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Neu­es Ge­setz zum Min­dest­lohn in Ham­burg

Scholz: Ham­bur­ger Min­dest­l­ohn­ge­setz ist gut aus­ge­dacht
Pünkt­lich vor der Bun­des­tags­wahl kommt der Min­dest­lohn in ei­ni­gen Bun­des­län­dern

29.11.2012 (dpa/lno) - Ham­burgs Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz hält das ge­plan­te Min­dest­l­ohn­ge­setz in der Han­se­stadt für bei­spiel­haft. "Ich glau­be, es ist ein sehr ver­nünf­ti­ges, gut aus­ge­dach­tes Ge­setz, das sehr wohl die Per­spek­ti­ve hat, das wir bald mög­li­cher­wei­se ei­ne all­ge­mei­ne Re­ge­lung für ganz Deutsch­land ha­ben", sag­te der SPD-Po­li­ti­ker am Mitt­woch in der Bür­ger­schaft. Es lie­ge für die Be­ra­tun­gen nun ein Ge­setz vor, in dem das ge­re­gelt wer­de, was Ham­burg selbst ma­chen kön­ne.

In der Vor­wo­che hat­te der SPD-Se­nat be­schlos­sen, dass Ar­beit­neh­mer künf­tig ei­nen St­un­den­lohn von min­des­tens 8,50 EUR er­hal­ten, wenn sie für ei­ne Toch­ter­ge­sell­schaft der Frei­en und Han­se­stadt Ham­burg ar­bei­ten. Auch al­le Auf­trag­neh­mer und Zu­wen­dungs­emp­fän­ger der Stadt müs­sen sich ver­pflich­ten, die­sen Min­dest­lohn zu zah­len. Mit die­sem Ge­setz kön­ne man ei­ner gan­zen Rei­he von Ar­beit­neh­mern hel­fen, ein wür­di­ge­res, den Mo­ral­vor­stel­lun­gen un­se­rer Ge­sell­schaft ent­spre­chen­des Le­ben füh­ren zu kön­nen, sag­te Scholz. Ham­burg soll nach Bre­men als zwei­tes Bun­des­land ein Min­dest­l­ohn­ge­setz be­kom­men.

Der frü­he­re Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter be­kräf­tig­te, dass im Fal­le ei­nes Macht­wech­sels nach der Bun­des­tags­wahl 2013 ein ge­setz­lich fest­ge­leg­ter Min­dest­lohn bun­des­weit kom­men wer­de. "Spä­tes­tens nach dem Sep­tem­ber des nächs­ten Jah­res wird es auch in Deutsch­land ein all­ge­mei­nes Ge­setz ge­ben", sag­te Scholz. Frü­her ha­be nie­mand über Min­dest­löh­ne nach­ge­dacht, "weil letzt­end­lich der Min­dest­lohn im­mer das Er­geb­nis ei­nes gut ver­han­del­ten Ta­rif­ver­trags war. Aber die­se Zei­ten ha­ben sich ge­än­dert, und des­halb ist es not­wen­dig, dass wir da­zu bei­tra­gen, dass es ei­ne Min­dest­ab­si­che­rung gibt."

Die Lin­ken-Frak­ti­ons­che­fin Do­ra Heyenn warf Scholz in der De­bat­te Heu­che­lei vor: "Wenn Sie nicht als Ar­chi­tekt der Agen­da 2010 Nied­rig­löh­ne und Leih­ar­beit ein­ge­führt hät­ten, bräuch­ten wir über Min­dest­löh­ne heu­te gar nicht zu re­den", sag­te sie zu Scholz. Der wirt­schafts­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Frak­ti­on, Tho­mas-Sön­ke Kluth, kri­ti­sier­te ei­ne "PR-Show" des SPD-Se­nats: "Denn die Bür­ger­schaft hat das Min­dest­lohn-Ge­setz noch nicht mal be­ra­ten und be­schlos­sen, da fei­ert sich die SPD schon selbst in ei­ner Ak­tu­el­len St­un­de."

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Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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