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Opel steckt wei­ter tief in der Ver­lust­zo­ne

Opel tief­rot: GM streicht Stel­len in Eu­ro­pa
Es kri­selt in der Au­to­bau­er­bran­che

01.11.2012 (dpa) - Opel setzt wei­ter Mil­li­ar­den in den Sand - und be­las­tet mit sei­nem schwa­chen Ge­schäft die US-Mut­ter Ge­ne­ral Mo­tors. Der Au­to­rie­se er­war­tet für das Ge­samt­jahr ei­nen ope­ra­ti­ven Ver­lust in Eu­ro­pa von 1,5 Mil­li­ar­den bis 1,8 Mil­li­ar­den Dol­lar (bis zu 1,4 Mrd EUR).

Die Ab­satz­kri­se in Eu­ro­pa macht Opel ähn­lich wie Ford, Fi­at oder Peu­geot schwer zu schaf­fen. Im lau­fen­den Jahr wer­den 2.600 Stel­len ab­ge­baut. Doch an­ders als der Ri­va­le Ford zieht GM vor­erst nicht die Not­brem­se: Be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen und Werks­schlie­ßun­gen sind bis 2014 aus­ge­schlos­sen, ak­tu­ell wird über ei­ne Ver­län­ge­rung bis 2016 dis­ku­tiert.

Da­nach könn­te es für den Stand­ort Bo­chum al­ler­dings eng wer­den. "Für das Opel-Werk Bo­chum ist nach dem Aus­lauf des ak­tu­el­len Za­fi­ra Tou­rer - vor­be­halt­lich wei­te­rer Kon­sul­ta­tio­nen - kein neu­es Pro­dukt ge­plant", teil­te die Adam Opel AG am Mitt­woch in Rüs­sels­heim mit und be­kräf­tig­te da­mit frü­he­re Plä­ne. Dem­nach sol­len in dem Werk nach 2016 kein Au­tos mehr vom Band lau­fen. Die Ver­hand­lun­gen mit Ge­werk­schaft und Be­triebs­rat zu die­sem The­ma sind noch nicht ab­ge­schlos­sen.

Dass Opel bald Geld in die GM-Kas­sen spült, glau­ben selbst die Ma­na­ger in De­troit nicht: Das kom­men­de Jahr wer­de nur et­was bes­ser als 2012. Frü­hes­tens zur Mit­te des Jahr­zehnts rech­net GM mit ei­ner schwar­zen Null vor Son­der­kos­ten.

"Vor uns liegt noch viel Ar­beit, be­son­ders in Eu­ro­pa", sag­te Fi­nanz­chef Dan Am­mann am Mitt­woch am Kon­zern­sitz in De­troit. Es zeig­ten sich aber be­reits ers­te Fort­schrit­te dank ei­ner dis­zi­pli­nier­ten Ge­schäfts­füh­rung.

Der gro­ße Wurf steht al­ler­dings noch aus: Die Opel-Füh­rung konn­te sich bis­her nicht mit Ge­werk­schaft und Be­triebs­rat auf ei­ne ge­mein­sa­me Stra­te­gie aus der Kri­se ei­ni­gen. Da­bei geht es nicht nur um Wachs­tum, son­dern auch um ei­ne spür­ba­re Kos­ten­sen­kung. Zwar teil­te das Un­ter­neh­men am Mitt­woch mit, al­lein im lau­fen­den Jahr rund 2.600 Stel­len ab­zu­bau­en. Seit Jah­res­be­ginn hät­ten be­reits 2.300 Mit­ar­bei­ter das Un­ter­neh­men ver­las­sen.

Von ei­nem Kahl­schlag will Ge­samt­be­triebs­rats­chef Wolf­gang Schä­fer-Klug aber nichts wis­sen: "Die 2.600 Stel­len, die in die­sem Jahr von GM in Eu­ro­pa ab­ge­baut wer­den, be­ste­hen im we­sent­li­chen aus vor Jah­ren ab­ge­schlos­se­nen Al­ters­teil­zeit­ver­trä­gen, aus dem Ab­bau von Leih­ar­beit­neh­mern und Werk­ver­trä­ge und aus frei­wil­li­gen Ab­fin­dungs­ver­trä­gen", sag­te Schä­fer-Klug der dpa in Frank­furt. Das sei nicht schön, aber auch nicht dra­ma­tisch. Opel-Auf­sichts­rats­chef Ste­ve Girs­ky sag­te: "Wir wer­den die Be­leg­schaft auch künf­tig re­du­zie­ren, wenn das die Nach­fra­ge ge­bie­tet."

We­gen der ho­hen Kos­ten und schwa­cher Ver­käu­fe lief im Eu­ro­pa­ge­schäft um Opel al­lein im drit­ten Quar­tal ein ope­ra­ti­ves Mi­nus von rund 500 Mil­lio­nen Dol­lar auf. Seit Jah­res­be­ginn setz­te GM auf dem al­ten Kon­ti­nent da­mit über ei­ne Mil­li­ar­de Dol­lar zu. Nach den An­ga­ben sol­len die Fix­kos­ten in die­sem Jahr um rund 300 Mil­lio­nen Dol­lar ge­senkt wer­den und um wei­te­re 500 Mil­lio­nen Dol­lar von 2013 bis 2015.

Auch auf dem Hei­mat­markt ver­dien­te GM zu­letzt we­ni­ger, da­für warf der wich­ti­ge chi­ne­si­sche Markt mehr Geld ab. Un­term Strich konn­te Ge­ne­ral Mo­tors ei­nen Ge­winn von 1,5 Mil­li­ar­den Dol­lar ein­fah­ren nach 1,7 Mil­li­ar­den Dol­lar im Vor­jah­res­zeit­raum. Ana­lys­ten hat­ten mit ei­nem noch kräf­ti­ge­ren Ab­schmel­zen ge­rech­net. Der Um­satz stieg der­weil um zwei Pro­zent auf 37,6 Mil­li­ar­den Dol­lar. GM-Boss Dan Aker­son sprach von ei­nem "so­li­den Quar­tal".

Der Blick auf Eu­ro­pa dürf­te Aker­son je­doch nicht ge­fal­len. Der Um­satz brach in den ers­ten neun Mo­na­ten ge­gen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum um 20 Pro­zent ein, der Ab­satz um 13 Pro­zent auf 818.000 Fahr­zeu­ge. Statt 940.000 Au­tos lie­fen in den Wer­ken nur noch 718.000 Au­tos vom Band. GM will die teu­ren Über­ka­pa­zi­tä­ten mög­lichst bald ab­bau­en.

Mit sei­nen Pro­ble­men steht GM nicht al­lei­ne da. Der gro­ße Ri­va­le Ford schreibt in Eu­ro­pa Ver­lus­te in ähn­li­cher Grö­ßen­ord­nung und hat an­ge­kün­digt, drei Wer­ke in Bel­gi­en und Groß­bri­tan­ni­en zu schlie­ßen. 5.700 Jobs ge­hen ver­lo­ren.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

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