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Pfle­ge­bei­trag soll stei­gen - CDU ge­gen leich­te­re Wech­sel PKV-GKV

Die SPD sieht sich mit ih­rem Ruf nach ei­ner Bür­ger­ver­si­che­rung auf Sei­ten der Pa­ti­en­ten - die CDU will beim ro­ten Pres­ti­ge-Ob­jekt hart blei­ben: Auf mehr Pfle­ge­leis­tun­gen ei­nigt man sich wohl schnel­ler
Chipkarten von Krankenversicherungen Was wird aus der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung?

01.11.2013. (dpa) - Bei der Pfle­ge ist in den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen von CDU/CSU und SPD ei­ne Ei­ni­gung auf hö­he­re Bei­trä­ge greif­bar - Streit gibt es aber in der Schlüs­sel­fra­ge der Zu­kunft der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen.

Die Uni­on stemmt sich ge­gen Schrit­te in Rich­tung ei­ner Bür­ger­ver­si­che­rung, ei­ner Kern­for­de­rung der SPD.

"Je­der, der das Wahl­er­geb­nis sieht, sieht, dass es ei­ne Bür­ger­ver­si­che­rung nicht ge­ben kann und nicht ge­ben wird", sag­te der Uni­ons­ver­hand­lungs­füh­rer in der Ar­beits­grup­pe Ge­sund­heit, Jens Spahn, am Don­ners­tag in Ber­lin mit Blick auf das weit bes­se­re Ab­schnei­den der Uni­on bei der Bun­des­tags­wahl.

Auch ei­ne er­leich­ter­te Rück­kehr von Pri­vat­ver­si­cher­ten in die ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) lehn­te er bei der Fort­set­zung der Ver­hand­lun­gen ab. "Ich se­he nicht, was ei­ne sol­che Wech­sel­mög­lich­keit brin­gen soll, son­dern es geht dar­um, in­ner­halb des pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rungs­sys­tems und in­ner­halb der Un­ter­neh­men Ta­rif­wech­sel mög­lich zu ma­chen." Man­geln­de Be­ra­tung und In­for­ma­ti­on er­schwe­re dies heu­te oft.

SPD-Ver­hand­lungs­füh­rer Karl Lau­ter­bach hin­ge­gen be­ton­te, die Pro­ble­me in der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) sei­en gra­vie­rend. "Für vie­le Pri­vat­ver­si­cher­te wird die Ver­sor­gung im­mer un­be­zahl­ba­rer. Vie­le äl­te­re Pri­vat­ver­si­cher­te fürch­ten sich vor Al­ters­ar­mut." Dem kön­ne sich die Uni­on nicht ver­schlie­ßen. Re­form­be­darf ge­be es aber in PKV und GKV. "Uns geht es nicht um Ge­samt­kon­zep­te oder ei­ne Ideo­lo­gie." Er hof­fe auf Fort­schrit­te.

Heu­te ist ein Wech­sel von der PKV in die GKV nur schwer mög­lich, ei­ne Rück­kehr in die GKV nach dem 55. Le­bens­jahr ge­lingt nur un­ter sehr spe­zi­el­len Vor­aus­set­zun­gen. Hier will die SPD Er­leich­te­run­gen, wie es aus Ver­hand­lungs­krei­sen hieß. Kon­kre­te For­de­run­gen woll­te Lau­ter­bach nicht öf­fent­lich nen­nen. Es gilt als aus­ge­macht, dass PKV-Un­ter­neh­men un­ter Druck ge­ra­ten, wenn die Po­li­tik die To­re zur GKV auf­macht.

In der Pfle­ge wer­de es mehr Be­darf ge­ben, sag­te Spahn. "Es ist Kon­sens al­ler drei Par­tei­en, dass das auch mehr Leis­tun­gen not­wen­dig macht und si­cher auch mit mehr Kos­ten und hö­he­ren Bei­trä­gen ver­bun­den sein wird." Die SPD ver­tritt bis­her die Po­si­ti­on, ei­ne An­he­bung um 0,5 Pro­zent­punk­te sei not­wen­dig. Der­zeit gilt ein Satz von 2,05 Pro­zent, für Kin­der­lo­se 2,3 Pro­zent.

Der CSU-Ge­sund­heits­ex­per­te Jo­han­nes Sing­ham­mer sag­te, al­le Be­tei­lig­ten sei­en ent­schlos­sen, dass man mehr tun wol­le für die, die ge­pflegt wer­den und die pfle­gen. Oh­ne mehr Geld ge­he das nicht.

Es gibt aber auch gro­ße Dif­fe­ren­zen. Lau­ter­bach sag­te: "Wir ver­fol­gen auch bei der Pfle­ge­ver­si­che­rung das Kon­zept der Bür­ger­ver­si­che­rung." Dann wür­den mehr Men­schen ins Um­la­ge­sys­tem ein­zah­len. Spahn warb da­ge­gen für Ka­pi­tal­rück­la­gen in der Pfle­ge, ähn­lich wie bei der PKV heu­te. Sing­ham­mer mein­te, die Men­schen soll­ten in dem Be­reich wei­ter auch pri­vat vor­sor­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 28. März 2014

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