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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/012

Per­so­nal­man­gel in der Jus­tiz: Mi­nis­ter Wolf sagt 74 neue Stel­len zu

Wu­chern­de Ak­ten­ber­ge und Dut­zen­de Über­stun­den: Ex­per­ten spre­chen von ei­ner teil­wei­se dra­ma­ti­schen Si­tua­ti­on in der Lan­des­jus­tiz. Nun will Mi­nis­ter Wolf die pre­kä­re La­ge mit neu­en Stel­len lin­dern. Fach­leu­ten geht das noch nicht weit ge­nug
Wie viel Stel­len wer­den be­nö­tigt?

11.01.2017. (dpa) - Dem mas­si­ven Per­so­nal­man­gel bei Ge­rich­ten und Staats­an­walt­schaf­ten in Ba­den-Würt­tem­berg will Jus­tiz­mi­nis­ter Gui­do Wolf (CDU) mit zu­nächst 74 neu­en Stel­len ent­ge­gen­tre­ten.

"Der Be­darf ist grö­ßer, es feh­len ins­ge­samt 213 Stel­len - aber es ist ein ers­ter Schritt", sag­te Wolf am Diens­tag in Hei­del­berg.

Er sprach sich für at­trak­ti­ve­re Ein­stiegs­ge­häl­ter aus, um auf dem um­kämpf­ten Markt für Nach­wuchs­ju­ris­ten bes­se­re Chan­cen zu ha­ben.

"Ich bin gu­ter Din­ge, in den nächs­ten Jah­ren auch noch die feh­len­den rund 140 Stel­len zu schaf­fen", sag­te Wolf. Ei­ne Zu­sa­ge kön­ne er aber mit Blick auf aus­ste­hen­de Haus­halts­ge­sprä­che nicht ma­chen.

Der Ver­ein der Rich­ter und Staats­an­wäl­te in Ba­den-Würt­tem­berg be­grüß­te die An­kün­di­gung als wich­ti­ges Si­gnal. Al­ler­dings dür­fe es nicht da­bei blei­ben. "Die Si­tua­ti­on ist teil­wei­se dra­ma­tisch, das muss man deut­lich sa­gen", sag­te der Lan­des­vor­sit­zen­de Mat­thi­as Grewe. Grewe ar­bei­tet am Amts­ge­richt Ra­vens­burg.

Wolf zu­fol­ge sol­len die neu­en Stel­len Ab­läu­fe deut­lich be­schleu­ni­gen. "Es ist frus­trie­rend für die Po­li­zei, wenn Fäl­le im Fla­schen­hals der Jus­tiz ste­cken­blei­ben", sag­te der Mi­nis­ter. "Neue Stel­len wer­den nicht nur in den Zen­tren ge­schaf­fen, son­dern auch in der Flä­che", kün­dig­te er an.

Land­ge­richts­prä­si­dent Frank Kon­rad Bre­de nann­te den Schritt über­fäl­lig. "Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen kla­gen seit Jah­ren über ei­ne Be­las­tung, die das Maß des Er­träg­li­chen über­steigt. Bei ei­ni­gen ist ei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit von 50 oder 60 St­un­den nor­mal. Die neu­en Stel­len lin­dern den Druck", sag­te er.

Hei­del­bergs Lei­ten­der Ober­staats­an­walt Ro­meo Schüs­s­ler nann­te die An­kün­di­gung des Mi­nis­ters "nach lan­ger Zeit ein Zei­chen von Wert­schät­zung" von­sei­ten der Po­li­tik. Er se­he dies als ers­ten Schritt, der für die Jus­tiz "un­heim­lich wich­tig" sei.

Wolf kün­dig­te auch neue Stel­len im Straf­voll­zug an. Der grü­ne Ko­ali­ti­ons­part­ner sprach von ei­ner wich­ti­gen Stär­kung. "Die Mit­ar­bei­ter in die­sem Be­reich sind ex­tre­men Be­las­tun­gen aus­ge­setzt. Wir stär­ken das Per­so­nal in den Ge­fäng­nis­sen ins­be­son­de­re mit Blick auf schwie­ri­ge, zum Bei­spiel selbst­mord­ge­fähr­de­te Ge­fan­ge­ne", be­ton­te der rechts­po­li­ti­sche Grü­nen-Spre­cher Jür­gen Fi­li­us in Stutt­gart.

Die Li­be­ra­len for­der­ten die Lan­des­re­gie­rung auf, die Sen­kung der Ein­gangs­be­sol­dung für Ju­ris­ten auf­zu­he­ben. "Sie wirft die ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Ver­wal­tung im Wett­streit um den Nach­wuchs ge­gen­über den Bun­des­be­hör­den, an­de­ren Bun­des­län­dern und der Wirt­schaft zu­rück", sag­te Ni­co Wein­mann von der FDP-Land­tags­frak­ti­on.

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Letzte Überarbeitung: 11. Januar 2017

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