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Nah­les: Ar­beits­lo­sen­zah­len wer­den durch Flücht­lin­ge deut­lich stei­gen

Die Wirt­schaft setzt gro­ße Hoff­nun­gen auf die nach Deutsch­land kom­men­den Flücht­lin­ge. Sie sol­len hel­fen, den Fach­kräf­te­man­gel zu be­he­ben: Doch so rasch wird das nicht ge­hen, sag­te Ar­beits­mi­nis­te­rin Nah­les vor­aus
In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt

24.10.2015. (dpa) - Die be­ruf­li­che In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge in Deutsch­land wird nach Ein­schät­zung von Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les ein lang­wie­ri­ger Pro­zess. «Wir krie­gen das hin, aber nicht über Nacht», sag­te die SPD-Po­li­ti­ke­rin der «Pas­sau­er Neu­en Pres­se» (Sams­tag). «Für gut qua­li­fi­zier­te Flücht­lin­ge wird es wie ein Mit­tel­stre­cken­lauf sein, für al­le an­de­ren eher ein Ma­ra­thon.»

Der Arzt aus Sy­ri­en sei nicht der Re­gel­fall. «Wir soll­ten nicht den­ken, dass wir je­den oh­ne grö­ße­re An­stren­gun­gen gleich in­te­grie­ren kön­nen. Es wird län­ger dau­ern, als uns lieb ist.» Bis al­le die deut­sche Spra­che so be­herr­schen, dass sie auf dem Ar­beits­markt Fuß fas­sen kön­nen, wer­de viel Zeit ver­ge­hen, so Nah­les.

Sie be­kräf­tig­te zu­gleich die Ein­schät­zung, dass die Zahl der Ar­beits­lo­sen durch den Flücht­lings­zu­zug im kom­men­den Jahr deut­lich stei­gen wird. «Al­ler­dings ent­ste­hen auch ge­ra­de vie­le Tau­sen­de neue Jobs rund um die Flücht­lings­hil­fe, zum Bei­spiel im Woh­nungs­bau, im Ca­te­ring, bei den Si­cher­heits­diens­ten, der Be­treu­ung und vie­len mehr. Bei den Ein­hei­mi­schen wer­den wir da­her wei­ter ei­nen Rück­gang der Er­werbs­lo­sig­keit er­le­ben.»

Der Prä­si­dent des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW), Mar­cel Fratz­scher, schlug ei­nen Flücht­lings­gip­fel von Po­li­tik und Wirt­schaft vor. Oh­ne die Un­ter­stüt­zung der Un­ter­neh­men und ih­rer Spit­zen­ver­tre­ter wer­de die In­te­gra­ti­on schei­tern, sag­te er der «Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung» (Sams­tag). «Der Staat kann die Flücht­lin­ge ma­te­ri­ell un­ter­stüt­zen, kann ih­nen hel­fen bei Sprach­kur­sen, sie be­glei­ten bei der In­te­gra­ti­on.» Aber letzt­lich spie­le die Wirt­schaft ei­ne zen­tra­le Rol­le.

Die Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten (NGG) sieht gu­te Job-Chan­cen für Asyl­be­wer­ber in der Gas­tro­no­mie und in der Le­bens­mit­tel­in­dus­trie. Jun­ge Flücht­lin­ge müss­ten als Vor­aus­set­zung aber schnell Sprach­kennt­nis­se er­wer­ben, sag­te der nord­rhein-west­fä­li­sche NGG-Lan­des­vor­sit­zen­de Tho­mas Gau­ger der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

«In der Gas­tro­no­mie wer­den Fach­kräf­te ge­sucht», er­läu­ter­te er. Freie Aus­bil­dungs­stel­len ge­be es auch in der Le­bens­mit­tel- und Süß­wa­ren­in­dus­trie. Chan­cen hät­ten in­ter­es­sier­te Flücht­lin­ge zu­dem im Bä­cke­rei­hand­werk.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) will Flücht­lin­ge mit me­di­zi­ni­schen Kennt­nis­sen ge­zielt für die Ge­sund­heits­ver­sor­gung der Asyl­be­wer­ber ein­set­zen. «Schon auf­grund ih­rer Sprach­kennt­nis­se kön­nen Flücht­lin­ge mit me­di­zi­ni­schen Kennt­nis­sen bei der Ver­sor­gung in Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen ei­ne wich­ti­ge Hil­fe sein», sag­te er der «Rhei­ni­schen Post» (Sams­tag). Des­halb müs­se es me­di­zi­ni­schen Hel­fern er­mög­licht wer­den, deut­sche Ärz­te in den Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen zu un­ter­stüt­zen. «Sie sind dann nicht als Ärz­te tä­tig, aber an der Sei­te der Ärz­te.»

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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