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ARBEITSRECHT AKTUELL // 12/389

Im Wahl­jahr 2013 wer­den auch die neu­en Ta­rif­ge­häl­ter für vie­le Ar­beit­neh­mer aus­ge­han­delt

Im ver­gleichs­wei­se ru­hi­gen kon­junk­tu­rel­len Fahr­was­ser geht es vor al­lem um mehr Geld: 2013 wer­den die Ta­rif­ver­trä­ge für rund 12,5 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te neu aus­ge­han­delt und da­mit für deut­lich mehr Men­schen als in 2012
Handschlag Playmobil Wird das Wahl­jahr 2013 auch ein hei­ßes Ta­rif­jahr?

20.12.2012 (dpa) - Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke hat zwar be­reits mit Streiks im öf­fent­li­chen Dienst ge­droht, doch bis­lang deu­tet noch we­nig auf ein be­son­ders hei­ßes Ta­rif­jahr 2013 hin.

Die Un­wäg­bar­kei­ten in der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung sind be­reits aus dem ab­ge­lau­fe­nen Jahr 2012 be­kannt. Wie geht es wei­ter mit der Schul­den­kri­se in Eu­ro­pa und wie wirkt sich das auf die deut­sche Wirt­schaft aus?

An die­se Fra­gen ha­ben sich die Ta­rif­par­tei­en ge­wöhnt und re­agie­ren in der Re­gel mit kür­ze­ren Lauf­zei­ten auf die Un­si­cher­hei­ten. Ver­hal­ten­des Wachs­tum der Wirt­schafts­leis­tung und des Ar­beits­mark­tes wie auch die mo­de­ra­te In­fla­ti­on von um die 2 Pro­zent fe­dern die Ver­tei­lungs­kon­flik­te ab.

Nach ei­ner Zu­sam­men­stel­lung des WSI-Ta­rif­ar­chivs der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung wer­den von En­de 2012 bis En­de 2013 die Ta­rif­ver­trä­ge für rund 12,5 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te neu aus­ge­han­delt und da­mit für deut­lich mehr Men­schen als im ab­ge­lau­fe­nen Jahr. Schwer­ge­wich­te sind die Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie (3,7 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te), der öf­fent­li­che Dienst der Län­der (630 000), das Bau­haupt­ge­wer­be (650 000) so­wie die Zeit­ar­beit (890 000) und das größ­te Hand­werk, die Ge­bäu­de­rei­ni­ger (365 000).

Da­zu kom­men gro­ße Ein­zel­un­ter­neh­men wie die Deut­sche Post oder Volks­wa­gen mit ih­ren Haus­ta­ri­fen. Über den Jah­res­wech­sel 2013/2014 ste­hen dann auch wie­der Ver­hand­lun­gen für rund 500 000 Be­schäf­tig­te der Che­mie an.

Im fast ab­ge­lau­fe­nen Jahr ha­ben vie­le ta­rif­li­che Ar­beit­neh­mer auch nach Ab­zug der In­fla­ti­on mehr in der Ta­sche ge­habt als im Jahr zu­vor. Be­reits die ers­ten For­de­run­gen zei­gen, dass die Ge­werk­schaf­ten auch 2013 nicht von vorn­her­ein zu Ab­schlä­gen auf­grund ei­ner nur ge­fühl­ten Kri­se be­reit sind. 6,5 Pro­zent mehr Geld ver­langt et­wa Ver­di für die Be­schäf­tig­ten im Öf­fent­li­chen Dienst der Län­der, in glei­cher Hö­he ist auch die IG Berg­bau-Che­mie-En­er­gie (IG BCE) in der En­er­gie- und Ver­sor­gungs­wirt­schaft un­ter­wegs.

Die IG Me­tall hat sich an­ge­sichts der kon­junk­tu­rel­len Un­si­cher­hei­ten für die Me­tall- und Elek­tro­bran­che noch nicht öf­fent­lich fest­ge­legt, dürf­te aber kaum un­ter der Vor­jah­res­for­de­rung blei­ben, die eben­falls auf 6,5 Pro­zent lau­te­te. In die­ser Run­de ge­he es vor al­lem um mehr Geld für die Be­schäf­tig­ten, hat der Zwei­te Vor­sit­zen­de Det­lef Wet­zel be­reits klar ge­macht. Ähn­li­ches ist aus dem Ar­beit­ge­ber­la­ger Süd­west zu hö­ren. Kom­pli­zier­te Ge­gen­stän­de wie die Zeit­ar­beit oder die un­be­fris­te­te Über­nah­me der Aus­ge­bil­de­ten ste­hen an­ders als 2012 die­ses Mal wohl nicht auf der Agen­da der deut­schen Leit­in­dus­trie.

Der neue Ge­samt­me­tall-Chef Rai­ner Dul­ger ver­weist vor­sorg­lich dar­auf, dass be­reits 2012 mit ei­nem Plus von 4,3 Pro­zent über 13 Mo­na­te die höchs­te Ta­rif­stei­ge­rung der ver­gan­ge­nen 20 Jah­re er­folgt sei. Die Un­ter­neh­men stün­den aber vor ei­ner Wachs­tums­pau­se und hät­ten be­reits be­gon­nen, nach ei­nem his­to­ri­schen Höchst­stand wie­der Ar­beits­plät­ze ab­zu­bau­en. Bes­ten­falls blei­be die Be­schäf­ti­gung in den nächs­ten Mo­na­ten sta­bil, die Stim­mung in der M+E-In­dus­trie sei auch we­gen zu­rück­ge­hen­der Auf­trä­ge "der­zeit eher düs­ter".

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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