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ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/024

Min­dest­lohn-Stu­die: 50.000 Bil­lig­jobs in re­gu­lä­re Stel­len um­ge­wan­delt

Die ei­nen hat­ten mas­si­ve Job­ver­lus­te be­fürch­tet, an­de­re kräf­ti­ge Im­pul­se für die Be­schäf­ti­gung er­hofft: Jetzt le­gen Ar­beits­markt­for­scher erst­mals ei­ne Zwi­schen­bi­lanz zur Ein­füh­rung des Min­dest­lohns vor
Private Putzfrau Wel­che Er­kennt­nis­se ha­ben die Ar­beits­markt­for­scher?

21.01.2016. (dpa) - Mit der Ein­füh­rung des Min­dest­lohns sind nach Er­kennt­nis­sen von Ar­beits­markt­for­schern zum Jah­res­be­ginn 2015 mehr als 40.000 Bil­lig­jobs dau­er­haft weg­ge­fal­len.

Rund 50.000 wur­den da­ge­gen in re­gu­lä­re Ar­beits­plät­ze um­ge­wan­delt, wie aus ei­ner im In­ter­net ver­öf­fent­lich­ten ak­tu­el­len Stu­die des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB) her­vor­geht.

Man­che Kon­junk­tur­for­scher hat­ten we­gen des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns von 8,50 pro St­un­de mit weit grö­ße­ren Job­ver­lus­ten ge­rech­net.

Die Denk­fa­brik der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) hat da­bei zu­nächst nur die Ent­wick­lung im ers­ten hal­ben Jahr un­ter­sucht.

"Wie die mit­tel- und lang­fris­ti­gen Ef­fek­te des Min­dest­lohns auf dem Ar­beits­markt aus­se­hen, kön­nen wir im Mo­ment noch nicht se­hen", räum­te IAB-Pro­jekt­lei­ter Phil­ipp vom Ber­ge ein.

Nach Er­kennt­nis­sen der Nürn­ber­ger Ar­beits­markt­for­scher sank die Zahl der ge­ring­fü­gig ent­lohn­ten Män­ner und Frau­en von De­zem­ber 2014 auf Ja­nu­ar 2015 um 456.620. Der Rück­gang fiel da­mit um 102.000 Be­schäf­tig­te grö­ßer aus als im Ver­gleichs­zeit­raum 2013/2014. Die For­scher füh­ren dies im We­sent­li­chen auf die Ein­füh­rung des Min­dest­lohns zum Jah­res­an­fang 2015 zu­rück. Auch die knapp 52.000 neu ge­schaf­fe­nen Stel­len mit So­zi­al­ver­si­che­rungs­pflicht sei­en of­fen­sicht­lich ei­ne Re­ak­ti­on der Be­trie­be auf die Min­dest­lohn­re­ge­lung.

Den di­rek­ten Zu­sam­men­hang zwi­schen Min­dest­lohn und der Schaf­fung re­gu­lä­rer Ar­beits­plät­ze ver­deut­licht nach Ein­schät­zung der For­scher vor al­lem der Blick auf ein­zel­ne Bran­chen. So sei rund die Hälf­te der im Ver­kauf weg­ge­fal­le­nen Bil­lig­jobs in re­gu­lä­re Ar­beits­plät­ze um­ge­wan­delt wor­den. Ähn­lich sei die Ent­wick­lung bei Spe­di­tio­nen und Ku­rier­diens­ten, im Ta­xi­ge­wer­be, bei Rei­ni­gungs­be­ru­fen und im Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be ver­lau­fen. Die an­de­re Hälf­te der bis­her ge­ring­fü­gig ent­lohn­ten Jobs hät­ten die Be­trie­be in den meis­ten der ge­nann­ten Bran­chen al­ler­dings ge­stri­chen.

Die Hoff­nung der Min­dest­lohn­be­für­wor­ter, die An­he­bung der Lohn­un­ter­gren­ze auf 8,50 Eu­ro wer­de zu ei­nem star­ken Rück­gang der Hartz-IV-Auf­sto­cker füh­ren, hat sich nach IAB-Er­kennt­nis­sen zu­nächst nicht be­stä­tigt. Die Zahl der Auf­sto­cker sei im Ja­nu­ar 2015 zwar ge­sun­ken, al­ler­dings nur leicht, be­rich­te­te Stu­di­en­lei­ter vom Ber­ge. Zu­gleich ha­be es aber auch kei­nen star­ken An­stieg von Hartz-IV-Be­zie­hern ge­ge­ben. Min­dest­l­ohn­geg­ner hat­ten mas­sen­haf­te Job­ver­lus­te im Nied­rig­lohn-Be­reich be­fürch­tet.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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