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Re­gie­rung rech­net mit Job-Re­kord - Ga­bri­el: Lohn­for­de­rung be­rech­tigt

Die deut­sche Wirt­schaft läuft wie­der rund: Die Be­schäf­ti­gung steigt auf Höchst­wer­te. Vor al­lem Kon­sum und In­ves­ti­tio­nen kur­beln das Wachs­tum an. Die Wirt­schaft warnt aber vor neu­en Las­ten
Zwei Männchen mit Euro Wie wird sich die Wirt­schaft 2014 ent­wi­ckeln?

13.02.2014. (dpa) - Die deut­sche Wirt­schaft kommt wie­der rich­tig in Schwung und steu­ert auf ei­nen Be­schäf­ti­gungs­re­kord zu.

Das geht aus dem am Mitt­woch vom Ka­bi­nett in Ber­lin be­schlos­se­nen Jah­res­wirt­schafts­be­richt der Bun­des­re­gie­rung her­vor.

Die schwarz-ro­te Ko­ali­ti­on rech­net für das lau­fen­de Jahr mit ei­nem An­stieg des Brut­to­in­lands­pro­dukts um 1,8 Pro­zent - das sind 0,1 Pro­zent­punk­te mehr als bis­her un­ter­stellt.

Für 2015 wird dann so­gar ein Plus von 2,0 Pro­zent er­war­tet.

Nach ei­nem Zu­wachs von zu­letzt nur 0,4 Pro­zent zieht die Kon­junk­tur da­mit wie­der an. "Die deut­sche Wirt­schaft ist auf ei­nen sta­bi­len und breit an­ge­leg­ten Er­ho­lungs­kurs ein­ge­schwenkt", er­klär­te Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­bri­el (SPD). Wachs­tums­mo­tor sei die Bin­nen­wirt­schaft.

Mit der Pro­gno­se bleibt die Bun­des­re­gie­rung eher vor­sich­tig. Ei­ni­ge Öko­no­men sa­gen ein stär­ke­res Wachs­tum vor­aus. Aus der Wirt­schaft ka­men Kri­tik und War­nun­gen vor neu­en In­ves­ti­ti­ons­hemm­nis­sen, Ge­werk­schafts­ver­tre­ter lob­ten da­ge­gen den Be­richt.

Von dem Auf­schwung pro­fi­tie­ren der Ar­beits­markt so­wie die Staats- und So­zi­al­kas­sen. Die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen soll 2014 im Jah­res­durch­schnitt um 240 000 auf den Re­kord­wert von 42,1 Mil­lio­nen klet­tern. Im nächs­ten Jahr lässt die Dy­na­mik mit ei­nem ge­rin­ge­ren Job-Zu­wachs et­was nach. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te soll 2014 leicht von 6,9 auf 6,8 Pro­zent fal­len und sich im nächs­ten Jahr nicht än­dern.

"Das Wachs­tum in die­sem Jahr wird rech­ne­risch aus­schließ­lich von bin­nen­wirt­schaft­li­chen Kräf­ten ge­tra­gen", heißt es im Be­richt. Die Nach­fra­ge pro­fi­tiert von der gu­ten Be­schäf­ti­gungs­la­ge und hö­he­ren Löh­ne, was den pri­va­ten Kon­sum an­kur­belt. Die Brut­to­löh­ne dürf­ten die­ses Jahr um 2,7 Pro­zent je Ar­beit­neh­mer stei­gen.

Ga­bri­el ver­tei­dig­te Lohn­for­de­run­gen der Ar­beit­neh­mer grund­sätz­lich. Es sei völ­lig nor­mal, dass Ge­werk­schaf­ten jetzt ei­ne "Um­ver­tei­lungs­kom­po­nen­te" zum Maß­stab ih­rer For­de­run­gen in den Ta­rif­ver­hand­lun­gen mach­ten: "Das ist auch ab­so­lut be­rech­tigt", sag­te er nach ei­ner Sit­zung des Wirt­schafts­aus­schus­ses des Bun­des­ta­ges.

Der SPD-Chef wies Aus­sa­gen zu­rück, er ha­be im Wirt­schafts­be­richt zu Lohn­zu­rück­hal­tung auf­ge­ru­fen. "Ich freue mich im Ge­gen­teil über die gu­te Ein­kom­mens- und Lohn­ent­wick­lung, weil sie da­zu bei­trägt, die Bin­nen­kon­junk­tur zum Mo­tor der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung des Lan­des zu ma­chen." Im lau­fen­den Jahr wer­de der größ­te An­stieg der Re­al­löh­ne seit 2010 er­war­tet.

Auch die Wirt­schaft wird aus Sicht von Schwarz-Rot ih­re bis­he­ri­ge In­ves­ti­ti­ons­zu­rück­hal­tung auf­ge­ben. Die Re­gie­rung er­war­tet, dass Un­ter­neh­men Aus­ga­ben für neue Ma­schi­nen und An­la­gen um 4,0 Pro­zent aus­wei­ten, um Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten zu er­hö­hen.

Bei den Ex­por­ten wird wie­der mit ei­nem kräf­ti­ge­ren Plus von 4,1 Pro­zent ge­rech­net. Un­term Strich wer­den die Im­por­te mit 5,0 Pro­zent die­ses Jahr aber stär­ker zu­le­gen als die Aus­fuh­ren. Der deut­sche Leis­tungs­bi­lanz­über­schuss wird da­durch ab­ge­baut. Kri­ti­ker mo­nie­ren seit Jah­ren die schwa­che Bin­nen­kon­junk­tur bei gleich­zei­tig ho­hen Aus­fuh­ren, was glo­ba­le Un­gleich­ge­wich­te zu­sätz­lich ver­schär­fe.

Ga­bri­el be­ton­te: "Die Dy­na­mik der deut­schen Bin­nen­wirt­schaft ist nicht nur ei­ne gu­te Nach­richt für Deutsch­land, son­dern auch für un­se­re Part­ner in Eu­ro­pa." Deutsch­land kom­me dem Ziel, die Un­gleich­ge­wich­te im Eu­ro­raum ab­zu­bau­en, ein Stück nä­her. "Die­sen Weg wer­den wir un­ter an­de­rem mit dem ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro und star­ken In­ves­ti­ti­ons­im­pul­sen ... wei­ter­ge­hen."

IG-Me­tall-Chef Det­lef Wet­zel sprach von ei­ner "his­to­ri­schen Zä­sur". Nach Jahr­zehn­ten neo­li­be­ra­ler De­re­gu­lie­rung lie­ge jetzt ein in An­sät­zen ver­bes­ser­tes Kon­zept vor.

Der In­dus­trie­ver­band BDI kri­ti­sier­te da­ge­gen, wirk­li­che Auf­wärts­dy­na­mik se­he an­ders aus. "Die Re­gie­rung hat es in der Hand, ein hö­he­res Wachs­tum zu er­mög­li­chen", er­klär­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Mar­kus Ker­ber. Da­für müs­se sie die Un­si­cher­hei­ten der Un­ter­neh­men bei In­ves­ti­tio­nen her­aus­neh­men.

DIHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Mar­tin Wans­le­ben mein­te, die eher vor­sich­ti­ge Pro­gno­se kön­ne Zweck­pes­si­mis­mus sein. "Oder man plant be­reits mit wei­te­ren Be­las­tun­gen für die Un­ter­neh­men."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Oktober 2014

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