HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/194

Je­des drit­te Kind in MV von Ar­mut be­droht - Lin­ke star­tet Kam­pa­gne

Kin­der­ar­mut ist in Meck­len­burg-Vor­pom­mern nach Ein­schät­zung der Lin­ken ein Rie­sen-Pro­blem, das im­mer noch zu we­nig ge­se­hen wird: Nun star­tet die Par­tei ei­ne Kam­pa­gne un­ter Be­tei­li­gung von Lan­des-Pro­mi­nenz
Kinder verschiedener Hautfarbe Wie soll die Kin­der­ar­mut be­kämpft wer­den?

29.05.2014. (dpa) - Im ein­kom­mens­schwa­chen Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist Kin­der­ar­mut ein Pro­blem, das Tau­sen­de be­trifft.

So leb­ten 2012 ein Drit­tel al­ler Kin­der und Ju­gend­li­chen in MV in Fa­mi­li­en, die we­ni­ger als 60 Pro­zent des mitt­le­ren Ein­kom­mens in Deutsch­land ha­ben.

Das geht aus ei­ner Stu­die des ge­werk­schafts­na­hes Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaft­li­chen In­sti­tuts (WSI) her­vor, die im Ja­nu­ar in Düs­sel­dorf ver­öf­fent­licht wor­den ist.

Die­ser Wert gilt als Schwel­le zum Ar­muts­ri­si­ko.

Die Lin­ke will das Pro­blem in die­sem Som­mer ins Licht rü­cken, wie ihr Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der im Land­tag, Hel­mut Hol­ter, an­kün­dig­te. Da­zu sei ei­ne Kam­pa­gne zwi­schen den bei­den Kin­der­ta­gen, dem tra­di­tio­nell vor al­lem im Os­ten be­gan­ge­nen In­ter­na­tio­na­len Kin­der­tag am 1. Ju­ni und dem UN-Welt­kin­der­tag am 20. Sep­tem­ber, ge­plant. Die Kam­pa­gne star­tet am Frei­tag im größ­ten Plat­ten­bau­ge­biet Schwe­rins, dem Gro­ßen Dreesch.

"Das The­ma Kin­der­ar­mut ist zu we­nig in der Öf­fent­lich­keit", kri­ti­sier­te Hol­ter. Für die Kam­pa­gne ha­be sei­ne Par­tei 100 Per­sön­lich­kei­ten als Un­ter­stüt­zer ge­won­nen. Da­zu ge­hör­ten der Ros­to­cker Zoo­di­rek­tor Udo Na­gel, der Ros­to­cker IHK-Prä­si­dent Claus Mad­sen und der Vor­sit­zen­de des Ver­eins Deut­sche Kin­der­hil­fe, Rai­ner Be­cker. Zu­dem sei ei­ne Fach­kon­fe­renz zur Kin­der­ar­mut mit Wis­sen­schaft­lern und Fach­leu­ten der Kin­der- und Ju­gend­hil­fe ge­plant.

Hol­ter for­der­te mehr An­stren­gun­gen der Re­gie­run­gen in Schwe­rin und Ber­lin ge­gen Kin­der­ar­mut. Das Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket sei zwar ein gu­ter Bei­trag. Es pa­cke das Übel aber nicht an der Wur­zel. "Wir brau­chen ei­ne ak­ti­ve Ar­beits­markt­po­li­tik, da­mit die El­tern nicht von Hartz IV le­ben müs­sen, son­dern Ar­beit über ei­nen öf­fent­lich ge­för­der­ten Ar­beits­markt oder in re­gu­lä­ren Jobs be­kom­men", sag­te Hol­ter. Vom Bund for­der­te der Po­li­ti­ker, die Re­gel­sät­ze für Fa­mi­li­en mit Kin­dern deut­lich zu er­hö­hen.

Nach An­sicht von Lan­des­so­zi­al­mi­nis­te­rin Bir­git Hes­se (SPD) kann Kin­der­ar­mut vor al­lem mit bun­des­po­li­ti­schen Mit­teln be­kämpft wer­den. Da­zu ge­hör­ten der Min­dest­lohn so­wie mehr Geld für Ki­tas, Schu­len und Hoch­schu­len, aber auch die stär­ke­re Be­kämp­fung der Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit. Das hat­te Hes­se jüngst im Land­tag ge­sagt. Meck­len­burg-Vor­pom­mern ver­su­che zu­dem in Ko­ope­ra­ti­on mit der Bun­des­agen­tur für Ar­beit, über spe­zi­el­le Pro­gram­me lang­zeit­ar­beits­lo­se El­tern in re­gu­lä­re Jobs zu brin­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 27. Oktober 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de