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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/259

Pro­test­ak­tio­nen ge­gen Ar­beits­be­din­gun­gen bei H&M

Ver.di und die Initia­ti­ve "ak­ti­on ./. ar­beits­un­recht e.V." wer­fen der schwe­di­schen Mo­de­ket­te schlech­te Ar­beits­be­din­gun­gen und Be­kämp­fung von Be­triebs­rä­ten und Ge­werk­schaf­ten vor.
Modegeschäft, Textil-Einzelhandel, Shopping

12.10.2017. (dpa/wie) - Mit "Zom­bie-Walks" und "Mo­den­schau­en des Grau­ens" vor H&M-Fi­lia­len will der Ver­ein "ak­ti­on./.ar­beits­un­recht" auf schlech­te Ar­beits­be­din­gun­gen der schwe­di­schen Mo­de­ket­te in Deutsch­land und bei den Zu­lie­fe­rern in In­di­en, Ban­gla­desch oder Sri Lan­ka auf­merk­sam ma­chen.

Laut ei­ner Pres­se­mit­tei­lung des Ver­eins vom 09.10.2017 wer­den in deut­schen H&M-Fi­lia­len Be­triebs­rä­te und Ge­werk­schaf­ten be­kämpft. Au­ßer­dem wür­den "ar­beits­ver­trag­li­che Ex­pe­ri­men­te wie Ket­ten­be­fris­tun­gen, Jah­res­ar­beits­zeit-Kon­ten, Ar­beit auf Ab­ruf und Flex-Ver­trä­ge" da­für sor­gen, dass es kei­ne ge­re­gel­ten Ar­beits­zei­ten ge­be.

El­mar Wi­gand, Spre­cher der ak­ti­on./.ar­beits­un­recht kri­ti­sier­te die "so­zi­al­schäd­li­chen Ar­beits­mo­del­le" und "fin­gier­te und un­sub­stan­ti­ier­te Ab­mah­nun­gen und Kün­di­gungs­ver­su­che ge­gen Ge­werk­schaf­ter und Be­triebs­rats­mit­glie­der".

Eben­falls be­tei­ligt ist die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di. "H&M fällt hier­zu­lan­de im­mer wie­der durch schlech­te Ar­beits­be­din­gun­gen auf" sag­te Vor­stands­mit­glied Ste­fa­nie Nut­zen­ber­ger. "In Län­dern wie In­di­en, Ban­gla­desch oder Sri Lan­ka herr­schen in vie­len Zu­lie­fer­fa­bri­ken im­mer noch men­schen­un­wür­di­ge Ar­beits­be­din­gun­gen."

Be­reits am 08.08.2017 ver­öf­fent­lich­te das Un­ter­neh­men ei­ne Stel­lung­nah­me zu den ver­schie­de­nen Vor­wür­fen. Die fle­xi­blen Ar­beits­ver­trä­ge mit teil­wei­se ge­rin­gem Ar­beits­um­fang be­grün­de­te man mit der ho­hen An­zahl der stu­den­ti­schen Mit­ar­bei­ter (2.200), de­nen die­se Re­ge­lun­gen zu­gu­te kom­men wür­den. Au­ßer­dem wol­le man sich mit den Mit­ar­bei­tern "je­der­zeit ge­mein­sam auf den Ar­beits­um­fang und die Ar­beits­zeit je nach den in­di­vi­du­el­len Ver­füg­bar­kei­ten der Mit­ar­bei­ter und dem Be­darf im Un­ter­neh­men ver­stän­di­gen kön­nen".

Zu der ver­meint­li­chen Be­kämp­fung von Be­triebs­rä­ten und Ge­werk­schaf­tern heißt es in der Mit­tei­lung der deut­schen Zen­tra­le in Ham­burg: "Wir er­schwe­ren kei­ne Be­triebs­rats­ar­beit. Nie gab es Kün­di­gun­gen auf­grund von Ge­werk­schafts- oder Be­triebs­rats­ar­beit und wird es auch nicht ge­ben."

Au­ßer­dem ha­be sich H&M welt­weit zur Ein­hal­tung der Ar­beits­nor­men der In­ter­na­tio­na­len Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on (ILO) ver­pflich­tet.


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Letzte Überarbeitung: 12. Oktober 2017

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