ein­bar­ten Um­bau des MAN-Stand­or­tes vom Tisch. Nie­mand wird sei­nen Ar­beits­platz ver­lie­ren. Die Zahl der Ar­beits­plät­ze bleibt er­hal­ten."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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