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Mi­nis­ter er­war­tet Zu­wachs von Job­su­chern aus Bul­ga­ri­en und Ru­mä­ni­en

Ab 2014 dür­fen Ru­mä­nen und Bul­ga­ren un­ein­ge­schränkt in der EU auf Job­su­che ge­hen: Wirt­schafts­mi­nis­ter Lies rech­net mit ei­ner deut­li­chen Zu­nah­me an Zu­wan­de­rern nach Nie­der­sach­sen
Fünf Arbeitnehmer War­um könn­te es Zu­wan­de­rer nach Nie­der­sach­sen zie­hen?

24.08.2013. (dpa) - Nie­der­sach­sen wird vom kom­men­den Jahr an nach An­sicht von Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD) ein be­vor­zug­tes Ziel für ar­beits­su­chen­de Zu­wan­de­rer aus Bul­ga­ri­en und Ru­mä­ni­en.

"We­gen der schlech­ten Ar­beits­markt­si­tua­tio­nen in bei­den Län­dern und der Wirt­schafts­kri­se in Ita­li­en und Spa­ni­en bin ich fest da­von über­zeugt, dass Deutsch­land und ins­be­son­de­re Nie­der­sach­sen mit ei­nem er­heb­li­chen Zu­wachs rech­nen muss", sag­te der SPD-Po­li­ti­ker der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Han­no­ver.

Bis­lang ist Nie­der­sach­sen kein pri­mä­res Ziel von ru­mä­ni­schen und bul­ga­ri­schen Be­schäf­tig­ten. Die meis­ten ar­bei­ten in Bay­ern (30,5 Pro­zent) und Ba­den-Würt­tem­berg (21,9 Pro­zent) - in Nie­der­sach­sen sind es nur 6,5 Pro­zent.

Hin­ter­grund für die er­war­te­te Zu­nah­me, die auch in ei­ner ak­tu­el­len Stu­die des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung pro­gnos­ti­ziert wird, ist die un­ein­ge­schränk­te Öff­nung des deut­schen Ar­beits­mark­tes für Bul­ga­ren und Ru­mä­nen ab 2014.

Die Stu­die geht da­von aus, dass je nach wirt­schaft­li­cher La­ge in Sü­d­eu­ro­pa un­ter dem Strich zwi­schen 100 000 und 180 000 zu­sätz­li­che Zu­wan­de­rer nach Deutsch­land kom­men könn­ten. 2012 hat­te der Sal­do aus Zu- und Fort­zü­gen noch bei 71 000 ge­le­gen. "Ich ge­he da­von aus, dass die Zu­wan­de­rung noch deut­lich hö­her sein wird", sag­te Lies.

Ar­beits­su­chen­de aus den zwei jun­gen EU-Staa­ten kom­men zwi­schen Harz und Küs­te be­son­ders häu­fig in der Land­wirt­schaft, Ho­tels und Gast­stät­ten oder der Zeit­ar­beit un­ter. So ar­bei­ten in der Agrar- und Forst­wirt­schaft so­wie der Fi­sche­rei nur 1,3 Pro­zent al­ler Be­schäf­ti­gen in Nie­der­sach­sen, in der Grup­pe der bul­ga­ri­schen und ru­mä­ni­schen Ar­beits­mi­gran­ten aber gut 13 Pro­zent.

Ins­be­son­de­re in den Bran­chen Er­näh­rung, Agrar, Rei­ni­gung und Bau ist nach An­sicht von Mi­nis­ter Lies mit ei­ner ho­hen Zahl an Ar­beits­su­chen­den zu rech­nen. "Das sind al­les Fel­der, die für Nie­der­sach­sen be­son­ders wich­tig sind", sag­te er. "Ich fin­de, dass die­ses The­ma den Druck auf ei­nen ge­setz­li­chen bran­chen­un­ab­hän­gi­gen Min­dest­lohn noch ein­mal in­ten­siv er­höht, da­mit die Ar­beits­markt­mi­gra­ti­on, die wir er­le­ben wer­den, nicht da­zu führt, dass sie nur im Nied­rig­lohn­be­reich statt­fin­det."

Ziel müs­se es auch blei­ben, Flä­chen­ta­rif­ver­trä­ge für al­le Be­schäf­tig­ten zu ha­ben - egal, ob sie aus Ru­mä­ni­en, Bul­ga­ri­en, den an­de­ren EU-Län­dern oder aus Deutsch­land kom­men. Nur wenn Zu­wan­de­rer ord­nungs­ge­mäß be­zahlt wür­den, ge­be es auf dem deut­schen Ar­beits­markt kei­ne Ver­drän­gungs­ef­fek­te.

Lies sieht in der mög­li­chen Zu­nah­me an Zu­wan­de­rern auch die Chan­ce, dem Fach­kräf­te­man­gel in ei­ni­gen Bran­chen zu be­geg­nen. "Die Ar­beits­be­din­gun­gen und Ver­dienst­mög­lich­kei­ten in Bul­ga­ri­en und Ru­mä­ni­en sind so schlecht, dass es dort kei­ne Per­spek­ti­ven gibt", sag­te er. Da­mit sich die Fach­kräf­te auch län­ger­fris­tig in Deutsch­land nie­der­lie­ßen, brau­che es nicht nur ei­ne Ar­beits­markt­in­te­gra­ti­on, son­dern auch ei­ne so­zia­le In­te­gra­ti­on.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 31. Dezember 2014

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