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Gro­ßer Nach­hol­be­darf beim Schutz von Mit­ar­bei­tern vor Er­schöp­fung

Die ste­ti­ge Ver­dich­tung der Ar­beit be­las­tet die Be­schäf­tig­ten: Im­mer mehr Mit­ar­bei­ter mel­den sich we­gen Er­schöp­fung krank. Das Lan­des­amt für Ge­sund­heit und So­zia­les in Ros­tock will ge­gen­steu­ern
Wie ge­fähr­det sind die Be­schäf­tig­ten?

26.12.2015. (dpa) - An­ge­sichts ste­tig stei­gen­der Zah­len von Krank­mel­dun­gen durch Er­schöp­fung oder an­de­rer psy­chi­scher Er­kran­kun­gen hat das Lan­des­amt für Ge­sund­heit und So­zia­les (La­gus) die Ar­beit­ge­ber zu ver­stärk­ter Auf­merk­sam­keit auf­ge­ru­fen.

"Ein gro­ßer Teil der Fir­men hat kei­ne Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung - schon gar nicht zum The­ma Psy­che, ob­wohl das ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben ist", sag­te La­gus-Di­rek­tor Hei­ko Will der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

"Oh­ne das ge­ziel­te An­schau­en der Ar­beits­plät­ze und der Be­din­gun­gen ist nicht zu ver­hin­dern, dass ein Ar­beit­neh­mer in die Ge­fähr­dung hin­ein­rutscht."

Das La­gus, das am 1. Ja­nu­ar zehn Jah­re alt wird, ist obers­te Ar­beits­schutz­be­hör­de im Land.

Als ers­te Be­hör­de im Land hat nun das La­gus ei­nen Fra­ge­bo­gen zur Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung vor­ge­legt. "Wir kön­nen sehr kon­kret auf die mög­li­cher­wei­se bis­lang ver­bor­ge­nen Be­dürf­nis­se der Mit­ar­bei­ter ein­ge­hen, wir kom­men raus aus der Bla-Bla-Zo­ne", sag­te Will. Auch im La­gus sei die Ar­beits­ver­dich­tung zu spü­ren. Seit 2005 ist die Zahl der Mit­ar­bei­ter von 729 auf nun­mehr 469 ge­sun­ken. Die­ser Pro­zess wer­de sich wei­ter fort­set­zen. Der Krank­heits­stand im La­gus lie­ge im Schnitt bei zehn Pro­zent.

"Die psy­chi­sche Ge­fähr­dungs­be­ur­tei­lung ist seit die­sem De­zem­ber Ge­gen­stand des jähr­li­chen Per­so­nal­füh­rungs­ge­sprächs", er­klär­te die La­gus-Ar­beits­psy­cho­lo­gin Ma­ria Hei­de. An­hand von klar struk­tu­rier­ten Vor­ga­ben wie Ar­beits­auf­ga­be und -or­ga­ni­sa­ti­on, so­zia­le Be­zie­hun­gen und Ar­beits­um­ge­bung kön­nen mög­li­che Be­las­tun­gen er­kannt wer­den. Dar­aus könn­ten sich ge­mein­sa­me Ent­schei­dun­gen zur Ver­rin­ge­rung der Be­las­tung ab­lei­ten las­sen. Ers­te Vor­be­hal­te ge­gen­über dem Kon­zept und den Be­ur­tei­lungs­ge­sprä­chen konn­ten da­durch be­sei­tigt wer­den, dass sich die Fra­gen aus­schließ­lich auf die Tä­tig­keit und nicht auf die Per­sön­lich­keit der Mit­ar­bei­ter be­zie­hen, sag­te Hei­de.

In ei­ner Stress-Stu­die der Kran­ken­kas­se TK hat­ten zwei Drit­tel der Be­rufs­tä­ti­gen an­ge­ge­ben, dass ihr Le­ben un­ter an­de­rem we­gen der ra­san­ten Ver­än­de­rung der Ar­beits­welt stres­si­ger ge­wor­den ist. "Dank mo­bi­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­schwim­men die Gren­zen zwi­schen Ar­beit und Frei­zeit. Fa­mi­lie und Be­ruf in Ein­klang zu brin­gen, fällt vie­len schwer", sag­te Ma­non Aus­te­n­at-Wied, TK-Che­fin im Nord­os­ten. Psy­chi­sche Er­kran­kun­gen sei­en mitt­ler­wei­le die zweit­häu­figs­ten Grün­de für Krank­schrei­bun­gen nach Krank­hei­ten des Mus­kel-Ske­lett-Sys­tems.

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Letzte Überarbeitung: 4. November 2016

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