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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/199

Nürn­berg hat den nied­rigs­ten Gen­der Pay Gap

Ei­ne ak­tul­le Stu­die hat die re­gio­na­le und ge­schlechts­ab­hän­gi­ge Ver­tei­lung von Deutsch­lands Top­ver­die­nern ana­ly­siert.
Einkommensunterschiede, Gehaltsunterschiede, Lohnlücke zwischen Arm und Reich

26.07.2017. (dpa/wie) - Das Job­por­tal Ad­zu­na hat das Ein­kom­men der deut­schen Top­ver­die­ner nach Städ­ten so­wie nach Män­nern und Frau­en auf­ge­schlüs­selt.

Da­bei hat es stich­pro­ben­ar­tig 5.970 ak­tu­el­le Le­bens­läu­fe mit ei­nem Jah­res­ge­halt von über 50.000 Eu­ro un­ter­sucht und ge­ord­net. Die Da­ten­bank des ge­nutz­ten Ana­ly­se­tools um­fasst ins­ge­samt 50.000 Le­bens­läu­fe.

Bei den männ­li­chen Ar­beit­neh­mern führt die Stadt Han­no­ver das Ran­king mit gro­ßem Ab­stand an. 103.884,08 Eu­ro ver­die­nen die Bes­ser­ver­die­ner hier im Durch­schnitt. Das sind über 16.000 Eu­ro mehr als das Durch­schnitts­ge­halt der zweit­plat­zier­ten Stadt Dort­mund mit gut 87.700 Eu­ro.

Han­no­ver zeich­net sich laut der Stu­die vor al­lem durch ein gro­ße Kon­zen­tra­ti­on von In­ge­nieu­ren und In­for­ma­ti­kern aus. Das wür­de auch mit der dort stark ver­tre­te­nen Au­to­mo­bil­in­dus­trie zu­sam­men­hän­gen. Der an­säs­si­ge Groß­kon­zern Volks­wa­gen und ei­ni­ge Zu­lie­fe­rer bö­ten vie­le gut be­zahl­te Ar­beits­stel­len.

Die Kehr­sei­te der Me­dail­le er­schließt sich bei ei­nem Blick auf den Ge­schlech­ter­ver­gleich. Der Ana­ly­se zu­fol­ge führt Han­no­ver zu­sätz­lich das Ran­king der "Flop 5" der Städ­te mit dem größ­ten Gen­der Pay Gap an (mehr zum Gen­der Pay Gap le­sen Sie hier: Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/075 Gen­der Pay Gap wird klei­ner). Nach den Da­ten ver­die­nen Frau­en in Han­no­ver über 50 Pro­zent we­ni­ger als ih­re männ­li­chen Kol­le­gen. Frank­furt am Main liegt auf Platz zwei mit knapp 40 Pro­zent.

Bes­ser läuft es für die weib­li­chen Ar­beit­neh­mer da­ge­gen im Sü­den Deutsch­lands. In Nürn­berg liegt der Ge­halts­un­ter­schied zwi­schen Frau­en und Män­nern laut der Stu­die bei nur 12,2 Pro­zent. Zum Ver­gleich: Der bun­des­wei­te Gen­der Pay Gap liegt der­zeit bei 21 Pro­zent. Die Groß­städ­te Ham­burg, Köln, Ber­lin und Mün­chen fol­gen auf den Rän­gen zwei bis fünf mit 20 bis 24 Pro­zent.

Die baye­ri­schen Städ­te Mün­chen und Nürn­berg sind es auch, in de­nen die weib­li­chen Top­ver­die­ner das höchs­te durch­schnitt­li­che Ar­beits­ent­gelt er­hal­ten. Mit rund 67.000 Eu­ro in den bei­den Re­gio­nen liegt das Ge­halt den­noch et­wa 36.000 Eu­ro un­ter dem Spit­zen­rei­ter bei den Her­ren.

"Die Un­ter­su­chung der ge­schlechts­spe­zi­fi­schen Ge­halts­un­ter­schie­de nach Re­gi­on soll ei­nen neu­en Blick­win­kel auf das The­ma Ge­halt bie­ten und mehr Trans­pa­renz schaf­fen", sag­te In­ja Schnei­der, Coun­try Ma­na­ger Ger­ma­ny & Aus­tria bei Ad­zu­na zum Ziel der Stu­die. "Auf­fäl­lig ist, dass die Top Städ­te der Frau­en in Bay­ern/Süd­deutsch­land lie­gen, wäh­rend die Top Städ­te der Män­ner ins­be­son­de­re im Nor­den an­ge­sie­delt sind. Im Fal­le ei­ner Stand­ort­wahl kön­nen sich Ar­beit­neh­me­rin­nen so­mit die­ses Wis­sen zu Nut­ze ma­chen."

Die Er­geb­nis­se im Über­blick:

Durch­schnitts­ge­halt der Top­ver­die­ner - Män­ner Durch­schnitts­ge­halt der Top­ver­die­ner - Frau­en
1. Han­no­ver 103,884.08 EUR 1. Mün­chen 67,220.68 EUR
2. Dort­mund 87,676.99 EUR 2. Nürn­berg 66,967.75 EUR
3. Düs­sel­dorf 85,102.15 EUR 3. Ham­burg 66,895.52 EUR
4. Mün­chen 83,533.06 EUR 4. Köln 66,570.07 EUR
5. Karls­ru­he 82,302.88 EUR 5. Düs­sel­dorf 65,191.21 EUR
6. Köln 80,837.69 EUR 6. Ber­lin 62,942.57 EUR
7. Ham­burg 80,253.99 EUR 7. Augs­burg 61,498.58 EUR
8. Mainz 80,099.43 EUR 8. Bie­le­feld 61,099.81 EUR
9. Bo­chum 77,915.17 EUR 9. Frank­furt (Main) 60,240.04 EUR
10. Nürn­berg 75,126.64 EUR 10. Stutt­gart 56,818.28 EUR


Städ­te mit dem ge­rings­ten Gen­der Pay Gap Städ­te mit dem höchs­ten Gen­der Pay Gap
1. Nürn­berg 12.20% 1. Han­no­ver 53.30%
2. Ham­burg 20.00% 2. Frank­furt (Main) 38.30%
3. Köln 21.40% 3. Düs­sel­dorf 30.50%
4. Ber­lin 22.90% 4. Karls­ru­he 30.50%
5. Mün­chen 24.30% 5. Augs­burg 28.40%


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 20. April 2018

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