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Ren­te: Neue Er­he­bung des DGB zum The­ma Al­ters­ar­mut

DGB: Angst vor Al­ters­ar­mut hat Mit­tel­schicht er­reicht
Die Angst vor Al­ters­ar­mut dringt in die Mit­tel­schicht vor

22.11.2012 (dpa) - Die De­bat­te um Al­ters­ar­mut zeigt Wir­kung: Vie­le Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land sor­gen sich um ihr Aus­kom­men am Le­bens­abend. 38 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten ge­hen da­von aus, dass sie im Ru­he­stand von ih­rer ge­setz­li­chen Ren­te al­lein nicht wer­den le­ben kön­nen. Das geht aus ei­ner Er­he­bung des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) her­vor. In der Grup­pe der 25- bis 35-Jäh­ri­gen er­war­tet so­gar ei­ne Mehr­heit von 51 Pro­zent, dass die Ren­te nicht rei­chen wird. Un­ter den 36- bis 45-Jäh­ri­gen ist es mit im­mer­hin 44 Pro­zent na­he­zu je­der Zwei­te.

"Die Zah­len zei­gen, dass die be­rech­tig­te Angst vor Al­ters­ar­mut längst die Mit­tel­schicht er­reicht hat", sag­te DGB-Vor­stands­mit­glied An­ne­lie Bun­ten­bach am Mitt­woch in Ber­lin. "Die Tat­sa­che, dass mehr als ein Drit­tel der Be­schäf­tig­ten nicht auf ei­ne aus­rei­chen­de Ren­te ver­traut, ist ei­ne deut­li­che Auf­for­de­rung an die Bun­des­re­gie­rung, den Sturz­flug der Ren­ten auf­zu­hal­ten."

Durch die an­ste­hen­de Sen­kung des Ren­ten­bei­trags von 19,6 auf 18,9 Pro­zent sei ab­seh­bar, dass die Re­ser­ven der Ren­ten­ver­si­che­rung schon in we­ni­gen Jah­ren "ver­pul­vert" sei­en, was wei­te­re Kür­zun­gen der Ren­te zur Fol­ge ha­be. Die Bei­trags­sen­kung trägt nach An­sicht Bun­ten­bachs maß­geb­lich zum Ver­trau­ens­ver­lust bei. Sie be­kräf­tig­te ih­ren Ap­pell, auf die Ab­sen­kung "am bes­ten ganz zu ver­zich­ten oder sie zu­min­dest so zu be­gren­zen, dass die Rück­la­gen nicht schmel­zen wie Schnee in der Son­ne".

Un­ter den Be­schäf­tig­ten mit ei­nem Mo­nats­ein­kom­men von brut­to 1.500 Eu­ro geht mehr als die Hälf­te (54 Pro­zent) da­von aus, dass ih­re Ren­te spä­ter zum Le­ben nicht reicht. Auch un­ter je­nen, die mehr ver­die­nen, se­hen nicht we­ni­ge das eben­falls so. In der Grup­pe mit 2.001 bis 3.000 EUR Mo­nats­ein­kom­men be­trägt die­ser An­teil ein Drit­tel, in der Grup­pe mit mehr als 3.000 EUR ein Fünf­tel. Dass sie gut von ih­rer Ren­te wer­den le­ben kön­nen, se­hen nach ei­ge­ner Ein­schät­zung 17 Pro­zent, sehr gut je­doch nur 2 Pro­zent der Be­frag­ten.

Aus Sicht des ren­ten­po­li­ti­schen Spre­chers der Links­frak­ti­on, Mat­thi­as W. Birk­wald, geht es "nicht um dif­fu­se Ängs­te, die Furcht der Men­schen vor Ar­mut im Al­ter ist sehr kon­kret und ab­so­lut be­grün­det". Die Po­li­tik müs­se die­se Be­fürch­tun­gen "ernst neh­men und dar­auf re­agie­ren, in­dem sie das Sys­tem der Al­ters­vor­sor­ge gründ­lich re­for­miert". Für IG-Me­tall-Vor­stands­mit­glied Hans-Jür­gen Ur­ban be­le­gen die Zah­len, dass ein wei­te­res Ab­sen­ken des Ren­ten­ni­veaus un­ver­ant­wort­lich ist. "Hier gibt es kei­ne Luft nach un­ten, son­dern nur Luft nach oben."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 20. Januar 2014

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