HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 16/202

Mit­ar­bei­ter bei Nord­zu­cker im Warn­streik

Sü­ßes oder Sau­res? Die Mit­ar­bei­ter der Zu­cker­in­dus­trie wol­len mehr Lohn: Doch die Bran­che steht vor gro­ßen Ver­än­de­run­gen und die Ar­beit­ge­ber re­agie­ren zö­ger­lich. Bald steht die vier­te Ta­rif­run­de an
Sind die For­de­run­gen ver­hält­nis­mä­ßig?

28.06.2016. (dpa) - Mit­ar­bei­ter von Eu­ro­pas zweit­größ­tem Zu­cker­pro­du­zen­ten Nord­zu­cker ha­ben vor­über­ge­hend die Ar­beit nie­der­ge­legt, um Druck in den lau­fen­den Ta­rif­ver­hand­lun­gen zu ma­chen.

Vor der Fir­men­zen­tra­le in Braun­schweig ka­men am Mon­tag rund 200 Be­schäf­tig­te aus dem Werk in Klein Wanz­le­ben in Sach­sen-An­halt so­wie den nie­der­säch­si­schen Stand­or­ten in Clau­en, Sch­la­den, Nordstem­men, Uel­zen und Braun­schweig zu ei­nem Warn­streik zu­sam­men.

Da­zu hat­te die Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten (NGG) auf­ge­ru­fen.

Drei Ver­hand­lungs­run­den hat­ten bis­lang kein Er­geb­nis ge­bracht. Am Don­ners­tag kom­men Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer in Han­no­ver er­neut zu­sam­men. Die Ge­werk­schaft for­dert für die Be­schäf­tig­ten der Zu­cker­in­dus­trie 4,5 Pro­zent mehr Lohn über ein Jahr. Die Ar­beit­ge­ber ha­ben ei­ne Er­hö­hung von 1,4 Pro­zent in die­sem und wei­te­re 1,4 Pro­zent im kom­men­den Jahr an­ge­bo­ten.

Das An­ge­bot sei "lä­cher­lich", er­klär­te Man­fred Tes­s­mann, Ge­schäfts­füh­rer der NGG Süd-Ost-Nie­der­sach­sen. "Es war so un­ter­ir­disch schlecht, dass die Ar­beit­ge­ber nun über ih­ren Schat­ten sprin­gen müs­sen", sag­te er. Sonst müss­ten sie da­mit rech­nen, dass die rund 1300 Mit­ar­bei­ter von Nord­zu­cker in Deutsch­land auch zur Er­öff­nung der Zu­cker­rü­ben-Kam­pa­gne im Sep­tem­ber die Ar­beit nie­der­le­gen.

Die Aus­ein­an­der­set­zun­gen tref­fen den Kon­zern in ei­ner schwie­ri­gen La­ge. Nord­zu­cker spürt ei­ne welt­wei­te Über­pro­duk­ti­on und ho­he Be­stän­de in­ner­halb der EU. Im Ge­schäfts­jahr 2015/2016 hat­te sich das Un­ter­neh­men nur über­ra­schend in den schwar­zen Zah­len ge­hal­ten.

Hin­zu kommt die an­ste­hen­de Li­be­ra­li­sie­rung der Zu­cker­bran­che. Ab 2017 ent­fal­len die bis­her von der EU ver­ord­ne­ten Ver­mark­tungs­quo­ten für die Zu­cker­un­ter­neh­men und der Min­dest­preis, den Land­wir­te für ih­re Rü­ben er­hal­ten. Oh­ne Quo­ten wird der Kon­kur­renz­druck für die Her­stel­ler viel grö­ßer. Der Fall der Markt­ord­nung wird Ex­per­ten zu­fol­ge zu ei­nem Ver­drän­gungs­wett­be­werb füh­ren.

Die For­de­rung von 4,5 Pro­zent mehr Lohn sei vor die­sem Hin­ter­grund ver­ant­wor­tungs­be­wusst ge­wählt, sag­te der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de Die­ter Woisch­ke. Die Be­schäf­tig­ten for­der­ten schließ­lich nicht 6 Pro­zent. "Noch fährt Nord­zu­cker Ge­win­ne ein - und des­halb wol­len wir ei­nen ganz klei­nen Teil da­von ha­ben."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 23. August 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de