HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 15/176

Pi­lo­ten­streiks bei Luft­han­sa wie­der mög­lich - Sch­lich­tung ge­schei­tert

Die Luft­han­sa kommt nicht zur Ru­he: Ih­re Pi­lo­ten dro­hen wie­der mit Streiks, weil das Un­ter­neh­men nicht mit ih­nen über die künf­ti­ge Bil­lig-Stra­te­gie ver­han­deln will. Auch bei Ea­sy­jet ru­mort es
Fluggast und Pilot auf dem Rollfeld Wor­an schei­ter­te die Sch­lich­tung?

07.07.2015. (dpa) - Die Som­mer­fe­ri­en ste­hen vor der Tür, und bei der Luft­han­sa muss ab so­fort wie­der mit Streiks der Pi­lo­ten ge­rech­net wer­den.

Die Ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) hat die Vor­ge­sprä­che mit dem Un­ter­neh­men zu ei­ner Ge­samt­schlich­tung für ge­schei­tert er­klärt.

Mit dem En­de der Son­die­run­gen sei auch die ver­spro­che­ne Aus­set­zung von Streiks bis En­de Ju­li hin­fäl­lig, er­läu­ter­te VC-Spre­cher Mar­kus Wahl am Mon­tag in Frank­furt.

Ein Ter­min für die 13. Strei­krun­de in die­ser Ta­rif­aus­ein­an­der­set­zung steht aber noch nicht fest.

Un­ru­he gibt es auch beim bri­ti­schen Bil­lig­flie­ger Ea­sy­jet: Mit­ten in der Ur­laubs­zeit wol­len die Mit­ar­bei­ter über ei­nen Streik ab­stim­men.

Luft­han­sa und VC hat­ten ver­sucht, über Son­die­rungs­ge­sprä­che in ei­ne Ge­samt­schlich­tung zu al­len of­fe­nen ta­rif­li­chen Fra­gen zu kom­men. Dem Un­ter­neh­men zu­fol­ge sind mit der Ge­werk­schaft sechs Ta­rif­ver­trä­ge of­fen - un­ter an­de­rem zum Ge­halt, zur Über­gangs­ver­sor­gung und zu den Be­triebs­ren­ten der et­wa 5400 Pi­lo­ten der Ge­sell­schaf­ten Luft­han­sa, Luft­han­sa Car­go und Ger­manwings.

Für Zünd­stoff sorgt zu­dem die von Luft­han­sa-Chef Cars­ten Sp­ohr wei­ter for­cier­te Ein­füh­rung der neu­en Bil­lig­platt­form Eu­ro­wings, mit der auch Ar­beits­plät­ze zu bil­li­ge­ren Kon­zern­töch­tern ins Aus­land ver­la­gert wer­den sol­len. Luft­han­sa woll­te die­ses The­ma ge­son­dert be­spre­chen, weil es um rein un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen ge­he. Als mög­li­cher Sch­lich­ter hat­te der frü­he­re Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Theo Wai­gel (CSU) Ver­mitt­lungs­ge­sprä­che ge­führt, letzt­lich aber kein Sch­lich­tungs­man­dat er­hal­ten.

Die VC warf der Luft­han­sa nun vor, die Ar­beits­platz­the­men au­ßen vor ge­las­sen zu ha­ben. Da­mit ver­ken­ne sie die ele­men­ta­ren In­ter­es­sen des Cock­pit-Per­so­nals. Das An­ge­bot ei­ner Ge­samt­schlich­tung auf der Haupt­ver­samm­lung En­de April ha­be sich als "kurz­fris­ti­ges tak­ti­sches Ma­nö­ver" ent­puppt, mit dem die VC, aber auch Kun­den und Ak­tio­nä­re ge­täuscht wor­den sei­en.

Luft­han­sa be­dau­er­te, dass die VC aus dem von ihr selbst vor­ge­schla­ge­nen Ver­fah­ren aus­ge­stie­gen sei. Sie for­der­te die Ge­werk­schaft auf, an den Ver­hand­lungs­tisch zu­rück­zu­keh­ren. Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Ar­beits­ge­mein­schaft Deut­scher Ver­kehrs­flug­hä­fen (ADV), Ralph Bei­sel, teil­te mit: "Die deut­schen Flug­hä­fen for­dern die Ta­rif­par­tei­en auf, end­lich ih­rer Ver­ant­wor­tung ge­recht zu wer­den und er­neu­te un­ver­ant­wort­li­che Streiks in der Fe­ri­en­zeit zu un­ter­las­sen."

Ei­nen Ter­min für ei­nen er­neu­ten Ar­beits­kampf gibt es noch nicht. Er soll in den Gre­mi­en der VC be­ra­ten wer­den. Bis­lang ha­ben die Pi­lo­ten in dem Kon­flikt seit April 2014 zwölf­mal ge­streikt und der Luft­han­sa nach Kon­zern­an­ga­ben mehr als 300 Mil­lio­nen Eu­ro Scha­den zu­ge­fügt.

Bei Ea­sy­jet sol­len rund 2000 Flug­be­glei­ter von Diens­tag kom­men­der Wo­che an im Streit um Be­zah­lung dar­über ent­schei­den, ob sie die Ar­beit nie­der­le­gen, wie die Ge­werk­schaft Unite am Mon­tag in Lon­don mit­teil­te. "Von ei­nem Streik sind wir noch weit ent­fernt", sag­te ein Ge­werk­schafts­spre­cher der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. "Wir hof­fen, dass wir da­vor ei­ne Lö­sung fin­den." Im Fal­le ei­nes Aus­stands, der frü­hes­tens am 10. Au­gust be­gin­nen dür­fe, wer­de es aber er­heb­li­che Stö­run­gen ge­ben, die auch Deutsch­land be­tref­fen könn­ten. Die Flug­ge­sell­schaft zeig­te sich hin­ge­gen zu­ver­sicht­lich, den Som­mer-Flug­plan ein­hal­ten zu kön­nen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 8. August 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de