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Ost-West-Ge­fäl­le: Aus­bil­dungs­markt schrumpft im Os­ten dra­ma­tisch

In­ter­na­tio­nal gilt das deut­sche Mo­dell der Be­rufs­aus­bil­dung als vor­bild­lich: Doch hier­zu­lan­de schrumpft der Aus­bil­dungs­markt. Be­son­ders in den öst­li­chen Bun­des­län­dern bil­den im­mer we­ni­ger Un­ter­neh­men we­ni­ger jun­ge Fach­kräf­te aus, wie ein Ver­gleich zeigt
War­um schrumpft der Aus­bil­dungs­markt?

30.11.2015. (dpa) - Die Aus­bil­dung in Un­ter­neh­men oder an Be­rufs­schu­len büßt vor al­lem im Os­ten Deutsch­lands im­mer mehr an Be­deu­tung ein.

Ei­ner am Mon­tag in Gü­ters­loh vor­ge­stell­ten Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung zu­fol­ge bil­den vor al­lem in den öst­li­chen Flä­chen­län­dern im­mer we­ni­ger Un­ter­neh­men aus.

Auch die Be­wer­ber­zah­len bre­chen dort dra­ma­ti­scher ein als in an­de­ren Tei­len Deutsch­lands.

Das Pro­blem sind die feh­len­den jun­gen Men­schen, ein un­ge­bro­che­ner Trend zum Stu­di­um und freie Stel­len, die nicht zu Be­wer­bern pas­sen. Für den "Län­der­mo­ni­tor be­ruf­li­che Bil­dung" ha­ben die For­scher sta­tis­ti­sche Da­ten rund um das The­ma be­ruf­li­che Aus­bil­dung je nach Bun­des­land ver­gli­chen.

Ins­ge­samt ist dem­nach das An­ge­bot an Plät­zen im Os­ten zwi­schen 2007 und 2013 um fast 40 Pro­zent ge­schrumpft, bun­des­weit wa­ren es rund 13 Pro­zent auf rund 563 000 Stel­len. Die Zahl der Be­wer­ber sank in dem Zeit­raum bun­des­weit um 19 Pro­zent auf 613 000. Auch hier legt die Stu­die ein star­kes Ost-West-Ge­fäl­le of­fen: Im Os­ten brach die Zahl der In­ter­es­sen­ten­zahl um 47 Pro­zent ein, in den west­li­chen Bun­des­län­dern ging die sie um 13 Pro­zent zu­rück.

Der de­mo­gra­fi­sche Wan­del schla­ge im Os­ten noch stär­ker zu als im Wes­ten, er­klä­ren die Ex­per­ten der Stif­tung. So sei die Be­völ­ke­rung im be­son­ders aus­bil­dungs­re­le­van­ten Al­ter zwi­schen 15 und 24 Jah­ren im Os­ten in den letz­ten zehn Jah­ren um ein Drit­tel ge­schrumpft, im Wes­ten war der Rück­gang mit un­ter 20 Pro­zent we­ni­ger dra­ma­tisch. "Von den Ju­gend­li­chen, die üb­rig blei­ben, wol­len im­mer mehr Ab­itur ma­chen und stu­die­ren", sag­te Cle­mens Wie­land, Bil­dungs­ex­per­te der Ber­tels­mann-Stif­tung.

Im Os­ten fällt zu­dem be­son­ders stark ins Ge­wicht, dass ge­ra­de klei­ne Be­trie­be sich zu­neh­mend aus der Aus­bil­dung zu­rück­zie­hen. Von den Un­ter­neh­men mit ma­xi­mal fünf Mit­ar­bei­tern ha­ben et­wa in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Sach­sen und Thü­rin­gen we­ni­ger als fünf Pro­zent über­haupt noch Lehr­lin­ge. In den west­li­chen Bun­des­län­dern ist die Quo­te bei den Kleinst­be­trie­ben auch rück­läu­fig aber im­mer­hin dop­pelt so hoch.

Rein rech­ne­risch ha­be sich die Chan­ce auf ei­ne Lehr­stel­le bun­des­weit für den ein­zel­nen durch die sin­ken­de Nach­fra­ge er­höht. Doch of­fe­ne Stel­len und Be­wer­ber pas­sen längst nicht im­mer zu­sam­men, so die Stu­di­en­au­to­ren. So blie­ben im Jahr 2013 30 000 Stel­len un­be­setzt.

Da sich der Trend zur Aka­de­mi­sie­rung nicht um­keh­ren las­se, müs­se Aus­bil­dung stär­ker Ju­gend­li­che mit schwä­che­ren Ab­schlüs­sen und Mi­gran­ten in den Blick neh­men, sag­te Jörg Drä­ger, Vor­stand der Ber­tels­mann-Stif­tung. Hier ist laut Stu­die der Nach­hol­be­darf groß: Be­son­ders schwer bei der Lehr­stel­len­su­che tun sich Aus­län­der und Haupt­schul­ab­sol­ven­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 17. August 2016

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