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Plä­ne: Bahn will in Gü­ter­spar­te 2100 Stel­len strei­chen

Die Bahn ringt schon lan­ge mit ih­rer schwä­cheln­de Gü­ter­spar­te: Nun gibt es ein Sa­nie­rungs­kon­zept. Da­bei wer­den wohl we­ni­ger Ar­beits­plät­ze weg­fal­len als zu­letzt be­fürch­tet
Lokführer mit Lok Was soll ge­än­dert wer­den?

23.03.2016. (dpa) - Die Deut­sche Bahn will bei der ge­plan­ten Sa­nie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs rund 2100 Ar­beits­plät­ze strei­chen.

Das er­fuhr die Deut­sche Pres­se-Agen­tur aus ei­ner zu­ver­läs­si­gen Quel­le, die mit den Plä­nen ver­traut ist.

Dem­nach sol­len 215 der et­wa 1500 Ver­la­de­sta­tio­nen in Deutsch­land nicht mehr an­ge­fah­ren wer­den.

Es sei­en vor al­lem klei­ne Ab­fer­ti­gungs­punk­te, an de­nen oft nur ein­zel­ne Wa­gen ab­ge­holt wer­den.

Sie stün­den für le­dig­lich 0,4 Pro­zent des Gü­ter­bahn-Um­sat­zes in Deutsch­land.

Die Bahn­toch­ter DB Car­go (frü­her: DB Schen­ker Rail) mit der Zen­tra­le in Mainz ver­spre­che sich da­von ge­rin­ge­re Fix­kos­ten, hieß es. Die Plä­ne sol­len nun mit dem Ge­samt­be­triebs­rat und den Kun­den dis­ku­tiert wer­den. DB Car­go be­schäf­tigt 17.500 Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land, in Eu­ro­pa sind es ins­ge­samt 31.000. Im De­zem­ber war noch von 2600 Stel­len die Re­de, die weg­fal­len soll­ten. Ent­las­sen wird nie­mand, mög­lich sind aber an­de­re Ein­satz­or­te oder neue Auf­ga­ben.

Die Gü­ter­bahn will mit ei­ner um­fas­sen­den Sa­nie­rung bis En­de 2018 wie­der pro­fi­ta­bel wer­den. Die mit­tel­fris­ti­ge Pla­nung sieht vor, den Um­satz bis 2020 um 700 Mil­lio­nen Eu­ro auf 5,5 Mil­li­ar­den Eu­ro zu stei­gern. Da­mit soll ein Ge­winn vor Zin­sen und Steu­ern von 200 Mil­lio­nen Eu­ro er­wirt­schaf­tet wer­den.

Die Spar­te war 2015 mit ei­nem Er­geb­nis von mi­nus 183 Mil­lio­nen Eu­ro vor Zin­sen und Steu­ern deut­lich in die Ver­lust­zo­ne ge­ra­ten. Schwie­rig­kei­ten hat die größ­te Gü­ter­bahn Eu­ro­pas aber schon län­ger. In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren muss­te sie Auf­trä­ge an die Kon­kur­renz ab­ge­ben: Der Markt­an­teil von DB Car­go ging um 10 Pro­zent­punk­te auf 62 Pro­zent (2015) zu­rück.

Die Grün­de da­für sei­en "man­geln­de Qua­li­tät und zu ho­hen Kos­ten", sag­te der In­si­der. Die Lie­fe­run­gen er­reich­ten zu oft ih­re Zie­le nicht pünkt­lich. Es sei­en auch Kun­den nach den Lok­füh­rer­streiks im vo­ri­gen Jahr ab­ge­sprun­gen und nur ein Teil da­von zu­rück­ge­kehrt. Im Wett­be­werb mit dem Last­wa­gen­ver­kehr der Stra­ße hat die Gü­ter­bahn we­gen der nied­ri­gen Die­sel­prei­se ei­nen schwe­ren Stand. Rund 40 Pro­zent des Um­sat­zes macht DB Car­go mit Ein­zel­wa­gen, die mehr­mals um­ge­kop­pelt mit ver­schie­de­nen Zü­gen ans Ziel kom­men.

Ziel des Sa­nie­rungs­kon­zepts ist nach Dar­stel­lung des In­for­man­ten, den Gü­ter­ver­kehr durch ge­naue­re Steue­rung ef­fi­zi­en­ter zu ma­chen. So sol­len die Stand­zei­ten der Loks ver­kürzt wer­den. Lok­füh­rer sol­len bald et­wa 70 Pro­zent statt bis­her 55 Pro­zent ih­rer Ar­beits­zeit ei­nen Zug be­we­gen. Für ei­ne Gü­ter­zug­fahrt quer durch Deutsch­land wer­de künf­tig ein ein­zi­ges Team zu­stän­dig sein, nicht bis zu neun ver­schie­de­ne wie bis­her. Schließ­lich soll der Ver­trieb un­mit­tel­bar für die Aus­las­tung der Zü­ge ver­ant­wort­lich sein.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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