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Mar­bur­ger Bund kri­ti­siert Kos­ten­druck in Kran­ken­häu­sern

Geht es im Kran­ken­haus vor­ran­gig um das Wohl der Pa­ti­en­ten? Oder in ers­ter Li­nie um die Bi­lan­zen? Die Ärz­te­ge­werk­schaft Mar­bur­ger Bund be­klagt ein "Dik­tat der Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung"
Krankenhaus Wel­che Fol­gen hat das Fall­pau­scha­len­sys­tem?

23.05.2016. (dpa) - Der Kos­ten­druck im Ge­sund­heits­we­sen zwingt Me­di­zi­ner nach An­sicht der Ärz­te­ge­werk­schaft Mar­bur­ger Bund da­zu, Ent­schei­dun­gen nicht mehr aus­schließ­lich am Wohl der Pa­ti­en­ten aus­zu­rich­ten.

Zwölf Jah­re nach der Ein­füh­rung des so­ge­nann­ten Fall­pau­scha­len­sys­tems als Ab­rech­nungs­grund­la­ge in den Kran­ken­häu­sern sei­en des­sen ne­ga­ti­ve Fol­gen zu se­hen, teil­te der Mar­bur­ger Bund am Sonn­tag in Ham­burg im Vor­feld des 119. Ärz­te­tags mit.

Die­ses Sys­tem, das et­wa An­rei­ze zur Stei­ge­rung der Fall­zah­len set­ze, dür­fe nicht län­ger al­lei­ni­ge Ab­rech­nungs­grund­la­ge sein.

Un­ter dem Dik­tat der Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung wer­de die per­sön­li­che Zu­wen­dung zum Pa­ti­en­ten als "idea­lis­ti­sche Wunsch­vor­stel­lung" ba­ga­tel­li­siert, hieß es. Die Haupt­ver­samm­lung der Ärz­te­ge­werk­schaft for­der­te den Ge­setz­ge­ber auf, sich zur Si­cher­stel­lung der flä­chen­de­cken­den und be­darfs­ge­rech­ten sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung als ei­ner staat­li­chen Pflicht­auf­ga­be zu be­ken­nen. Da­zu ge­hö­re die Kran­ken­haus­pla­nung so­wie de­ren Fi­nan­zie­rung.

Die Ärz­te­ge­werk­schaft lehnt zu­dem ei­ne "Land­arzt­quo­te" im Aus­wahl­ver­fah­ren für das Me­di­zin­stu­di­um ab. Das Ver­fah­ren müs­se völ­lig un­ab­hän­gig von Ver­sor­gungs­ge­sichts­punk­ten sein, hieß es. In der De­bat­te um die ge­plan­te Re­form des Me­di­zin­stu­di­ums dür­fe der Fo­kus nicht aus­schließ­lich auf die land­ärzt­li­che Ver­sor­gung ge­legt wer­den: "Je­de Form von Zwang wird nicht zu dem vom Ge­setz­ge­ber ge­wünsch­ten Er­geb­nis füh­ren." Bei der Land­arzt­quo­te han­delt es sich um den Vor­schlag, an­ge­hen­den Me­di­zin­stu­den­ten, die sich ver­pflich­ten, spä­ter ei­ne ge­wis­se Zeit lang in länd­li­chen Re­gio­nen mit Ärz­te­man­gel zu prak­ti­zie­ren, be­vor­zugt ei­nen Stu­di­en­platz zu ge­ben.

Zie­le der Re­form müss­ten ei­ne Ver­bes­se­rung der ärzt­li­chen Aus­bil­dung und ei­ne kurz­fris­ti­ge Er­hö­hung der Stu­di­en­platz­ka­pa­zi­tä­ten um min­des­tens zehn Pro­zent sein, er­klär­te der Mar­bur­ger Bund. Das Me­di­zin­stu­di­um müs­se sich mehr am spä­te­ren All­tag in den Kli­ni­ken und Ein­rich­tun­gen der am­bu­lan­ten Ver­sor­gung aus­rich­ten. Die Stu­den­ten müss­ten von Be­ginn an mit Pa­ti­en­ten und rea­len Be­hand­lungs­ge­sche­hen in Be­rüh­rung kom­men, for­der­te die Ärz­te­ge­werk­schaft.

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Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2016

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