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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/132

Neue Ta­rif­be­din­gun­gen für Leih­ar­bei­ter

In der Me­tall- und Elek­tro­bran­che hat man sich auf neue Re­ge­lun­gen für Zeit­ar­bei­ter ge­ei­nigt. Bei Über­las­sungs­dau­er und Be­zah­lung wird vom Ge­setz ab­ge­wi­chen.
Schweißer, Industrie

15.05.2017. (dpa/wie) - Seit der Neu­fas­sung des Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 16/366 Re­form der Leih­ar­beit 2017) gilt für Leih­ar­bei­ter ei­ne ma­xi­ma­le Über­las­sungs­dau­er von 18 Mo­na­ten.

Für die rund 200.000 Zeit­ar­bei­ter in der Me­tall- und Elek­tro­bran­che wur­den nun ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen ge­trof­fen.

Wie die IG-Me­tall und meh­re­re Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de mit­teil­ten, hat man sich auf ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag für Leih­ar­beit­neh­mer ge­ei­nigt. Da­nach wur­de die Höchst­über­las­sungs­zeit auf 48 Mo­na­te er­höht. Dies sei al­ler­dings nur un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen und mit Zu­stim­mung des Be­triebs­rats mög­lich.

"Letzt­lich ist es bes­ser, wenn Leih­ar­bei­ter bis zu 48 Mo­na­te in ei­nem Be­trieb mit gu­ten Be­din­gun­gen und gu­tem Geld blei­ben, als nach Ge­setz nach 18 Mo­na­ten ab­ge­mel­det, in ei­nen schlech­te­ren Be­trieb ver­setzt zu wer­den und wie­der deut­lich we­ni­ger zu ver­die­nen - oder gar ar­beits­los zu wer­den", er­klär­te IG Me­tall-Chef Jörg Hof­mann.

Au­ßer­dem soll statt der vom Ge­setz vor­ge­schrie­be­nen Gleich­be­zah­lung zur Stamm­be­leg­schaft nach neun Mo­na­ten ei­ne neue Zu­schlags­stu­fe ein­ge­führt wer­den. Nach 15 Mo­na­ten Aus­lei­h­zeit sol­len die über­las­se­nen Ar­beit­neh­mer ei­nen Zu­schlag von 65 Pro­zent auf den nor­ma­len Ta­rif er­hal­ten. Der­zeit ist die höchs­te Stu­fe nach neun Mo­na­ten mit 50 Pro­zent Zu­schlag er­reicht.

Der In­ter­es­sen­ver­band Deut­scher Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men (IGZ) be­grün­det dies mit der Re­du­zie­rung von bü­ro­kra­ti­schem Auf­wand für die Er­mitt­lung der Auf­schlä­ge.

Der Ar­beit­ge­ber­ver­band Ge­samt­me­tall lobt die Pla­nungs­si­cher­heit und den Hand­lungs­spiel­raum durch den neu­en Ta­rif­ver­trag. Auch Jörg Hof­mann sieht dar­in ei­nen Er­folg: "Wir ver­ste­cken uns nicht hin­ter dem Ge­setz, son­dern wir re­geln Leih­ar­beit, da­mit es Leih­ar­bei­tern wirk­lich bes­ser geht."


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Letzte Überarbeitung: 5. August 2017

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