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Neu­er Ta­rif­ver­trag für Zeit­ar­beit­neh­mer ab 2014

DGB ei­nigt sich mit VGZ auf Ta­rif­lohn­er­hö­hung mit drei­jäh­ri­ger Lauf­zeit: 8,50 EUR Min­dest­lohn für Leih­ar­beit­neh­mer im Wes­ten ab 2014 und 7,86 EUR im Os­ten
Wanduhr 8,50 Min­dest­lohn für Zeit­ar­beit­neh­mer ab 2014

17.09.2013. (dpa) - Die rund 800.000 Be­schäf­tig­ten der Zeit­ar­beits­bran­che in Deutsch­land be­kom­men mehr Geld.

Die Ta­rif­löh­ne stei­gen zum 1. Ja­nu­ar 2014 um 3,8 Pro­zent im Wes­ten und um 4,8 Pro­zent im Os­ten, wie Ar­beit­ge­ber und der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) am Diens­tag in Ber­lin mit­teil­ten.

Für die un­ters­te Ent­gelt­grup­pe be­deu­te das St­un­den­löh­ne von min­des­tens 8,50 Eu­ro im Wes­ten. Im Os­ten sind es 7,86 Eu­ro.

Bis zum Jahr 2016 soll der Min­dest­lohn schritt­wei­se auf 9,00 Eu­ro im Wes­ten und 8,50 Eu­ro im Os­ten an­ge­ho­ben wer­den. Zu­min­dest im Wes­ten ist da­mit das Ni­veau des vom DGB ge­for­der­ten ge­setz­li­chen Min­dest­lohns er­reicht.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) kün­dig­te an, sie wol­le die neu­en Min­dest­löh­ne um­ge­hend für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klä­ren, "da­mit al­le Be­schäf­tig­ten der Bran­che ab 1. Ja­nu­ar 2014 von dem Auf­schlag pro­fi­tie­ren kön­nen".

Die Ei­ni­gung ha­be "ei­ne über­ra­gen­de Be­deu­tung für die Min­dest­lohn­de­bat­te in Deutsch­land". Das Er­geb­nis zei­ge auch, dass die Ta­rif­par­tei­en kei­ne Vor­ga­ben der Po­li­tik brauch­ten, um auf ver­nünf­ti­ge Lohn­hö­hen zu kom­men, sag­te von der Ley­en mit ei­nem Sei­ten­hieb auf For­de­run­gen von SPD, Lin­ken und Grü­nen nach ei­nem flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn zwi­schen 8,50 und 10 Eu­ro.

Auch Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent Die­ter Hundt zeig­te sich zu­frie­den. Die drei­jäh­ri­ge Ver­trags­lauf­zeit schaf­fe Pla­nungs­si­cher­heit für Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men und Be­trie­be, die Zeit­ar­beit als In­stru­ment der Fle­xi­bi­li­tät nutz­ten. "Nach den Bran­chen­zu­schlags­ta­rif­ver­trä­gen ha­ben die Ta­rif­part­ner da­mit er­neut ei­nen wich­ti­gen Bei­trag ge­leis­tet, um die Zeit­ar­beit zu sta­bi­li­sie­ren", er­klär­te er.

Für die Bran­che stel­le die Ent­gel­ter­hö­hung ei­ne star­ke Be­las­tung dar, hieß es bei der Ver­hand­lungs­ge­mein­schaft Zeit­ar­beit (VGZ). Sie ver­tritt die bei­den gro­ßen Zeit­ar­beit­ge­ber-Ver­bän­de, den Bun­des­ar­beit­ge­ber­ver­band der Per­so­nal­dienst­leis­ter (BAP) und den In­ter­es­sen­ver­band Deut­scher Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men (iGZ).

Zeit­ar­beit wer­de deut­lich teu­rer. Da­durch wer­de der Zu­gang zum Ar­beits­markt für Zeit­ar­beit­neh­mer mit ge­rin­ger be­ruf­li­cher Qua­li­fi­ka­ti­on in den un­te­ren Ent­gelt­grup­pen er­schwert, warn­te VGZ-Ver­hand­lungs­füh­rer Tho­mas Bäu­mer.

DGB-Ver­hand­lungs­füh­rer Claus Matecki da­ge­gen wer­te­te den Ab­schluss als wich­ti­gen Pfei­ler "auf dem Weg zu ei­ner neu­en Ord­nung der Ar­beit". Es sei von An­fang an klar ge­we­sen, dass die Ge­werk­schaf­ten kei­nem Er­geb­nis zu­stim­men wür­de, das nicht die 8,50 Eu­ro als un­ters­te Ent­gelt­grup­pe fest­schrei­be. Zu­dem sei es ge­lun­gen, den Ein­satz von Leih­ar­bei­tern als Streik­bre­cher zu un­ter­bin­den.

Den­noch blei­be die For­de­rung nach ei­ner ge­setz­li­chen Re­ge­lung zu glei­chem Lohn für glei­che Ar­beit, be­ton­te Matecki. "Die neue Bun­des­re­gie­rung ist auf­ge­for­dert, hier un­ver­züg­lich zu han­deln."

Letzte Überarbeitung: 7. Dezember 2013

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