HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/081

Pfle­ge-Per­so­nal­man­gel: Spahn will mehr aus­län­di­sche Fach­kräf­te

Ei­ner Stu­die zu­fol­ge gibt es 17.000 of­fe­ne Pfle­ge­stel­len: Der neue Ge­sund­heits­mi­nis­ter will die Lü­cke auch mit Kräf­ten aus dem Aus­land schlie­ßen
erschöpfter Krankenpfleger, Krankenschwester, Pflegekräfte, Personalnot in Krankenhäusern

03.04.2018. (dpa/eis) -Der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn möch­te zur Über­win­dung des Per­so­nal­man­gels mehr Pfle­ge­kräf­te aus dem Aus­land für ei­nen Job in Deutsch­land ge­win­nen.

Die­se aus den Nach­bar­län­dern ein­zu­la­den, „ist die nächst­lie­gen­de Op­ti­on“, so der CDU-Po­li­ti­ker an Os­tern zu der „Rhei­ni­schen Post“.

Da­bei ver­wies er auf die in der EU gel­ten­de Ar­beit­neh­mer­frei­zü­gig­keit.

Zu­dem for­der­te er ei­ne schnel­le­re An­er­ken­nung von Ab­schlüs­sen für Pfle­ge­kräf­te und Ärz­te aus dem Aus­land.

Spahns An­wer­be-Plan stößt bei dem SPD-Ge­sund­heits­po­li­ti­ker Karl Lau­ter­bach auf Ab­leh­nung. „Wir soll­ten nicht an­de­ren Län­dern Pfle­ge­kräf­te weg kau­fen, dort feh­len sie auch be­reits“, twit­ter­te er und mahn­te ei­ne bes­se­re Be­zah­lung der Pfle­ge­kräf­te an. „Ein­fach nur den Ko­ali­ti­ons­ver­trag um­set­zen, nicht stän­dig Neu­es“. Von der Spre­che­rin für Pfle­ge­po­li­tik der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, Kor­du­la Schul-Asche, wur­de Spahn da­zu auf­ge­ru­fen „schnellst­mög­lich ein um­fas­sen­des Pro­gramm für ei­ne Pfle­ge-Of­fen­si­ve“ vor­zu­le­gen.

Mit­te März leg­te das Deut­sche In­sti­tut für an­ge­wand­te Pfle­ge­for­schung ei­ne Stu­die vor, wo­nach es der­zeit 17.000 of­fe­ne Stel­len in den Pfle­ge­hei­men gibt – vor al­lem we­gen des Fach­kräf­te­man­gels und der ab­neh­men­den Qua­li­tät der Be­wer­ber. Spahn kün­dig­te zu sei­nem Amts­an­tritt an, den Pfle­ge­be­ruf at­trak­ti­ver ma­chen zu wol­len, et­wa über ei­ne bes­se­re Ent­loh­nung. Am Wo­chen­en­de schrieb er auf Twit­ter, dass das Ge­win­nen aus­län­di­scher Pfle­ge­kräf­te nur ein Bau­stein sei, um die Pfle­ge-Pro­ble­me an­zu­ge­hen.

In dem Zei­tungs­in­ter­view wies der Mi­nis­ter dar­auf­hin, dass manch­mal aus­län­di­sche Pfle­ge­kräf­te und Ärz­te über Mo­na­te, teils so­gar über Jah­re in Deutsch­land sei­en und nicht los­le­gen kön­nen, weil das Ver­fah­ren zur An­er­ken­nung sich so zie­hen. Selbst­ver­ständ­lich müs­se die aus­län­di­sche Qua­li­fi­ka­ti­on aber gleich­wer­tig mit der deut­schen sein, das müs­se gründ­lich ge­prüft wer­den. „Wir soll­ten aber mit den Bun­des­län­dern die Über­prü­fun­gen deut­lich be­schleu­ni­gen“, sag­te Spahn.

Die Deut­sche Stif­tung Pa­ti­en­ten­schutz gab an, dass aus­län­di­sche Ärz­te hier­zu­lan­de zu­nächst an man­geln­den Sprach­kennt­nis­sen schei­ter­ten. „Die erst 2015 ein­ge­führ­ten ver­schärf­ten Sprach­tests müs­sen aber blei­ben“, so der Stif­tungs­vor­stand Eu­gen Brysch. Im­mer­hin ha­be der Arzt Pa­ti­en­ten­ge­sprä­che zu füh­ren. Nur so kön­ne er die rich­ti­ge Dia­gno­se stel­len und dem Pa­ti­en­ten die Be­hand­lung er­klä­ren. „Es ist al­so graue Theo­rie zu be­haup­ten, die schlep­pen­de An­er­ken­nung der Ab­schlüs­se sei das Pro­blem.“

Au­ßer­dem kri­ti­sier­te Brysch, dass aus­län­di­sche Ärz­te in Deutsch­land nicht ein­mal ih­re Ap­pro­ba­ti­on er­neut ab­le­gen müs­sen. „Das ist für Ärz­te aber Pflicht, die in Deutsch­land ih­ren Ab­schluss er­wor­ben ha­ben, um im Nicht-EU-Aus­land zu ar­bei­ten.“


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 15. Juni 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de