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16/304a Mil­lio­nen ar­bei­ten auf Ab­ruf - vor al­lem Ge­ring­qua­li­fi­zier­te

Gas­tro­no­mie und Han­del bil­den die un­rühm­li­che Spit­ze: Hier ist Ar­beit auf Ab­ruf be­son­ders ver­brei­tet. Die Re­geln sind we­nig ar­beit­neh­mer­freund­lich - und wer­den oft noch un­ter­lau­fen
Handy und Autoschlüssel Was er­gab die Un­ter­su­chung?

27.09.2016. (dpa) - Mil­lio­nen Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land ar­bei­ten auf Ab­ruf.

Da­bei hängt der Ein­satz der Be­schäf­tig­ten vom je­wei­li­gen Be­darf der Un­ter­neh­men ab.

Bis zu 1,9 Mil­lio­nen Ar­beit­neh­mer ge­hen ei­ner der­ar­ti­gen Be­schäf­ti­gung nach, wie ei­ne am Mon­tag in Ber­lin ver­öf­fent­lich­te Stu­die des Deut­schen Ge­werk­schafts­bunds (DGB) zeigt.

Zu­erst hat­te die "Saar­brü­cker Zei­tung" dar­über be­rich­tet.

Der DGB for­dert die Ab­schaf­fung die­ser vor al­lem in der Gas­tro­no­mie ver­brei­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis­se.

Laut DGB-Stu­die ar­bei­ten al­lein in der Gas­tro­no­mie min­des­tens zwölf Pro­zent der Be­schäf­tig­ten auf die­se Wei­se. Auch in an­de­ren Dienst­leis­tungs­be­rei­chen und im Han­del ar­bei­te­ten vie­le Be­schäf­tig­te in va­ria­blen Ar­beits­zei­ten, die am Kun­den­auf­kom­men ori­en­tiert sei­en.

Be­son­ders bei Mi­ni­jobs, bei Ge­ring­qua­li­fi­zier­ten und bei Mi­gran­ten ist Ar­beit auf Ab­ruf ver­brei­tet. Klei­ne und mitt­le­re Be­trie­be grei­fen öf­ter auf die Ar­beits­form zu­rück.

Dem Be­richt zu­fol­ge ist der Be­schäf­tig­te zum Bei­spiel nur dann zur Ar­beits­leis­tung ver­pflich­tet, wenn der Ar­beit­ge­ber ihn min­des­tens vier Ta­ge im Vor­aus über sei­nen Ein­satz in­for­miert. Laut DGB-Stu­die wird aber je­der Drit­te erst am sel­ben Tag kon­tak­tiert und ein wei­te­res Drit­tel ein bis drei Ta­ge im Vor­aus.

Oben­drein könn­ten sich die Be­trie­be der Ent­gelt­fort­zah­lung bei Krank­heit und Ur­laub re­la­tiv leicht ent­zie­hen, "in­dem sie die Ar­beit an die­sen Ta­gen ein­fach nicht ab­ru­fen", heißt es in der Un­ter­su­chung. Das Pro­blem sei, dass die Be­weis­last in die­sen Fäl­len beim Be­schäf­tig­ten liegt. Er selbst müs­se nach­wei­sen, dass der Ab­ruf al­lei­ne aus Grün­den der Krank­heit oder des Ur­laubs nicht statt­ge­fun­den hat. Zu­gleich müss­ten Be­trof­fe­ne mit schwan­ken­den und da­mit we­nig plan­ba­ren Ein­kom­men le­ben.

"Bei Ar­beit auf Ab­ruf wird das wirt­schaft­li­che Ri­si­ko der Be­trie­be voll auf die Be­schäf­tig­ten ver­la­gert. Da­mit muss Schluss sein", for­der­te DGB-Vor­stand An­ne­lie Bun­ten­bach. Ver­läss­li­che und plan­ba­re Ar­beits­zei­ten müss­ten ge­ra­de auch bei Teil­zeit­ar­beit mög­lich sein. "Al­le Be­schäf­tig­ten brau­chen mehr Schutz vor ein­sei­ti­ger be­triebs­be­ding­ter Fle­xi­bi­li­sie­rung", sag­te Bun­ten­bach. Die Ar­beit­neh­mer müss­ten statt­des­sen ih­re Ar­beits­zei­ten stär­ker ih­rem per­sön­li­chen Be­darf an­pas­sen kön­nen. Ge­re­gelt wer­den die Jobs im Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 1. Oktober 2016

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