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13/192a Ren­ten­bei­trag sinkt 2014 vor­aus­sicht­lich auf 18,4 Pro­zent

Der Ren­ten­bei­trag wird wohl noch stär­ker sin­ken als bis­lang ver­mu­tet: Die reich­lich spru­deln­den Ren­ten­ein­nah­men ma­chen es mög­lich
Hunderteuroscheine Steht ei­ne wei­te­re Bei­trags­sen­kung be­vor?

06.07.2013. (dpa) - Der Bei­trags­satz zur Ren­ten­ver­si­che­rung sinkt An­fang 2014 vor­aus­sicht­lich von 18,9 auf 18,4 Pro­zent - und da­mit stär­ker als bis­her an­ge­nom­men.

Die­ses Bei­trags­ni­veau soll dann bis En­de 2017 gel­ten.

Das geht aus ei­nem in­ter­nen Schrei­ben der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund (DRV) her­vor, das der Nach­rich­ten­agen­tur dpa am Frei­tag in Ber­lin vor­lag. Grund­la­ge ist die jüngs­te Pro­gno­se des Schät­zer­krei­ses mit wei­ter stei­gen­den Ein­nah­men.

Da­mit zeich­net sich die drit­te Bei­trags­sen­kung in Fol­ge ab. 2011 lag der Bei­trag noch bei 19,9 Pro­zent des Brut­to­ein­kom­mens. Erst zu Jah­res­be­ginn hat­te es ei­ne Sen­kung von 19,6 auf 18,9 Pro­zent ge­ge­ben. Der DGB nann­te ei­ne er­neu­te Re­du­zie­rung ver­ant­wor­tungs­los und for­der­te den Ver­zicht dar­auf. Die Ar­beit­ge­ber nann­ten die Sen­kung ge­setz­lich zwin­gend und rich­tig.

Soll­te es zu der Ab­sen­kung kom­men, be­deu­tet dies bei ei­nem durch­schnitt­li­chen Brut­to­ein­kom­men von 2600 Eu­ro ei­ne Ent­las­tung von je­weils 6,50 Eu­ro im Mo­nat für Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber. Bei ei­nem Ver­dienst von 3500 Eu­ro sind es 8,75 Eu­ro im Mo­nat.

Bei der Ren­ten­ver­si­che­rung hieß es, es han­de­le sich um vor­läu­fi­ge Mo­dell­rech­nun­gen. Grund­la­ge für die Fest­le­gung des Bei­trags­sat­zes 2014 sei die Ren­ten­schät­zung im Ok­to­ber. "Erst zu die­sem Zeit­punkt kann die Ein­nah­men- und Aus­ga­ben­ent­wick­lung hin­rei­chend ge­nau ein­ge­schätzt wer­den." Die DRV-Spit­ze selbst hat­te aber erst jüngst die Ein­schät­zung ge­äu­ßert, ein fi­nan­zi­el­ler Ein­bruch - der ei­ne Sen­kung ver­hin­dern wür­de - sei nicht er­kenn­bar.

Grund für die Ent­las­tung sind die spru­deln­den Ein­nah­men der Ren­ten­kas­se, die trotz der Bei­trags­sen­kung zu Jah­res­be­ginn um 0,3 Pro­zent zu­leg­ten. "Im Re­sul­tat kann der er­war­te­te Bei­trags­satz des Jah­res 2014 um ei­nen hal­ben Pro­zent­punkt auf 18,4 Pro­zent re­du­ziert wer­den", heißt es in dem Schrei­ben.

Nach den bis­he­ri­gen Schät­zun­gen war nur mit ei­ner Rück­nah­me des Bei­trags­sat­zes auf 18,7 oder 18,6 Pro­zent ge­rech­net wor­den. Ei­ne Sen­kung ist fäl­lig, wenn die Rück­la­gen der Ren­ten­kas­se 1,5 Mo­nats­aus­ga­ben über­stei­gen. Ak­tu­ell sind es 1,57 Mo­nats­aus­ga­ben.

Zum Jah­res­en­de ge­hen die Ren­ten­ex­per­ten da­von aus, dass die Rück­la­ge trotz der Bei­trags­sen­kung zu Jah­res­be­ginn auf 1,77 Mo­nats­aus­ga­ben oder 31,4 Mil­li­ar­den Eu­ro steigt. Sie rech­nen aber mit ei­nem kon­ti­nu­ier­li­chen Ab­schmel­zen der "ei­ser­nen Re­ser­ve". Für 2017 sind der Schät­zung zu­fol­ge noch 8,2 Mil­li­ar­den Eu­ro in der Rück­la­ge. Dies ent­sprä­che nur noch 0,41 Mo­nats­aus­ga­ben. Des­halb sei für 2018 ei­ne An­he­bung des Bei­trags ab­seh­bar.

Kri­tik kam vom Deut­schen Ge­werk­schafts­bund. "Der DGB lehnt ei­ne wei­te­re Ren­ten­bei­trags­sen­kung ab und for­dert die Par­tei­en auf, die po­si­ti­ve Fi­nanz­ent­wick­lung der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu nut­zen, um drin­gend not­wen­di­ge Leis­tungs­ver­bes­se­run­gen zu er­mög­li­chen", sag­te DGB-Vor­stands­mit­glied An­ne­lie Bun­ten­bach. Sie warf der Re­gie­rung vor, die Rück­la­ge bis 2017 um 23 Mil­li­ar­den Eu­ro"«zu schröp­fen". Die nächs­te Bun­des­re­gie­rung müs­se da­für sor­gen, dass die Ren­ten­ver­si­che­rung ih­re Re­ser­ven wei­ter auf­sto­cken kön­ne.

Die Ar­beit­ge­ber poch­ten da­ge­gen auf den Sen­kungs­schritt: "Ei­ne Sen­kung er­höht die ver­füg­ba­ren Ein­kom­men der Ar­beit­neh­mer und ent­las­tet die Un­ter­neh­men bei den Lohn­zu­satz­kos­ten." Bei­des wirkt sich laut Ar­beit­ge­ber­ver­band BDA "po­si­tiv auf die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung aus, oh­ne die Sta­bi­li­tät der Ren­ten­ver­si­che­rung zu ge­fähr­den". Ir­rig sei die An­nah­me, es lie­ßen sich ho­he Rück­la­gen in den Ren­ten­kas­sen als Zu­kunfts­re­ser­ve an­spa­ren. "Al­le Er­fah­rung zeigt, dass vol­le So­zi­al­kas­sen stets da­zu ver­lei­ten, mehr Geld aus­zu­ge­ben."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 7. November 2014

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