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Prä­mi­en­aus­schüt­tung der Tech­ni­ker-Kran­ken­kas­se ge­plant

Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se will Ver­si­cher­ten Geld zu­rück­zah­len
Münzen, Münzhaufen Für die rund 6 Mil­lio­nen TK-Mit­glie­der gibt es Geld zu­rück
19.09.2012 (dpa) - Die sechs Mil­lio­nen Bei­trags­zah­ler der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se (TK) sol­len we­gen der güns­ti­gen Fi­nanz­la­ge Geld zu­rück­er­hal­ten. Ein Teil der ho­hen Rück­la­gen soll in Form ei­ner Prä­mie aus­ge­schüt­tet wer­den, be­stä­tig­te ein Spre­cher am Diens­tag in Ham­burg ent­spre­chen­de Plä­ne. De­tails sind noch of­fen. Schar­fe Kri­tik kommt un­ter an­de­rem von der AOK.

Da­ge­gen be­grüß­te Ge­sund­heits­mi­nis­ter Da­ni­el Bahr den Plan der zweit­größ­ten Kran­ken­kas­se und for­der­te an­de­re Kas­sen auf, eben­falls von der Mög­lich­keit Ge­brauch zu ma­chen. Der FDP-Po­li­ti­ker rech­net da­mit, dass die ge­plan­te Aus­schüt­tung Wett­be­wer­ber in Zug­zwang bringt: "Ich ge­he da­von aus, dass in den Vor­stands­eta­gen auch an­de­rer Kran­ken­kas­sen jetzt der Druck grö­ßer wird, zu recht­fer­ti­gen, war­um so­viel Geld auf den Kon­ten ist."

Bis­her hat sich gut ein Dut­zend klei­ne­rer Kas­sen zu Aus­schüt­tun­gen ent­schlos­sen. Beim Spit­zen­ver­band der Ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen hieß es, je­de ein­zel­ne Kran­ken­kas­se ent­schei­det auf­grund ih­rer in­di­vi­du­el­len Si­tua­ti­on, "ob sie ei­nen Zu­satz­bei­trag nimmt, ei­ne Prä­mie aus­zahlt oder kei­nes von bei­dem macht".

Bei den Kran­ken­kas­sen in Deutsch­land sind Re­ser­ven von rund 22 Mil­li­ar­den EUR auf­ge­lau­fen, von de­nen nur ein Teil für den Kas­sen­be­trieb ein­be­hal­ten wer­den muss. Das Bun­des­ver­si­che­rungs­amt (BVA) hat­te un­ter an­de­rem die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se im Früh­jahr auf­ge­for­dert, die Mög­lich­keit von Prä­mi­en­zah­lun­gen zu prü­fen.

Die Hö­he der ge­plan­ten Jah­res­prä­mie konn­te der TK-Spre­cher noch nicht be­zif­fern. Auch wer in den Ge­nuss der Prä­mie kom­men sol­le, wer­de noch ent­schie­den. Nach An­ga­ben der "Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung" (FAZ) dürf­te die Jah­res­prä­mie min­des­tens 100 EUR be­tra­gen. Die Aus­schüt­tung muss al­ler­dings ver­steu­ert wer­den. Ins­ge­samt hat die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se 8,2 Mil­lio­nen Ver­si­cher­te. Die TK mach­te deut­lich, sie re­agie­re nicht auf po­li­ti­schen Druck. Ei­ne Prä­mi­en­zah­lung sei ein ge­setz­lich vor­ge­se­he­ner Weg, die Rück­la­gen sei­en bis zur ge­setz­lich zu­läs­si­gen Höchst­gren­ze auf­ge­füllt.

Der AOK Bun­des­ver­band üb­te schar­fe Kri­tik an dem Plan. "We­ni­ge Kas­sen set­zen nun of­fen­sicht­lich auf ei­ne Geiz-ist-geil-Men­ta­li­tät, die von der Mehr­heit der Ver­si­cher­ten ab­ge­lehnt wird", mein­te Vor­stands­chef Jür­gen Graal­mann. Die AOK-Ver­si­cher­ten sol­len kei­ne Rück­zah­lun­gen er­hal­ten. Man set­ze "auf Sta­bi­li­tät statt auf kurz­fris­ti­ges Prä­mi­en-Jo­jo".

Kri­ti­sche Tö­ne ka­men auch vom Bran­chen­füh­rer Bar­mer GEK: "Uns ist ein at­trak­ti­ves Leis­tungs­port­fo­lio wich­ti­ger als ei­ne ver­hält­nis­mä­ßig ge­rin­ge Prä­mi­en­aus­schüt­tung, die die Ver­si­cher­ten auch noch ver­steu­ern müss­ten." Im Sep­tem­ber be­schloss die Kas­se ein in­di­vi­du­el­les Ge­sund­heits­kon­to für Prä­ven­ti­on und Zu­satz­leis­tun­gen.

Die Be­triebs­kran­ken­kas­sen (BKK) plä­dier­ten eben­falls für Leis­tungs­aus­wei­tung statt Prä­mi­en­aus­schüt­tung. Al­ler­dings zahl­ten 13 Kas­sen nach An­ga­ben des Bun­des­ver­bands be­reits heu­te auch ei­ne Prä­mie zwi­schen 30 und 120 EUR aus.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. September 2016

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