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14/372a Re­gie­rung ent­las­tet Ren­ten­bei­trags­zah­ler um zwei Mil­li­ar­den

Kanz­le­rin Mer­kel hat­te an­ge­kün­digt, al­les Nö­ti­ge zu tun, um die schwä­cheln­de Kon­junk­tur an­zu­kur­beln: Ein nied­ri­ge­rer Ren­ten­bei­trags­satz passt da gut ins Kon­zept
Hunderteuroscheine Wo­nach be­misst sich der Ren­ten­bei­trags­satz?

07.11.2014. (dpa) - Die Bun­des­re­gie­rung will zum Ja­nu­ar den Ren­ten­bei­trags­satz um 0,2 Pro­zent­punk­te auf 18,7 Pro­zent sen­ken.

Da­mit wer­den die Bei­trags­zah­ler um ins­ge­samt rund zwei Mil­li­ar­den Eu­ro ent­las­tet.

Das geht aus Un­ter­la­gen des Haus­halts­aus­schus­ses vom Don­ners­tag her­vor.

Die Re­gie­rung sieht in dem zum 1. Ja­nu­ar 2015 ge­plan­ten Schritt auch ei­nen Bei­trag zur An­kur­be­lung der Kon­junk­tur.

Der so­zi­al­po­li­ti­sche Spre­cher der CSU-Lan­des­grup­pe, Ste­phan Stra­cke, er­klär­te: "Wir wol­len be­ste­hen­de Spiel­räu­me nut­zen, um den Ren­ten­bei­trag im kom­men­den Jahr zu sen­ken. ... Auf die­se Wei­se ge­ben wir den Bei­trags­zah­lern ei­nen fi­nan­zi­el­len Aus­gleich da­für, dass sich für sie der Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trag im nächs­ten Jahr er­höht." Der Ren­ten­bei­trag kön­ne auch mit­tel­fris­tig sta­bi­li­siert wer­den, sag­te Stra­cke.

Den Bei­trags­satz be­rech­ne­te die Bun­des­re­gie­rung auf der Grund­la­ge der Ren­ten­schät­zung von Mit­te Ok­to­ber. "Der Re­gie­rungs­ent­wurf für den Bun­des­haus­halt 2015 und der Fi­nanz­plan bis 2018 wur­den auf ei­nem Bei­trags­satz zur all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung von 18,9 Pro­zent und zur knapp­schaft­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung von 25,1 Pro­zent auf­ge­stellt. Die Ren­ten­schät­zung von 16. Ok­to­ber 2014 ... er­gab ei­nen Bei­trags­satz von 18,7 Pro­zent und zur knapp­schaft­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung von 24,8 Pro­zent 2015 bis 2018», heißt es.

Ei­ne Sen­kung des Ren­ten­bei­trags­sat­zes um ei­nem Pro­zent­punkt ver­rin­gert die Ein­nah­men um zehn Mil­li­ar­den Eu­ro. Die 0,2 Punk­te be­deu­ten dem­nach Min­der­ein­nah­men von zwei Mil­li­ar­den Eu­ro. Auch der Bun­des­zu­schuss zur Ren­te, der der­zeit bei knapp 85 Mil­li­ar­den Eu­ro liegt, ver­rin­gert sich nach die­sen Be­rech­nun­gen um 370 Mil­lio­nen Eu­ro.

Die Ren­ten­bei­trags­sen­kung hat­ten so­wohl Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) als auch So­zi­al­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) in den ver­gan­ge­nen Wo­chen an­ge­kün­digt. Al­ler­dings war die ge­naue Hö­he noch nicht klar. Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer be­grüß­te nun die Sen­kung als Bei­trag zu ei­ner po­si­ti­ven wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung. Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) hat­te am Don­ners­tag bei der Vor­stel­lung der Steu­er­schät­zung auch ein In­ves­ti­ti­ons­pa­ket von zehn Mil­li­ar­den Eu­ro an­ge­kün­digt.

Der ren­ten­po­li­ti­sche Spre­cher der Links­frak­ti­on, Mat­thi­as Birk­wald, kri­ti­sier­te da­ge­gen, von Ju­li bis Sep­tem­ber sei die Rück­la­ge der Ren­ten­ver­si­che­rung um zwei Mil­li­ar­den Eu­ro ge­schrumpft. "Die Bun­des­re­gie­rung ver­schärft die Si­tua­ti­on und han­delt grob fahr­läs­sig, wenn sie jetzt den Bei­trags­satz noch zu­sätz­lich senkt." Die Lin­ke ha­be im Bun­des­tag ei­nen Ge­setz­ent­wurf vor­ge­legt, "der den un­säg­li­chen Zwang zur Bei­trags­satz­sen­kung bei nur 1,5 Mo­nats­aus­ga­ben streicht", sag­te er. "Wir brau­chen je­den Cent in der Ren­ten­kas­se im Kampf ge­gen Al­ters­ar­mut."

Auch der So­zi­al­ver­band SoVD kri­ti­sier­te: "An­statt den Bei­trags­satz kurz­fris­tig zu sen­ken, muss die Bun­des­re­gie­rung die Chan­ce nut­zen und über­fäl­li­ge Leis­tungs­ver­bes­se­run­gen nach­ho­len."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. Juli 2015

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