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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/268

Nach­wuchs­man­gel in der Bau­bran­che

Haupt­ver­band der Deut­schen Bau­in­dus­trie klagt über dro­hen­den Nach­wuchs- und Fach­kräf­te­man­gel: Fach­leu­te rech­nen mit wei­te­rem Um­satz­wachs­tum im Bau­haupt­ge­wer­be
Polier, der zwei Bauarbeitern mit ausgestrecktem Arm Arbeit zuweist Die Bau­bran­che: Bes­ser als ihr Ruf

02.08.2012. (dpa) Die deut­sche Bau­bran­che ist über den dro­hen­den Nach­wuchs- und Fach­kräf­te­man­gel alar­miert. Sie will da­her künf­tig auch Schul­ab­bre­chern oder Lehr­stel­len­be­wer­bern mit schlech­te­ren No­ten ei­ne Chan­ce ge­ben.

"Viel­leicht hat je­mand kei­nen Schul­ab­schluss, ver­fügt aber trotz­dem über er­heb­li­che ma­nu­el­le Fer­tig­kei­ten", sag­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Haupt­ver­ban­des der Deut­schen Bau­in­dus­trie, Mi­cha­el Knip­per, am Don­ners­tag in Nürn­berg. Be­reits 2011 ha­be je­des drit­te Bau­un­ter­neh­men sei­ne Lehr­stel­len nicht be­set­zen kön­nen, weil es an Be­wer­bern da­für ge­fehlt ha­be.

Im Rah­men ei­ner ver­stärk­ten Nach­wuchs­wer­bung will der Ver­band un­ter an­de­rem das Bild von an­geb­lich un­at­trak­ti­ven Bau­be­ru­fen kor­ri­gie­ren. Ju­gend­li­che, die noch nicht die er­for­der­li­che Aus­bil­dungs­rei­fe mit­bräch­ten, sol­len in Be­rufs­bil­dungs­zen­tren der Bran­che ver­stärkt für ei­ne Bau­leh­re fit ge­macht wer­den, kün­dig­te der Ver­bands­chef an. Die aus­bil­den­den Fir­men soll­ten zur Lö­sung des Nach­wuchs­pro­blems bei­tra­gen, in­dem sie Lehr­lin­ge wäh­rend der Aus­bil­dung stär­ker un­ter­stütz­ten. Der­zeit bricht fast je­der vier­te Azu­bi sei­ne Bau­leh­re im ers­ten Aus­bil­dungs­jahr ab.

Fach­kräf­te­man­gel be­fürch­tet die Bran­che über kurz oder lang auch bei Ar­chi­tek­ten und Bau­in­ge­nieu­ren. "Wir bräuch­ten im Jahr et­wa 4.500 Bau­in­ge­nieu­re. Pro Jahr be­en­den aber le­dig­lich 3.000 bis 3.500 ihr Stu­di­um", be­rich­te­te Knip­per. Auch hier sei die Ab­bre­cher­quo­te viel zu hoch. Ein Grund sei die teils pra­xis­fer­ne In­ge­nieur-Aus­bil­dung an den Hoch­schu­len. So wür­den Stu­den­ten be­reits im Grund­stu­di­um in ei­nem Um­fang mit Ma­the­ma­tik kon­fron­tiert, das spä­ter nur be­stimm­te Spe­zia­lis­ten be­nö­tig­ten. "Wir brau­chen statt­des­sen uni­ver­sell aus­ge­bil­de­te Bau­in­ge­nieu­re für die Pra­xis", un­ter­strich Knip­per.

Ein Be­schäf­ti­gungs­ab­bau wie et­wa zwi­schen den Jah­ren 1995 und 2005, als sich die Zahl der Bau­be­schäf­tig­ten hal­biert hat­te, droht nach Knip­pers Ein­schät­zung nicht mehr. Die Schrump­fung der Bran­che sei ab­ge­schlos­sen, in­zwi­schen stei­ge so­gar wie­der die Zahl der Be­schäf­tig­ten. Der­zeit pro­fi­tie­re die Bran­che vor al­lem von der Flucht vie­ler Bun­des­bür­ger in Sach­wer­te, et­wa Im­mo­bi­li­en. Auch der Wirt­schafts­bau flo­rie­re noch. Da­her er­war­tet das Bau­haupt­ge­wer­be nach Knip­pers An­ga­ben für die­ses Jahr ei­ne Um­satz­stei­ge­rung von rund vier Pro­zent - nach zehn Pro­zent im Jahr 2011. "Mit­tel- und lang­fris­tig wird sich das Wachs­tum der Bran­che bei ein bis zwei Pro­zent ein­pen­deln", pro­gnos­ti­zier­te Knip­per.

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Letzte Überarbeitung: 30. Dezember 2013

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